Mi., 27.06.2018

Münsters Linken-Ratsherr Sagel übt scharfe Kritik „Schwarz-Grün ist eine Katastrophe“

Rüdiger Sagel

Rüdiger Sagel Foto: Oliver Werner

Münster - 

Schwarz-Grün ist nach Einschätzung von Linken-Ratsherr Rüdiger Sagel „eine ziemliche Katastrophe“. Am Mittwoch rechnete er mit der Politik des Rathausbündnisses in den vergangenen drei Jahren gründlich ab.

Von Martin Kalitschke

Alles gut – so könnte man die Leistungsbilanz zusammenfassen, die vor wenigen Tagen die CDU-Ratsfraktion anlässlich des dreijährigen Bestehens des schwarz-grünen Bündnisses präsentierte. Rüdiger Sagel sieht das vollkommen anders. Für den Ratsherrn der Linken ist die Zwischenbilanz von Schwarz-Grün vielmehr „eine ziemliche Katastrophe“.

Wohnungsbau- und Kita-Bilanz desaströs

So hätten CDU und Grüne ihr Ziel, das jedes Jahr 2000 neue Wohnungen entstehen sollen, ebenso verfehlt wie den Bau von 300 neuen Sozialwohnungen pro Jahr – 2017 einmal ausgenommen.

Auch die Kita-Bilanz von Schwarz-Grün fällt nach Sagels Einschätzung desaströs aus. So liege die U3-Versorgungsquote in Münster bei nur 45 Prozent, „in einer Stadt von der Größe Münsters sollte sie bei 70 Prozent liegen“.

Jedes zweite Kind in Armut

Und auch beim Thema Armut hat laut Sagels die Rathaus-Koalition versagt. „In Coerde, Kinderhaus und Berg Fidel wird jedes zweite Kind unter Armutsbedingungen groß. Außer den Linken scheint das keiner zu registrieren.“

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Bürger können Änderungsvorschläge machen, berücksichtigt werden sie aber nicht.

Rüdiger Sagel

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Bei Themen wie Hafencenter, Kulturcampus oder Dominikanerkirche sieht Sagel einen „Streit zwischen CDU und Grünen in allen Punkten“. Viele Bürger in der Stadt seien von der Ratspolitik „zunehmend angenervt“ – nicht zuletzt, da Bürgeranhörungen nach seiner Ansicht reine Show-Veranstaltungen sind. „Bürger können Änderungsvorschläge machen, berücksichtigt werden sie aber nicht.“

In den großen Themenbereichen versagt

Für den Linken-Politiker sind drei Jahre Schwarz-Grün eine einzige Fehlbilanz. „In den großen Themenbereichen wurde versagt.“ Der Oberbürgermeister tauche zunehmend ab, die SPD „eiert zwischen den Welten“ – und daran werde sich wohl bis zur Wahl 2020 auch nicht viel ändern.



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