Generalmusikdirektor Golo Bergs Einstand bei den neunten AaSeerenaden
Operngala auf der Seebühne

Münster -

Vom 13. bis zum 15. Juli gehen die neunten „Aaseerenaden“ über die Bühne. Im Mittelpunkt am Samstagabend steht traditionell das Sinfonieorchester Münster, erstmals hier geleitet von seinem Chefdirigenten Golo Berg. Der Generalmusikdirektor erzählt im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Harald Suerland von seinen Plänen.

Freitag, 22.06.2018, 17:00 Uhr aktualisiert: 22.06.2018, 18:40 Uhr
Münsters Generalmusikdirektor Golo Berg steht bei der neunten Ausgabe der AaSeerenaden am Dirigentenpult des Sinfonieorchesters Münster.
Münsters Generalmusikdirektor Golo Berg steht bei der neunten Ausgabe der AaSeerenaden am Dirigentenpult des Sinfonieorchesters Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Sie dirigieren das Sinfonieorchester Münster normalerweise auf der Theaterbühne oder im Orchestergraben, jetzt aber Open Air am Aasee. Eine große Umstellung?

Golo Berg: In den letzten 25 Jahren habe ich sehr viele Open-Air-Konzerte geleitet, zum Teil auch schon an sehr schönen Orten wie beim Classic Opern Air auf dem Berliner Gendarmenmarkt mit bis zu 8000 Zuschauern – dort sind die Karten allerdings ziemlich teuer (lacht). Dabei habe ich schon alles Mögliche erlebt – von brütender Hitze über Sommergewitter bis hin zur angespannten Sicherheitslage.

Und mit den klanglichen Ergebnissen waren Sie zufrieden?

Berg: Seit 14 Jahren arbeitet dieselbe Tonfirma dort, die haben das gut im Griff. Als Dirigent gibt man ja einen Teil seiner Verantwortung an sie ab, man hat nicht denselben Einfluss auf die Klangbalance wie im normalen Konzert.

Haben Sie das auch schon in Münster auf dem Aasee erlebt?

Berg: Leider hatte ich im vergangenen Jahr noch keine Möglichkeit dazu. Aber ich habe viel Tolles über die Aaseerenaden und die Übertragungen von der Aaseebühne gehört.

Was für ein Programm wollen Sie anbieten?

Berg: Wir werden eine Operngala präsentiere, moderiert vom Intendanten Ulrich Peters, der ja ein großer Fachmann auf dem Gebiet der Oper ist und wirklich alles kennt. Open Air und Operngala gehören für mich einfach zusammen. In Berlin hatte ich zum Beispiel schon Montserrat Caballé und José Cura als Solisten.

Aber in Münster geht es ja sicherlich nicht um den einzelnen Stargast, sondern um die Vielfalt?

Berg: Ja, wir haben sieben Sänger aus dem Opernensemble für das Konzert begeistern können. Jeder von ihnen präsentiert eine Arie, und dann gibt es natürlich auch große Ensemble-Stücke. Und eine Überraschung bei den Ouvertüren ...

In Ihren Konzertprogrammen gibt es normalerweise einen inhaltlichen roten Faden. Hier auch?

Berg: Genau. Wir spielen ausschließlich italienische Oper, und wir konzentrieren uns auf Musik von Rossini, Donizetti und Verdi. Den Stil des Verismo und auch Puccini sparen wir uns für spätere Gelegenheiten auf. Aber es gibt das ganze Spektrum der Gefühle, das Motto lautet „Amore e tormento“, also Liebe und Pein.

Sie haben es schon angedeutet, das Orchester brilliert an solchen Abenden mit Ouvertüren. Was spielen Sie denn nun?

Berg: Natürlich Rossinis „Barbier von Sevilla“. Aber dann, im zweiten Teil, eben nicht die Ouvertüre zur „Macht des Schicksals“ von Verdi, sondern die seltener gespielte zur Oper „Luisa Miller“ – ein tolles Stück!

Ihr Vorgänger Fabrizio Ventura hat ja im vorletzten Jahr den kompletten Beethoven-Sinfonien-Zyklus gespielt. Das wäre nicht so Ihr Ding?

Berg: Da er zuvor die Werke in den Sinfoniekonzerten gespielt hatte, bot sich das in diesem Fall wunderbar an. Aber normalerweise steht bei den Open-Air -Konzerten natürlich die Unterhaltung im Vordergrund. Wie im letzten Jahr mit Respighis „Pini di Roma“.

Dann also von Beethoven eher so ein Schlachtross wie „Wellingtons Sieg“?

Berg: (lachend) Das Stück ist gar nicht so schlecht wie man meint, vielleicht sollten wir es tatsächlich bei den Jubiläums-Aaseerenaden im kommenden Jahr spielen. Dann aber kombiniert mit Tschaikowskys „1812“ – mit Kanonendonner und Kirchenglocken!

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