Umfrage der Kaufleute: Frequenz in der City bröckelt
Besucher gegen weitere Events

Münster -

Münster muss sich anstrengen, um als Einkaufsstadt beliebt zu bleiben. Das hat die Initiative Starke Innenstadt ermittelt.

Mittwoch, 20.06.2018, 20:22 Uhr aktualisiert: 20.06.2018, 21:00 Uhr
Umfrage der Kaufleute: Frequenz in der City bröckelt: Besucher gegen weitere Events
Foto: Jürgen Christ

Münster-Besucher wünschen sich keine weiteren Events in der Stadt. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage, die die Initiative Starke Innenstadt (ISI) in Auftrag gegeben hat. Ferner kommen die Interviewer zu dem Ergebnis, dass der zunehmende Internet-Einkauf die Bereitschaft senkt, in die Stadt zu fahren.

"Tiefe Einblicke in die Erwartungen von Innenstadtbesuchern"

Mehr als 1600 Menschen aller Altersklassen nahmen an der Umfrage teil „und erlauben tiefe und repräsentative Einblicke in die Erwartungen von Münsters Innenstadtbesuchern“, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Besonders sensibel für den Einzelhandel sei die Entwicklung des Einkaufsverhaltens. Weil vor drei Jahren knapp 1000 Teilnehmer einer sehr ähnlichen Befragung die gleichen Fragen beantworteten, lässt sich die Entwicklung der letzten drei Jahre nachzeichnen. Beim Internet-Einkauf „sehen wir eine hohe Dynamik und zum Teil deutliche Zuwachsraten in fast allen Altersgruppen“, meint Tobias Vie­hoff, Sprecher der Initiative Starke Innenstadt.

Deutlicher Zuwachs beim Internetkauf

So hat etwa die Hälfte der 60- bis 69-Jährigen 2017 Kleidung regelmäßig oder zumindest sporadisch im Internet gekauft. 2014 war es noch ein Drittel. Auch bei Schuhen, Einrichtungsgegenständen und Schmuck gibt es deutliche Zuwachsraten. Bei den über 70-jährigen Kunden indes kann das Internet nicht zulegen.

70 Prozent der Münsterländer kommen mehr als zehn Mal jährlich in die Stadt, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Bei den noch weiter weg Lebenden sind es 39,7 Prozent (bis 1,5 Autostunden entfernt) und 23,8 Prozent (mehr als 1,5 Autostunden entfernt). „Wer aus dem Emsland oder aus dem Sauerland mehr als zehn Mal jährlich nach Münster kommt, muss ein begeisterter Freund der Stadt sein“, so ISI-Sprecher Matthias Lückertz.

Leere Innenstädte sind alles andere als sexy.

ISI-Sprecher Matthias Lückertz

Doch auch in Münster bröckelt die Frequenz. Die Fahrt in die Innenstadt könnte gar aus der Mode kommen. „Leere Innenstädte sind alles andere als sexy“, so Lückertz. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es bereits 20,0 Prozent, bei den unter 30-Jährigen gar 30 Prozent, die auf City-Besuche verzichten.

Unsere heimlichen Lieblingsorte in Münster

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  • Von Boule-Anlagen über Liegeplätze bis zum Trimm-dich-Parcours: Wir haben unsere heimlichen Lieblingsorte in Münster zusammengestellt. Wer gerne aktiv ist oder einfach nur chillen möchte, wird hier definitiv fündig.

    Foto: hpe,cs,dpa
  • Wienburgpark

    Nicht nur der Spielplatz der gerne auch Nordpark genannten Anlage ist absolut beliebt. Aber auch einfach zum Spazierengehen oder Joggen lädt das ungefähr 37 Fußballfelder große Gebiet ein...

    Foto: Cengiz Sentürk
  • ... Hier trainieren Jugger, das Frisbeefestival findet statt und zum Skaten und Basketballspielen ist ebenso genug Platz... 

    Foto: hpe
  • ... Es gibt einen Trimm-dich-Parcour, ein angrenzendes Café und im Sommer lädt die Wiese zum Chillen und Grillen ein. 

    Foto: Stadt Münster
  • Wasserspielplatz (Bennostraße)

    Er ist zwar nicht übermäßig groß und reich an Spielgeräten bestückt, aber trotzdem ein besonderer unter Münsters Spielplätzen. Für Mütter und Väter von Kleinkindern, die (zwangsläufig) viel Zeit zwischen Schaukeln, Rutschen sowie in Sandkästen verbringen, ist dieses Plätzchen eine willkommene Abwechslung. Denn: Hier können sich die Kleinsten dank eines Brunnens nach Herzenslust mit Wasser vergnügen. 

