WM-Häppchen
Er wollte erst nicht, jetzt guckt er doch

Münster -

Ägypten hat eine lange Geschichte – und mit der großen Tradition seiner Heimatstadt ist Ahmed Abdelsalam etwas pingelig. Der 48 Jahre alte Islamwissenschaftler kommt aus der Stadt Damahur. Die liegt in Nordägypten nahe dem Nildelta und ist viel älter als das deutlich größere benachbarte Alexandria.

Montag, 25.06.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2018, 12:33 Uhr
Ahmed Abdelsalam drückt Ägypten die Daumen.
Ahmed Abdelsalam drückt Ägypten die Daumen. Foto: privat

Ahmed Abdelsalam teilt sein Leben aktuell etwa in zwei „Halbzeiten“: 26 Jahre lebte er in Ägypten, seit 22 Jahren ist er in Deutschland. Zum Studieren und Promovieren kam er 1996 nach Halle an der Saale, machte an der dortigen Uni schließlich in Islamwissenschaften seinen Doktor und gründete eine Familie, nahm die deutsche Staatsangehörigkeit an. Seit 2013 lebt er mit seiner Frau und den jetzt knapp elf und neun Jahre alten Kindern in Münster und lehrt am Zentrum für islamische Theologie der Universität.

Fußball in Ägypten ist eine große Sache – er selbst verbindet mit internationalen Auftritten der Nationalmannschaft einen „ziemlichen Frust“. 1990 schafften es die Ägypter zuletzt ins Teilnehmerfeld einer Fußball-WM, „ich war damals sehr euphorisch“, erzählt Ahmed Abdelsalam – und ergänzt, wie schnell das Team damals unterging und nach der Vorrunde ausschied. „Danach wollte ich nie mehr Fußballspiele gucken“, sagt Abdelsalam.

Humus als Dip

Von diesem Vorsatz ist er mittlerweile abgerückt, allein schon deshalb, weil seine Tochter die Spiele sehen will.

Eine Chance für die Ägypter weiterzukommen gibt es indes nicht. Nach einem 0:1 gegen Uruguay und der 1:3-Niederlage gegen Russland gibt die Elf vom Nil ihre Abschiedsvorstellung. Das Spiel gegen Saudi-Arabien ist allenfalls politisch betrachtet hochspannend. Ägypten, ist Abdelsalam überzeugt, „hat in jedem Fall das bessere Team“.

Sein Rezept für einen ägyptischen Imbiss beim Spiel ist denkbar einfach: Humus schmeckt als Dip und ist leicht selbst zu machen. Trockene Kirchererbsen werden in Wasser eingeweicht oder fertig im Glas gekauft. Sie werden püriert, mit Olivenöl, etwas Chili und Salz vermengt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5847640?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker