Di., 19.06.2018

Baubeginn Mega-Windrad an der Wallburg Haskenau in den Startlöchern

Hier entsteht Münsters größtes Windrad: Aus der Luft ist der Standort des Turms an der Haskenau zwischen Werse und Ems schon gut zu erkennen.

Hier entsteht Münsters größtes Windrad: Aus der Luft ist der Standort des Turms an der Haskenau zwischen Werse und Ems schon gut zu erkennen. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Über Münsters größtes Windrad wurde lange geredet und gestritten. Nun wird es gebaut: An der Haskenau sind Baustraße und Abstellflächen eingerichtet.

Von Lukas Speckmann

Es soll das größte Windrad Münsters werden: Auf einer landwirtschaftlichen Fläche nahe der Wallburg Haskenau zwischen Gelmer und Handorf haben die Bauarbeiten für eine 4,2-Megawatt-Windenergieanlage „Enercon E-141“ begonnen. Mit einer Gesamthöhe von 230 Metern wäre sie höher als der Fernsehturm.

Der Bau ist nicht unumstritten. In Gelmer hatte sich bereits 2016 eine Bürgerinitiative dagegen gebildet; ihre Mitglieder wenden sich vor allem gegen Eingriffe in die Natur. Doch 2017 erteilte die Stadt nach langer Prüfung die Genehmigung. Es gibt vor allem im Hinblick auf Vogel- und Fledermausschutz einige Auflagen.

Mittlerweile wurden die Baustellenstraße angelegt und Abstellflächen errichtet, berichtet Projektleiter Thomas Siepelmeyer von der „Davertwind GmbH“. Archäologische Untersuchungen und Kampfmittelräumung hätten den Baubeginn verzögert, aber nun werde die vier Meter tiefe Fundamentgrube gegraben, dann muss der Boden darunter fünf Meter tief „eingerüttelt“ werden. Der Aufbau des Turms und die Montage des Windrads werden den Sommer über andauern. Im Oktober könnte die Anlage stehen, gegen Ende des Jahres betriebsbereit sein.

Vier Klagen eingereicht

Vier Klagen seien gegen das Projekt eingereicht worden, bestätigt Siepelmeyer. Als nach einem „Antrag auf sofortigen Vollzug“ klar wurde, dass die Klagen den Baubeginn nicht verzögern, hätten sich zwei Kläger wieder zurückgezogen. Vorbehalte gibt es aber noch von politischer Seite: In der Bezirksvertretung Münster-Ost ließen Vertreter von CDU und Piraten Klärungsbedarf erkennen: Die CDU-Fraktion reichte bei der Stadtverwaltung einen umfangreichen Fragenkatalog zum Genehmigungsverfahren, zum Bauplatz und zum Baustellenverkehr ein. Die Antworten stehen noch aus. Gegenüber unserer Zeitung verwies die Stadt lapidar auf die 2017 veröffentlichte Genehmigung .

Zu zwei Fragen nimmt Thomas Siepelmeyer Stellung: Die Anlieferung werde von Handorf aus über die Straße „Zur Haskenau“ und die Baustellenstraße erfolgen – die Straße sei ausreichend breit. Und: Es werde an der Haskenau nur genau dieses eine Windrad geben: „Da ist kein Platz mehr für andere Anlagen.“ Weitere Windräder kämen sich auf der kleinen Fläche gegenseitig ins Gehege.

Auch in Amelsbüren ist künftig kein Platz mehr für zwei betagte, kleinere Windenergieanlagen, die von der Autobahn gut zu sehen sind. Dafür entsteht eine 200 Meter hohe Anlage mit einer Nennleistung von 4,2 Megawatt. Um 50 Meter überragt dieser Riese die sechs Windräder im Südwesten Münsters, die in den vergangenen Jahren von den Stadtwerken aufgestellt wurden.



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