Schuldebatte
Wie entwickelt sich die Schullandschaft weiter?

Münster -

Die dringend notwendige Sanierung des Schlaun-Gymnasiums hat die Schuldebatte um die Gymnasiallandschaft entfacht. Diskutiert wird nun auch über den Neubau eines zusätzlichen Gymnasiums.

Donnerstag, 28.06.2018, 09:00 Uhr aktualisiert: 28.06.2018, 09:23 Uhr
Das Schlaun-Gymnasium muss dringend saniert werden 
Das Schlaun-Gymnasium muss dringend saniert werden  Foto: Oliver Werner

Die Großbaustelle im Ostviertel für die neue sechszügige Mathilde-Annecke-Gesamtschule hat noch nicht einmal richtig begonnen, da wird in der Stadt schon über ein weiteres neues Schulprojekt nachgedacht. Die Debatte um die Zukunft des dringend sanierungsbedürftigen Schlaun-Gymnasiums an der Sonnenstraße ist voll entbrannt.

Neubau im Gespräch

In der Diskussion ist jetzt nicht nur die Sanierung oder mögliche Verlagerung des alten Innenstadt-Gymnasiums, sondern vor dem Hintergrund der Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit und den steigenden Schülerzahlen der Bau eines weiteren, ganz neuen Gymnasiums.

Gegen die von der CDU-Ratsfraktion und deren schulpolitischen Sprecherin Angela Stähler aufs Tapet gebrachten Pläne für ein zusätzliches Gymnasium würde sich der grüne Koalitionspartner grundsätzlich nicht sperren, wie deren Schulpolitiker Christoph Kattentidt betont. Der Bedarf an Gymnasialplätzen müsse allerdings genau analysiert werden. Deutlich geworden sei in den vergangenen Jahren indes ein permanenter erheblicher Mangel an Gesamtschulplätzen.

Vorteil: vielfältigeres Angebot an Fächern

Damit stimmt Kattentidt mit der SPD-Fraktion überein, die ebenfalls den größten Bedarf an einer weiteren Gesamtschule sieht. Wo und wie eine solche aber entstehen könnte, „da sind wir nicht festgelegt“, wie Ratsfraktionschef Dr. Michael Jung betont. Auch was den Bau eines weiteren neuen Gymnasiums angehe, sei die SPD offen.

Es sei dabei aber gut zu überlegen, ob die Stadt eine Fülle maximal vierzügiger Gymnasien wolle oder prüfe, ob bestehende Gymnasien, die bisher schon teilweise fünf Züge aufnehmen, entsprechend ausgebaut werden könnten. Den Vorteil größerer Schulen sieht Jung auch bei einem vielfältigeren Angebot an Fächern in der Oberstufe.

Runder Tisch berät

Über die Zukunft des Schlaun-Gymnasiums soll nun in der kommenden Woche an einem Runden Tisch von Vertretern aus der Schule, Politik, Schul- und Bauverwaltung beraten werden. Die Situation ist kompliziert: Eine Sanierung im Bestand würde dazu führen, dass die Schule etwa acht Jahre auf einer Baustelle arbeiten müsste. Wie dies bewerkstelligt werden kann, dazu hat auch Angela Stähler keine Idee. Für sie steht aber fest, dass das „Schlaun“ in die Innenstadt gehöre. Die Schule während der Sanierung Sie in einen Ersatzbau zu verlegen, sei ebenfalls kaum finanzierbar und praktikabel, betont Kattentidt. Er merkt auch an, dass die Stadt als Schulträger sich bei den Planungen nicht „ausschließlich vom Willen einer aktuellen Schulleitung abhängig machen“ könne. Der Schulleiter des Schlaun-Gymnasiums, Dr. Lothar Jansen, lehnt bekanntermaßen eine Verlagerung der Schule nach Gremmendorf vehement ab.

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