Rektorat soll Verbindung streichen
Vorwurf gegen Burschenschaft: Nähe zur „Identitären Bewegung“

Münster -

Ein Bündnis von Hochschulgruppen wirft einer schlagenden Verbindung Nähe zur „Identitären Bewegung“ vor: Das Rektorat möge die Burschenschaft aus der offiziellen Uni-Liste streichen, heißt es.

Dienstag, 26.06.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2018, 07:07 Uhr
Das Rektorat der Uni gibt sich zurückhaltend: Man lasse derzeit prüfen, ob die Vorwürfe schwerwiegend sind, heißt es.
Das Rektorat der Uni gibt sich zurückhaltend: Man lasse derzeit prüfen, ob die Vorwürfe schwerwiegend sind, heißt es. Foto: Oliver Werner

In vielen Fragen ist das Studierendenparlament der Universität nicht einig. In dieser Frage waren die Gruppen offenbar einig, wie es in einem Brief an das Rektorat der Universität heißt. Die Unterzeichner fordern, die Burschenschaft Franconia aus der offiziellen Liste der Hochschulgruppen an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) zu streichen. Begründet wird die Bitte mit dem Hinweis auf die von den Unterzeichnern kritisierten „personellen und inhaltlichen Nähe“ zu der rechtslastigen „Identitären Bewegung“.

Das Rektorat habe den offenen Brief zum Anlass genommen, „eine interne Arbeitsgruppe zur Prüfung der Vorwürfe einzurichten“, heißt es aus dem Schloss. „Aufgabe der AG wird es ausschließlich sein, zu prüfen, ob die Franconia durch ihre Betätigung „das Vertrauensverhältnis zur Universität in einem solchen Maße beeinträchtigt, dass ein Verbleib der Vereinigung in der Liste für die Universität unzumutbar ist“, wie es in den Grundsätzen für die Eintragung von „Vereinigungen von Mitgliedern der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in die beim Rektorat der WWU geführte Liste“ heiße, erklärt ein Sprecher der Universität.

Vorwurf: Rechte Hetze

Der Franconia verschaffe der Status als Hochschulgruppe Anerkennung und Legitimation, heißt es unterdessen in dem Schreiben, das von den Referaten des AStA, fünf Fachschaften, der Gruppe Campus Grün und der Juso-Hochschulgruppe unterschieben ist. Die Legitimation als Hochschulgruppe erleichtere es der Burschenschaft „ihre rassistischen, geschichtsrevisionistischen und antidemokratischen Botschaften auch außerhalb des extrem rechten Spektrums zu verbreiten“, wie es weiter heißt. Die Universität dürfe rechter Hetze keine Plattform bieten.

Ein Arbeitskreis „Burschenschaften und Verbindungen“ an der Universität hat ein umfangreiches Dossier über die laut eigener Homepage 1878 als „erste schlagende Verbindung“ Münsters, gegründete Franconia erarbeitet, das der nationalistischen Orientierung der Verbindung nachgeht.

Neben der ideellen Zugehörigkeit als Gruppe zur WWU haben die in der Liste geführten Gruppierungen etwa den Vorteil, kostenfrei Räume der Universität mieten zu können.

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