Naturkundemuseum eröffnet neue Ausstellung
Eine Ausstellung mit Hirn

Münster -

Selbst Fachleute stöhnen: Das Gehirn ist ein komplexes Thema. Das münsterische Naturkundemuseum hat sich der Aufgabe gestellt und eine umfangreiche Ausstellung dazu zusammengestellt. „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ spannt einen Bogen von plastinierten Gehirnen bis zu künstlicher Intelligenz von Robotern.

Mittwoch, 27.06.2018, 06:34 Uhr
Ein plastiniertes menschliches Gehirn: Das Exponat gehört zur neuen Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ im LWL-Naturkundemuseum.
Ein plastiniertes menschliches Gehirn: Das Exponat gehört zur neuen Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ im LWL-Naturkundemuseum. Foto: Gunnar A. Pier

„Wie erkläre ich das Gehirn, ohne das Wort Neuronen zu benutzen?“ Fragen wie diese haben in den vergangenen anderthalb Jahren viel Gehirnschmalz gekostet. Das Ergebnis dieser Mühen: Deutschlands vermutlich größte Ausstellung über das Gehirn. Am Freitag wird „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ im Naturkundemuseum eröffnet – mit 770 Objekten auf 1200 Quadratmetern, darunter Roboter, plastinierte Gehirne und zwei Scheiben aus Einsteins Gehirn.

Als Nicola Holm (33) das Thema für die neue Sonderausstellung hörte, war sie gleich elektrisiert. „Ich dachte: Oh, das wird aber komplex.“ Seit 2016 macht die studierte Biologin ein Volontariat, also die Ausbildung zur Ausstellungsmanagerin, beim LWL-Museum für Naturkunde. Sie lernt, wie sich auch schwierige Themen für ein breites Publikum verständlich darstellen lassen. „Wir haben fast ein Jahr recherchiert und uns ins Thema eingearbeitet“, berichtet sie. Erst dann ging‘s an die Umsetzung. „Wir zeigen gerne Details“, gesteht sie. „Aber wir müssen erst­ mal die Grundlagen vermitteln.“

Ausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl"

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  • In der Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl" im LWL-Museum für Naturkunde dreht sich alles ums Gehirn - wie hier die von Gepard (links) und Löwe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Reise ins Hirn mit dem modernen Touchscreen: Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier in der Ausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Maschinenmensch MM7 aus dem Jahr 1961 und der nagelneue Roboter KIM

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Erkennen sich Affen, wenn sie sich im Spiegel sehen?

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Julia Massier (Biologin und Ausstellungsmacherin)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Biologin und Volontärin Nicola Holm in der Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den spektakulärsten Exponaten gehören zwei Schnittpräparate aus dem Gehirn von Albert Einstein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Ausstellung wird vom 29. Juni 2018 bis 27. Oktober 2019 gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lisa Klepfer (Kuratorin am LWL-Museum für Naturkunde), Dr. Jan Ole Kriegs (Direktor des LWL-Museums für Naturkunde), LWL-Direktor Matthias Löb und Frank Tafertshofer (LWL-Pressestelle) bei der Pressekonferenz zur Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl" im LWL-Museum für Naturkunde (Naturkundemuseum) in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein plastiniertes menschliches Gehirn in der Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl" im LWL-Museum für Naturkunde (Naturkundemuseum) in Münster. Die Ausstellung wird vom 29. Juni 2018 bis 27. Oktober 2019 gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den spektakulärsten Exponaten gehören zwei Schnittpräparate aus dem Gehirn von Albert Einstein.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die ausstellung wird im Naturkundemuseum neben dem Zoo gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: LWL / Christoph Steinweg
  • Foto: LWL / Christoph Steinweg
  • Dr. Jan Ole Kriegs (Direktor des LWL-Museums für Naturkunde)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • LWL-Direktor Matthias Löb im Londoner Taxi.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Roboter Sonny aus dem Film "I, robot"

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Erkennen sich Affen, wenn sie sich im Spiegel sehen?

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein plastiniertes menschliches Gehirn in der Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl" im LWL-Museum für Naturkunde (Naturkundemuseum) in Münster. Die Ausstellung wird vom 29. Juni 2018 bis 27. Oktober 2019 gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den spektakulärsten Exponaten gehören zwei Schnittpräparate aus dem Gehirn von Albert Einstein.

    Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Zu den spektakulärsten Exponaten gehören zwei Schnittpräparate aus dem Gehirn von Albert Einstein.

    Foto: Oliver Werner

13 Themenbereiche

Also widmet sich die Ausstellung in 13 Themenbereichen dem Gehirn. Wie funktioniert es, was funktioniert nicht – und was ist überhaupt Intelligenz? „Das Gehirn schaut sich hier selbst beim Arbeiten zu“, formulierte es Matthias Löb am Dienstag bei der Vorstellung der Schau. „Wir wissen heute weniger als früher“, mutmaßt der Direktor des Landschaftsverbands (LWL). „Mit allem, was man entdeckt, hat man noch mehr Fragen.“ Ist es also ein Zeichen von Intelligenz, wenn man weiß, dass man nicht alles weiß?

