Di., 26.06.2018

Amnestie läuft aus Nur wenige Waffen landen bei Polizei

In vielen Städten machen die Besitzer illegaler Waffen nur wenig Gebrauch von der Amnestie.

In vielen Städten machen die Besitzer illegaler Waffen nur wenig Gebrauch von der Amnestie. Foto: dpa

Münster - 

Noch bis zum 1. Juli gilt eine Waffen-Amnestie - zum zweiten Mal nach 2009. Doch sie scheint nicht sonderlich erfolgreich zu sein.

Von Dirk Anger

Noch bis zum 1. Juli 2018 läuft die zweite Waffen-Amnestie. Sie ermöglich die straffreie Abgabe illegal besessener Waffen und Munition. Doch der Erfolg der Aktion, die im Sommer vergangenen Jahres angelaufen ist, hält sich in Grenzen. In jedem Fall liegt die Zahl der abgegebenen Waffen kurz vor Toresschluss deutlich hinter der ersten Amnestie 2009 zurück.

Beim Polizeipräsidium in Münster wurden bislang 28 Waffen von 24 verschiedenen Personen abgegeben, wie Pressesprecherin Vanessa Arlt auf Anfrage berichtet. Dabei handele es sich vornehmlich um Kleinkaliberwaffen, insbesondere Gewehre mit Sechs-Millimeter-Geschossen. Aber auch erlaubnispflichtige Schreckschusswaffen sind laut Arlt im Polizeipräsidium gelandet. Dagegen wurden bislang keine historischen Waffen im Rahmen der Amnestie in Münster abgegeben.

2009, beim ersten Mal, wurden nach Polizei-Angaben 192 erlaubnispflichtige Waffen in Münster eingesammelt; NRW-weit waren es mehrere Zehntausend. Das NRW-Innenministerium spricht nach Agentur-Angaben von 40 000 Waffen. Diesmal werden es bis zum Ablauf der Frist wohl deutlich weniger sein, heißt es in Polizeikreisen.

Waffen-Anzahl im Land verringern

Über den Grund für die geringe Zahl an abgegebenen Waffen kann nur spekuliert werden: Mutmaßlich haben viele Menschen ihre illegalen Waffen schon bei der ersten Amnestie abgegeben, heißt es. Anders als vor einigen Jahren ist es diesmal nicht möglich, illegal besessene Waffen an Personen zu übereignen, die im Besitz einer Waffenbesitzkarte sind. Wer seine Waffe im Polizeipräsidium abliefert, muss gleichzeitig deren Vernichtung zustimmen.

Grund für die auslaufende Amnestie ist das vor einem Jahr in Kraft getretene geänderte Waffenrecht. Personen, die illegal Waffen und Munition besitzen, wurde in diesem Zuge für den Zeitraum von zwölf Monaten eine Amnestie bei der Abgabe gewährt. Das bedeutet, dass Waffen und Munition der Polizei straffrei übergeben werden können.

Damit wird das Ziel verfolgt, die Anzahl der Waffen im Land zu verringern. Nicht selten kommen Menschen im Erbfall an Waffen. Außerdem werden Waffen auch bei Aufräumarbeiten etwa auf dem Dachboden oder im Keller entdeckt.



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