Fr., 22.06.2018

Unterkünfte für obdachlose Familien Neue Nachbarn am Sandfortskamp

Marco Ruppel (Fachstelle Wohnsicherung, v.l.), Kerstin Hellmann (Einrichtungsleiterin Hoher Heckenweg), Leo Schnarr (Einrichtungsleiter Sandfortskamp) und Florian Stritzke (Fachstellenleiter Wohnsicherung) zeigten den Bürgern die Räumlichkeiten.

Marco Ruppel (Fachstelle Wohnsicherung, v.l.), Kerstin Hellmann (Einrichtungsleiterin Hoher Heckenweg), Leo Schnarr (Einrichtungsleiter Sandfortskamp) und Florian Stritzke (Fachstellenleiter Wohnsicherung) zeigten den Bürgern die Räumlichkeiten. Foto: Björn Meyer

Münster - 

Bis vor kurzem wohnten in den Häusern am Sandfortskamp noch Flüchtlinge, im September sollen hier obdachlose Familien einziehen.

Von Björn Meyer

Am Sandforts­kamp hat die Stadtverwaltung Anwohnern am Donnerstag die Tore der neuen Unterkunft für obdachlose Familien präsentiert. Anders als zuletzt bei der Unterkunft „Hoher Heckenweg“ hielt sich das Interesse aus der Bürgerschaft allerdings in Grenzen.

Die vier doppelstöckigen Häuser, deren Kapazität die Stadt mit 30 Plätzen beziffert, dienten bis vor kurzem als Unterkünfte für Flüchtlinge und sollen zum 1. September bezugsfertig sein.

„Es gibt viele Gründe, warum Familien obdachlos werden können“

„Es gibt viele Gründe, warum Familien obdachlos werden können“, erklärte Marco Ruppel von der Fachstelle Wohnungssicherung des Sozialamtes am Donnerstag. Allein rund 400 Räumungsklagen gebe es im Stadtgebiet jedes Jahr. Die große Mehrzahl könne zwar abgewendet werden, doch immer gelinge das eben nicht. Mietschulden, so Ruppel, seien ein häufiger Grund für Wohnungslosigkeit. Aber auch Brände, häusliche Gewalt, Eigenbedarf der Vermieter oder gekündigte Mietverträge ohne bereits einen neuen in der Tasche zu haben, würden Familien in die Wohnungslosigkeit führen. „Die Stadt ist unterbringungspflichtig“, stellte Ruppel klar, machte aber auch deutlich, dass man bei der Art der Unterbringung durchaus Spielraum habe. Schutz vor Wind und Wetter seien die vorrangigen Kriterien.

Dauerhaft unterbringen möchte die Stadt die Familien in ihren Unterkünften übrigens nicht. Durch Unterstützung sollen die Familien schnell wieder dem normalen Wohnungsmarkt Fuß fassen.



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