Neue Ära in der Chirurgie am UKM
Hochpräzise und zitterfrei: Roboter operieren genauer als Ärzte

Münster -

Mit dem Stichtag 1. Juli wird am Universitätsklinikum Münster (UKM) der Grundstein für das erste interdisziplinäre Robotik-Zentrum der Region gelegt. "Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte startet am UKM die Ära Chirurgie 4.0: Neben der Klinik für Urologie sind wir ab jetzt in der Lage, einen zweiten 'da Vinci' in der Chirurgischen Klinik einzusetzen. Bisher haben wir das nur bei minimalinvasiven urologischen Operationen wie zum Beispiel besonders nervenschonenden Eingriffen an der Prostata und komplexen Nieren- und Harnblasenoperationen gekonnt“, so der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKM, Professor Robert Nitsch.

Mittwoch, 27.06.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 28.06.2018, 06:54 Uhr
das ist der neue „Kollege“ in den Operationssälen des Uniklinikums: der Operations-Roboter „da Vinci“, hier modellhaft in Aktion.
das ist der neue „Kollege“ in den Operationssälen des Uniklinikums: der Operations-Roboter „da Vinci“, hier modellhaft in Aktion. Foto: UKM / Elisabeth Deiters-Keul

Professor Andreas Pascher, seit April neuer Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, ist ausgewiesener Spezialist auf dem Gebiet der minimal-invasiven und roboterassistierten Operationsverfahren, heißt es in einer Pressemitteilung des UKM am Mittwoch.

Pascher hat schon an der Berliner Charité langjährige Erfahrungen mit diesen innovativen OP-Techniken gesammelt und will den Einsatz von „da Vinci“ am UKM weiterentwickeln: „Insbesondere in der Krebsmedizin verbessert die durch Menschenhand nicht zu überbietende Präzision von OP-Robotern die Behandlungsmöglichkeiten. Vor allem bei der Entfernung von Tumoren des Enddarmes, der Speiseröhre, des Pankreas und der Leber ermöglicht die Robotik uns Chirurgen eine besonders exakte und schonende Durchführung. Wichtig ist, dass der Patient weiß, dass die OP niemals in der Hand des Roboters alleine liegt.“

Hochpräzise und zitterfrei

Die Operationen mit „da Vinci“ werden über zentimeterkleine Bauchschnitte durchgeführt. Der Operateur hat durch eine dreidimensionale Full-HD-Videokamera mit mehr als zehnfacher Vergrößerung während des Eingriffs Sicht auf feinste Strukturen innerhalb des Körpers. Alle Bewegungen der vier Instrumentenarme des Roboters werden bei den Operationen vom Chirurgen an einer Konsole selbst ausgeführt und hochpräzise und zitterfrei übertragen.

Schneller wieder fit

Selbstständige Bewegungen führt das System nicht aus. Der Vorteil der robotergestützten minimalinvasiven Operationstechniken liegt laut Pressemitteilung nicht nur in der Hochgenauigkeit. Der Patient ist auch schneller wieder fit, weil er keine großen Operationswunden und später nur kleine Narben hat. Auch der Blutverlust sei deutlich geringer als bei herkömmlichen OPs.

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