Roboter führt durch die Räume

Die Ausstellung schlägt einen Bogen vom plasti­nierten Nervensystem des Berberaffen bis zum eigens angeschafften modernen ­Roboter „KIM“, der dank künstlicher Intelligenz und 3D-Kamera Besucher herumführt. Eine Picasso-Litho­grafie steht für kreative ­Intelligenz – das Gekrakel eines Schimpansen gleich daneben wohl auch, während präparierte Tiere beim Blick in den Spiegel Ich- ­Bewusstsein beweisen. In einem originalen Londoner Taxi wird eine Studie erläutert, die belegt, dass das Gehirn auch im Alter noch lernfähig ist.

Das Gehirn von Albert Einstein

Zu den spektakulärsten Exponaten gehören zwei Schnittpräparate aus dem Gehirn von Albert Einstein. Sie wurden aus Philadelphia eingeflogen – und gelten als Beleg dafür, dass sich Intelligenz nicht an der Gehirnstruktur festmachen lässt. Einsteins Hirn sieht aus wie alle – und nun?

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster

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  • Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt unter anderem die Dauerausttellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Entree in die Ausstellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel". Allen voran geht hier der Wasserbüffel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell eines Allosaurus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Täuschend echt: ein Neandertaler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Deinonychus antirrhopus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bär

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eisvogel

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Biber

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein etwa zweijähriger Wolf, der am 3. April 2017 nahe Petershagen angefahren wurde.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Museumsmalerin Beatrix Clement malt die erstellt die Dioramen, die im LWL-Naturkundemuseum in Münster die Ausstellungen zieren.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Museum befindet sich neben dem Allwetterzoo

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Entree in die Ausstellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel". Allen voran geht hier der Wasserbüffel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wolf

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Elch, lebte einst ebenfalls in Westfalen

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Entree in die Ausstellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel". Allen voran geht hier der Wasserbüffel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wollhaariges Mammut

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der seinerzeit letzte Wolf - geschossen am 19. Januar 1835 bei Ascheberg-Herbern.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein etwa zweijähriger Wolf, der am 3. April 2017 nahe Petershagen angefahren wurde.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein großer Bereich widmet sich Dinosauriern

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  • Allosaurus fragilis

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  • Deinonychus antirrhopus

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  • Tyrannosaurus rex

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  • Skelett eines etwa 20-jährigen Pottwal-Männchens

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  • Protorosaurus speneri

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  • Ambulocetus

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  • Longisquama insignis

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell eines Allosaurus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell eines Allosaurus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Anchirnis huxleyi

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schneehase und Polarfuchs

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Fennek

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Museumsmalerin Beatrix Clement malt die erstellt die Dioramen, die im LWL-Naturkundemuseum in Münster die Ausstellungen zieren.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier

Die Herausforderung: Ein komplexes Thema verständlich darstellen

„Das ist eine sehr kreative Arbeit.“ Volontärin Nicola Holm liebt ihren Job. Sie ist wie Kuratorin Lisa Klepfer und ihre Kollegin Dr. Julia Massier Biologin, also vom Fach, und gesteht, dass es manchmal schwergefallen sei, Details wegzulassen, um das selbst für Fachleute sehr komplexe Thema verständlich darzustellen.

770 Objekte, dazu 32 Audioguide -Stationen, 65 Tast­ modelle, 63 Medienstationen, 71 echte Gehirne: Mit dem Ergebnis ist Nicola Holm sehr zufrieden. „Ich möchte gerne die Euphorie, die ich bei diesen Themen empfinde, transportieren. Das liegt mir sehr am Herzen – und ich finde, das Museum ist der ideale Platz dafür!“

Die Ausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“

Die Ausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ wird am Freitag, 29. Juni 2018, eröffnet.

► Ort: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Höhe 285, 48161 Münster (neben dem Allwetterzoo).

► Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.

► Eintritt: Erwachsene 6,50 Euro, Kinder 4 Euro, Familien 14 Euro.

► Barrierefrei: Die Ausstellung ist dank Brailleschrift, einem mehrsprachigen Audioguide (D, E, NL) mit Audiodeskription, Tastmodellen und unter­titelten Filmen für Menschen mit und ohne Behinderung geeignet. Alle Ausstellungsbereiche sind für Gehbehinderte und Familien mit Kinderwagen zugänglich.

► Ende: Die Ausstellung läuft bis 27. Oktober 2019.

►Informationen: www.das-gehirn.lwl.org

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