Strafzölle
Ex-Karnevalsprinz erfüllt sich Harley-Traum

Münster -

Karnevalsprinz war er schon, jetzt hat er eine Harley: Thorsten Geuting kaufte sich das Kult-Motorrad aus Amerika, bevor die neuen Strafzölle im Handelskrieg zwischen den USA und Europa greifen und die Preise steigen.

Freitag, 29.06.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 29.06.2018, 08:27 Uhr
Geschäftsmann Thorsten Geuting fuhr am Donnerstagmorgen zum ersten Mal mit seiner gebraucht gekauften Harley-Davidson in sein Büro an der Hammer Straße. „Der fette Sound ist einfach einmalig“, findet er.
Geschäftsmann Thorsten Geuting fuhr am Donnerstagmorgen zum ersten Mal mit seiner gebraucht gekauften Harley-Davidson in sein Büro an der Hammer Straße. „Der fette Sound ist einfach einmalig“, findet er. Foto: Matthias Ahlke

Thorsten Geuting träumte schon lange von einer Harley-Davidson. Aber er hat auch lange nach einem solchen gebrauchten Motorrad gesucht. „Eigentlich wollte ich eine elfenbeinfarbene Road King Police“, schwärmt Münsters Karnevalsprinz aus der Session 2012/2013. Doch die ist gar nicht so einfach zu finden.

Und dann, mitten in die Suche hinein, erklärte US-Präsident Trump Europa den Handelskrieg – mit der Folge, dass die amerikanische Kult-Marke Harley-Davidson teurer wird. „Viele Händler haben Lunte gerochen und versuchen, schnell noch Motorräder an den Mann zu bringen“, weiß Geuting.

Vergeltungszölle auf amerikanische Produkte

Die Europäische Union verhängte Vergeltungszölle im Umfang von 2,8 Milliarden Euro auf amerikanische Produkte, weil die Vereinigten Staaten ihrerseits die Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium erhöht hatten. Auf Harley-Davidson-Maschinen, die bis zu 43. 000 Euro kosten, muss nun ein Zoll von 31 Prozent gezahlt werden. Das sind 25 Prozentpunkte mehr als vorher.

Wie das amerikanische Unternehmen am Montag selbst mitteilte, mache der höhere Zoll ein solches Motorrad im Schnitt um 2200 Euro teurer. „Das“, sagt der neue Harley-Fahrer Thorsten Geuting, „spiegelt sich auch auf dem Markt für Gebrauchtmaschinen wider“.

Kaufentscheidung „einen Schub gegeben“

Am Donnerstag cruiste Geuting zum ersten Mal mit seinem neuen Kult-Motorrad zum Büro an der Hammer Straße. Geuting ist geschäftsführender Gesellschafter von HRC-Services, einem Unternehmen für Veranstaltungssicherheit. Die Debatte um die höheren Zölle habe seiner Kaufentscheidung „einen Schub gegeben“, sagt Geuting.

In Gronau fand er eine „Road King Custom“. Der Vorbesitzer hatte sie zum Verkauf angeboten, weil er selbst eine Touringmaschine haben wollte. Für Geuting ist es die erste Harley. Bislang hatte er einen Motorroller gefahren. Eine rote Vespa 300 CTS. „Die passte so gar nicht zu meinem neuen Rocker-Image“, sagt der Geschäftsmann lachend.

Trump legt nach

US-Präsident Trump verschärfte seine Kritik an Harley-Davidson auf Twitter am Dienstag, weil die US-Firma aufgrund der höheren Zölle Produktionsverlagerungen ins Ausland angekündigt hatte. „Harley-Davidson sollte 100 % in Amerika bleiben. Wir werden das nicht vergessen und eure Kunden auch nicht“, schrieb Trump.

Geuting ist es gleich, wo die Kultmarke produziert wird. „Der American Spirit geht dadurch nicht verloren. Viel ärgerlicher ist es, wenn die Verbraucher die Strafzölle bezahlen müssen“, sagt er.

Harley Days 2018 in Hamburg

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  • Die Harley Days haben wieder Zehntausende Biker nach Hamburg gelockt.

    Foto: Markus Scholz
  • Die gerade verhängten EU-Strafzölle auf importierte US-Motorräder sind ein Thema für Fans der Kultmarke.

    Foto: Markus Scholz
  • Die Biker demonstrieren aber Gelassenheit.

    Foto: Markus Scholz
  • Dennoch ist das Thema EU-Vergeltungszölle bei den 15. Harley Days in Hamburg allgegenwärtig.

    Foto: Georg Wendt
  • Harley Davidson bekommt nach eigenen Angaben bislang wenig vom Handelskrieg mit den USA zu spüren.

    Foto: Georg Wendt
  • Ein Motorradfahrer-Pärchen mit «Buff»-Gesichtsmasken und mit der Norwegischen Flagge am Motorrad steht auf dem Festivalgelände der Harley Days. Die dreitägigen Harley Days sind Deutschlands größtes Harley-Davidson-Biker-Treffen.

    Foto: Georg Wendt
  • Die Harley Days wurden 2003 anlässlich des 100. Firmenjubiläums ins Leben gerufen.

    Foto: Georg Wendt
  • Fans der US-Kultmarke strömen dazu in die Stadt.

    Foto: Georg Wendt
  • Beim «Ride-In» präsentierten Biker am Samstag auf der Mönckebergstraße ihre aufwendig umgebauten Maschinen.

    Foto: Georg Wendt
  • Am Großmarkt erstreckt sich mit dem «Harley Village» auf rund 40 000 Quadratmetern die Hauptveranstaltungsfläche.

    Foto: Georg Wendt
  • Es gibt Probefahrten, viele Verkaufs- und Essensstände, zwei Bühnen.

    Foto: Georg Wendt
  • Meist in schwarze Lederkluft gehüllte Besucher tummeln sich zwischen den Ständen, fachsimpeln über ihre Lieblingsgefährte und bestaunen Maschinen der anderen Biker.

    Foto: Daniel Bockwoldt
  • Neu in diesem Jahr sind geführte Motorradtouren, auf denen Interessierte auf ihren Maschinen die Hamburger Umgebung erkunden können.

    Foto: Fabian Bimmer
  • Schauspieler, steht auf einer Pressekonferenz zu den bevorstehenden Harley Days vor einem Harley Davidson Motorrad.

    Foto: Markus Scholz
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