LEG um Abhilfe bemüht
Rattenplage sorgt für Ärger - Anwohner sauer

Münster-Gievenbeck -

Rund acht bis zehn Ratten sorgen derzeit am Stadtlohnweg in Gievenbeck für Ärger. Die Mieter, allen voran Karolina Jurewicz, sind sauer. Die LEG als Vermieterin indes ist um Abhilfe bemüht.

Dienstag, 19.06.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 20.06.2018, 13:55 Uhr
Karolina Jurewicz im Bereich der Mülltonnen am Stadtlohnweg 2, an dem sich täglich rund um die Uhr die Ratten tummeln sollen.
Karolina Jurewicz im Bereich der Mülltonnen am Stadtlohnweg 2, an dem sich täglich rund um die Uhr die Ratten tummeln sollen. Foto: kbö

Angst vor Tieren? „Eigentlich habe ich die nicht“, sagt Karolina Jurewicz. Aber bei Ratten hört bei ihr der Spaß auf, meint die Gievenbeckerin, die mit ihren beiden Töchtern am Stadtlohnweg in einem Acht-Familien-Haus lebt. Es sind nicht die zahlreichen Nager als solche, die der jungen Mutter Sorge bereiten. Vielmehr fürchtet sie sich vor den Krankheitserregern, die die Tiere übertragen können.

Eine ganze Rattenfamilie hat Karolina Jurewicz im Bereich der Mülltonnen ihres Hauses ausgemacht. „Ich schätze mal acht bis zehn Tiere“, sagt sie. Allein am Dienstagmorgen hat sie drei Mal mindestens zwei Tiere in diesem Bereich gesehen. „Mittlerweile geht es sogar soweit, dass die Tiere über meinen Balkon klettern und dort regelmäßig entlang laufen.“ Den Bereich rund um die Mülltonnen nutzten die Ratten als „Spielplatz“.

Situation verschlimmerte sich

Das Problem begann laut Karolina Jurewicz im vergangenen Winter. „Zunächst waren die Ratten nur abends hier, wenn es dunkel wurde.“ Ihre Hoffnung: „Wenn der Sommer kommt, suchen die sich vielleicht eine andere Umgebung.“

Das Gegenteil ist der Fall: „Die Situation ist mittlerweile viel schlimmer geworden“, klagt die 25-Jährige. „Jetzt sind sie von morgens bis abends hier – rund um die Uhr.“ Es sei sogar schon vorgekommen, dass jemand seinen Müll entsorgen wollte und ihm eine Ratte aus der Mülltonne entgegen sprang.

Wie kommt eine Ratte dort hinein? Karolina Jurewicz zeigt auf ein Loch im Restmüll-Behälter, das wohl zu dessen Konstruktion gehört: „Da krabbeln sie rein, um sich etwas zum essen zu suchen.“ Mittlerweile hat sie ausgesprochen viel Angst, dass ihr eines Tages selbst eine Ratte völlig unvermittelt ins Gesicht springt.

Angst um Kinder und Gesundheit

Die Umstände zwingen die junge Mutter dazu, ihren Töchtern das unbeschwerte Spielen vor der Haustür zu untersagen. Und nicht nur sie und ihre Kinder meiden so gut es geht den Bereich. Karolina Jurewicz berichtet von einer Nachbarin, die auf dem Weg nach draußen eigens einen Umweg wählt, um bloß nicht an den Mülltonnen vorbeigehen zu müssen.

Wiederholt hat sie nach eigener Aussage das Wohnungsunternehmen LEG als Vermieterin des Mehrfamilienhauses kontaktiert und um Hilfe gebeten: „Ich habe denen gesagt, dass wir Angst um die Kinder und um die Gesundheit haben.“ Daraufhin habe man ihr versprochen zu handeln. Geschehen sei bislang aber nichts. Sie berichtet von ihrer Nachbarin, die ebenfalls mehrfach bei der LEG angerufen habe, um auf die Missstände hinzuweisen.

Wer ist eigentlich verantwortlich für die Bekämpfung von Ratten und ist eine Beseitigung überhaupt notwendig? „Unbedingt“, sagt Franz-Josef Gövert vom städtischen Grünflächenamt. Die Anzahl von bis zu zehn Ratten sei schon enorm, eine Bekämpfung sei aufgrund der Gesundheitsvorsorge nötig und vom Grundstückseigentümer zu veranlassen.

Köder wurden ausgelegt

Und was sagt die LEG? „Die Rattenproblematik im Stadtlohnweg ist uns bekannt, und wir tun alles, um hier wieder schnellstmöglich für Abhilfe zu sorgen“, so Pressesprecherin Judith-Maria Gillies. „Bereits Anfang Mai haben wir einen Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung eingeschaltet.“ Dieser habe an geeigneten Stellen in der Wohnanlage und am Haus Köderfallen aufgestellt.

In einem Turnus von zehn Tagen würden die Köder dort auf sogenannten Anfraß kontrolliert. „Die Maßnahme wird erst dann beendet, wenn kein Anfraß mehr vorhanden ist. So weit ist es im Stadtlohnweg leider noch nicht.“ Das habe jetzt eine aktuelle Nachfrage ergeben.

„Solange die Maßnahme noch läuft, können wir unsere Mieter nur um Geduld bitten – und um ihre freundliche Unterstützung“, so Judith-Maria Gillies. Ihr Unternehmen sei „zuversichtlich, dass der Stadtlohnweg bald wieder rattenfrei sein wird“.

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