Rincklake van Endert schließt am Samstag
Abschied nach über 300 Jahren

Münster -

Nach über 300 Jahren Unternehmenstradition in Münster schließt das Einrichtungshaus Rincklake van Endert am Samstagmittag seine Türen. Der Insolvenzantrag ist gestellt, das Verfahren soll am 1. Juli eröffnet werden.

Mittwoch, 27.06.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 27.06.2018, 07:31 Uhr
Wer über die Weseler Straße in die Innenstadt Münsters fährt, kennt das Haus Rincklake van Endert auf der rechten Seite.
Wer über die Weseler Straße in die Innenstadt Münsters fährt, kennt das Haus Rincklake van Endert auf der rechten Seite. Foto: Matthias Ahlke

Das Einrichtungshaus ­ ­Rincklake van Endert ist in Münster eine Institution. Die lange Unternehmensgeschichte geht auf das Jahr 1681 zurück, das Stammhaus stand früher an der Rothenburg. Jahrhundertelang war Rincklake van Endert, kurz RvE, ein Inbegriff für stilvolle Inneneinrichtungen. In dieser Woche endet vorerst die Ära.

Schließung am Samstag

Am Dienstag war der letzte offizielle Verkaufstag im Erdgeschoss des markanten Geschäftshauses an der Weseler Straße, in dem inzwischen zahlreiche andere Unternehmen und Institutionen beheimatet sind. Ab Mittwoch werden die Markenmöbel durch einen Auktionator vor Ort versteigert.

Am Samstagmittag wird das Einrichtungshaus nach über 300 Jahren vorerst geschlossen. „Ich werde dann mit den Vermietern über die Beendigung des Mietverhältnisses sprechen“, sagt der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Dr. Norbert Küpper.

Zum zweiten Mal Insolvenz

Der Insolvenzantrag für Rincklake van Endert war vor drei Monaten wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt worden, am 1. Juli soll das Verfahren nun eröffnet werden.

Das traditionsreiche Einrichtungshaus geht damit nach dem Konkurs im Jahr 1997 zum zweiten Mal in die Insolvenz. Damals hatte sich Rincklake van Endert von seinem Stammhaus an der Rothenburg und von seinem Haus Mögroka getrennt. Die Unternehmensspitze sprach von einer schwierigen Situation in der Möbelbranche.

Konkurrenz durch Online-Handel

Im Jahr 2018 ist es vor allem der virtuelle Handel, der dem Traditionshaus zu schaffen macht. „Das ist einer der wesentlichen Gründe für die Schieflage. Das Möbelhaus hat erheblichen Umsatz verloren, weil es sich nicht gegen den Online-Handel durchsetzen konnte“, analysiert Küpper.

Der vorläufige Insolvenzverwalter führt Zukunftsgespräche mit „diversen Interessenten“, vornehmlich aus der Möbelbranche. „Sie interessieren sich für die Räume und die Mitarbeiter. Allerdings nicht für die Ware“, erklärt Küpper, warum das Einrichtungshaus bis Samstag leergekauft sein soll.

Sollten die Verhandlungen indes platzen, bliebe das Möbelhaus geschlossen. Zwölf von einst 19 Mitarbeitern, die ihr Gehalt aus dem Insolvenzausfallgeld beziehen, wären davon betroffen. Ihre Arbeitsverhältnisse müssten gekündigt werden.

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