Karlheinz Höhne hofft auf neue Erlaubnis
Ärger an der Vogelstange: Polizei verweigert Genehmigung

Münster -

Karlheinz Höhnes rollender Luftgewehrschießstand und seine mobile Vogelstange sind in Schützenkreisen bekannt. Allerdings wurde ihm persönlich die Genehmigung für die Vogelstange vor bald drei Jahren entzogen. Seitdem liegt er mit der Polizei im Clinch.

Mittwoch, 27.06.2018, 10:00 Uhr
Ein Bild aus besseren Schützentagen: Karlheinz Höhne 2012 in seinem Luftgewehrschießstand. Kurz zuvor hatte er sich auch eine mobile Vogelstange angeschafft, die er persönlich nun nicht mehr betreiben darf – er hofft, dass ihm die Erlaubnis bald wieder erteilt wird.
Ein Bild aus besseren Schützentagen: Karlheinz Höhne 2012 in seinem Luftgewehrschießstand. Kurz zuvor hatte er sich auch eine mobile Vogelstange angeschafft, die er persönlich nun nicht mehr betreiben darf – er hofft, dass ihm die Erlaubnis bald wieder erteilt wird. Foto: spe

Es ist die Zeit der Schützenfeste, die Vereine schießen ihre Könige aus. Dafür stehen in Münster nach Angaben der Polizei 31 feste Vogelhochstände zur Verfügung – sowie zwei mobile Anlagen. Eine davon betreibt Ingrid Höhne, die Tochter von Karlheinz Höhne; sie springt seit zweieinhalb Jahren für ihren Vater ein. Der 70-Jährige hofft unterdessen, dass er seine Genehmigung für den Schießstand bald wiederbekommt.

Noch schwelt aber eine Auseinandersetzung zwischen Höhne und der Polizei. Diese will sich nur grundsätzlich zum Thema äußern, nicht aber zum konkreten Fall. Weil es sich um ein „schwebendes Verfahren“ handelt, wie es heißt.

Fakt für Karlheinz Höhne ist, dass er bis vor wenigen Jahren mit seiner mobilen Vogelstange unterwegs war und „bis dahin alles in bester Ordnung“ gewesen sei. 2011 investierte er in die Anlage, seit 2006 existiert bereits sein Luftgewehrschießstand in einem Anhänger. Er habe sich stets an alle Vorgaben gehalten, versichert der Münsteraner. Der frühere Beamte meint, dass niemand sonst so strenge Auflagen einzuhalten habe.

Fehler eingeräumt

Höhne räumt aber einen Fehler ein, der ihm vor drei Jahren passiert sei: Damals habe er einem Schützenverein ein Kleinkalibergewehr abgekauft und dieses nicht sofort angemeldet. Als er die Anmeldung bei der Polizei nachholen wollte, verlor er seine Lizenz für das Betreiben der Vogelstange. Das Gewehr sei eingezogen worden.

Nach drei Jahren, meint Höhne, müsste ihm die Genehmigung wieder erteilt werden. Die Polizei betont dagegen, eine solche dreijährige Frist sei ihr nicht bekannt. Grundsätzlich könne der Erwerb von erlaubnispflichtigen Waffen nur unter strengen Voraussetzungen genehmigt werden. Dafür müssten kontinuierlich Nachweise der Zuverlässigkeit, der persönlichen Eignung und der Sachkunde erbracht werden. Entfielen die Voraussetzungen ganz oder teilweise, sei ein Widerruf der Erlaubnis zu prüfen.

Plädoyer für Gerechtigkeit und Fairness

Karlheinz Höhne ist überzeugt, alle Voraussetzungen mitzubringen, die von Sicherheitsrichtlinien bis zur Waffenhandhabung reichten. Ihm gehe es um Gerechtigkeit und Fairness: Er kritisiert „Unkenntnis unter anderem bei der Waffenkontrolle“ bei der Behörde, außerdem vermisse er Antworten auf seine Schreiben.

Ärger gibt es auch wegen des Luftgewehrschießstands. Der Münsteraner ist erbost, dass er die Geschosse, die sogenannten Diabolos, zählen soll. Jeweils 500 Stück befinden sich in einer Verpackung. Höhne spricht in diesem Zusammenhang von Schikane.

Die Polizei hingegen meint, dass sich die Belastung eines Schießstandes durch die Anzahl der abgegebenen Schüsse in einem bestimmten Zeitraum abbilden ließe. Im Übrigen könne ein „Erlaubnisinhaber“ den Verwaltungsakt durch das Verwaltungsgericht überprüfen lassen.

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