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Staufenplatz

    Am Rande des Mauritz-Viertels ist dieser Platz ein beliebter Treff- und spontaner Sammelpunkt. Hier tummeln sich tagsüber viele Eltern mit ihren Kindern (einige Spielgeräte sind auf einem Mini-Spielplatz vorhanden). Es wird Fußball gespielt und der Tischtennisschläger an einer Steinplatte geschwungen). Bücherwürmer lassen sich hier gern zum Schmökern  nieder, andere wiederum genießen in der Sonne ihren Kaffee oder ein Kaltgetränk (Verpflegungsangebote gibt es vor Ort). Der Staufenplatz zählt beim jährlichen “4tel-Fest” zu einem der zentralen Orte, der Knotenpunkt ist dann dicht besetzt mit Flohmarktständen, Verkäufern und Besuchern. In den Sommermonaten wird abends hier manchmal auch in größeren Gruppen getanzt.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • KiKaKu (Norbertstraße)

    Im Herzen des Josefviertels eröffnet sich ein Platz, der zum Chillen einlädt. Denn dort kreuzen sich gleich fünf Straßen. Und in der Mitte steht das KiKaKu: Kiosk Kunst Kultur heißt das. Das grüne Kioskhäusschen erinnert mit seinem kleinen Vordach an die mittlerweile zum Teil denkmalgeschützten Kioske im Ruhrgebiet. Von 9 bis 14 und von 16 bis 21 Uhr bekommt man hier Getränke, Zeitungen und Süßigkeiten.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Martin Niemöller-Park

    Ein Geheim-Tipp: Versteckt am äußeren Rand des Kreuzviertels liegt dieses idyllische Fleckchen. Dieser Park macht seinem Namen als Grünanlage alle Ehren - er bietet dank der vielen Bäume ringsum reichlich Schattenplätze, wenn man mal nicht in der prallen Sonne Picknick machen will. Ein Spielplatz sowie eine Tischtennis-Platte sind in dem Park, der versteckt mitten im Wohngebiet liegt, ebenfalls vorhanden.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Kreuzschanze mit Spielplatz-Anschluss

    Für Sonnenanbeter, die zentral in der Innenstadt ein Liegeplätzchen suchen aber nicht gern direkt an der Promenade liegen wollen, bietet sich die Kreuzschanze an. Auf Höhe Promenade/Am Kreuztor befindet sich auf dem dortigen Hügel eine etwas versteckte Rasenfläche, auf der auch häufiger gegrillt wird. Auf der hinteren Hügelseite zur Kleimannstraße gelegen befindet sich ein netter Spielplatz für Kleinkinder mit einer Kletterwand und einer ausrangierten Dampfwalze. “Versorgungsquellen” sind dank eines Supermarktes und eines Cafés schnell erreichbar.  

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Flugzeug-Spielplatz mit gegenüberliegender Rasenfläche

    Neben dem Aasee ist dieser Abschnitt der Promenade auf Höhe Neubrückentor vermutlich an Sonnentagen einer der beliebtesten Treffpunkte, um die Picknickdecke oder eine Liegeunterlage auszurollen. Jedenfalls sind die Plätze auf den Rasenflächen am Coerdeplatz und am Zwinger sehr begehrt. Es wird gegrillt, Federball und Wikingerschach (Kubb) gespielt. Bei vielen Eltern mit Kleinkindern ist der gegenüberliegende Spielplatz mit dem Flugzeug ein fester Programmpunkt in der Wochenplanung. Etwas versteckt am Coerdeplatz befindet sich noch ein kleiner Bolzplatz für größere Kinder.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Sentruper Höhe

    Für Sportbegeisterte ein Mekka: Hier kann man sich austoben - überwiegend kostenlos. 

    Foto: Cengiz Sentürk
  • ... Auf Asphaltplätzen kann man den Tennis- oder Speckbrettschläger schwingen. Besonders begehrt sind bei entsprechendem Wetter vor allem auch die Beachvolleyballfelder... 

    Foto: Cengiz Sentürk
  • ... Tischtennisplatten, ein Trim-dich-Pfad sowie Fußballpätze gehören unter anderem ebenfalls zur Sportanlage. Auch Zuschauer bekommen hier sehenswerten Sport zu sehen - beispielsweise “exotische” Sportarten wie American Football oder Lacrosse. Natürlich sind Umkleidekabinen und duschen auf dem Gelände untergebracht.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Bouleanlage am Aasee

    Der Aasee ist ein kleines Naherholungsgebiet bestens bekannt - insbesondere die Rasenfläche rund um die Aaseekugeln. Vielleicht noch nicht jeder Besucher von Münsters bekanntestem Gewässer kennt aber die Bouleanlage im Aasee-Park. Mehrere Anlagen befinden sich hier auf einer kleinen Anhöhe auf Höhe der Annette-Allee zwischen dem Segel-Club und dem Restaurant & Café Himmelreich.

    Foto: Cengiz Sentürk

Museums- und Kino-Besuche sind wichtig für Münster-Fans, ebenso Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt. Verkaufsoffene Sonntage haben im Vergleich dazu eine geringere Magnetwirkung. „Die meisten Menschen erwarten von Münster keine weiteren Events. Münster selbst ist das Event“, kommentiert Viehoff die Ergebnisse. „Viele Kunden meiden die Innenstadt sogar wegen der vielen Veranstaltungen.“

"Das Gros kommt aus dem Umland"

Beim Stichwort Erreichbarkeit spielt das Auto eine überragende Rolle. Die Münsterländer fahren zu 92,6 Prozent mit dem eigenen Pkw nach Münster, bei Besuchern im Radius bis zu 1,5 Autostunden sind es sogar 94,3 Prozent.

ISI-Sprecher Viehoff: „In vielen Fällen machen Münsteraner nur ein Drittel der Kunden aus. Das Gros kommt aus dem Umland.“

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