Di., 19.06.2018

Protestcamp vor dem Schloss Kleine Pflaster gegen die Wohnungsnot

 Keine Wohnungen: Studenten beziehen Zelte vor dem SchlossSo ein Aufenthalt im Zelt macht Spaß – solange man nicht dauerhaft darin wohnen muss.

 Keine Wohnungen: Studenten beziehen Zelte vor dem SchlossSo ein Aufenthalt im Zelt macht Spaß – solange man nicht dauerhaft darin wohnen muss. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Studierende von Universität und Hochschule haben am Dienstag vor dem Schloss ein Protestcamp für mehr bezahlbaren Wohnraum bezogen.

Von Björn Meyer

Die Allgemeinen Studierendenausschüsse von Universität und Fachhochschule haben am Dienstagabend zum wiederholten Male ein Protestcamp vor dem Schloss organisiert. „Wir fordern mehr studentischen Wohnraum“, stellte Jura-Studentin Jessica Panhorst vom AStA der Universität deutlich die Forderung der vornehmlich jungen Gäste des Protestcamps heraus.

Immer wieder verzögerten sich Bauprojekte wegen ausbleibender Baugenehmigungen und Bürokratie, doch das größte Problem für das Studierendenwerk sei sicherlich der Mangel an Grundstücken, bezog Paula Aguilar-Sievers Stellung.

Luca Horoba, Student der Geografie und Soziologie sowie gleichzeitig Vertreter der „Projektstelle Wohnraum“ des AStA, stellte klar, dass er zwar durchaus sehe, dass die Stadtverwaltung einiges unternehme. Im Resultat aber „reicht das leider vorne und hinten nicht“. Die Politik, so Horoba, sei jetzt am Zug, denn: „Derzeit halten wir das studentische Wohnen immer nur mit ganz kleinen Pflastern am Leben“, so der 24-Jährige.

Fotostrecke: Wohnraum-Protestcamp vor dem Schloss

Er hält es für unabdingbar, dass auch in den ehemaligen Kasernen York und Oxford vermehrt studentisches Wohnen einziehe. Zum einen als provisorische Lösung so schnell wie möglich, zum anderen aber auch, wenn auf den Geländen neue Wohnquartiere entstehen werden. „Es geht gar nicht anders“, so Horoba, der darauf verwies, dass man mittlerweile unter den Studenten eine Pendlerquote von 30 Prozent habe – Tendenz steigend. Für ihn eine nicht tragbare Situation, denn wer Wissenschaftsstadt sein wolle, müsse eben auch dafür sorgen, dass der wissenschaftliche Nachwuchs Platz zum Wohnen und Studieren habe.

Dieser Meinung schlossen sich auch viele Studenten an. „Wohnraum muss bezahlbar sein“, befand Pia Schulze, die ebenso am Abend ihr Zelt aufbaute, wie die beiden Freundinnen Lisa Körber (20) und Helena Löffelholz (21). „Ich kenne die Problematik von meiner Wohnungssuche. Auch viele meiner Freunde mussten monatelang suchen“, erzählte Körber, stellte aber auch klar: „Das gilt nicht nur für uns Studenten, sondern auch für alle anderen Leute in der Stadt.“

Zum Thema

Am Mittwoch (20.6.) findet im Schloss ab 18 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Politik statt.

 

 



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