Pflegeheim Klarastift
Aus Drohung wird Ernst: Aufnahmestopp verhängt

Münster -

Die Heimaufsicht hat für das städtische Klarastift den angedrohten Aufnahmestopp verhängt. Der Aufsichtsrat des Pflegeheims traf sich zu einer Sondersitzung.

Freitag, 29.06.2018, 18:30 Uhr aktualisiert: 29.06.2018, 19:01 Uhr
Anne Hakenes, Aufsichtsratsvorsitzende des Klarastifts
Anne Hakenes, Aufsichtsratsvorsitzende des Klarastifts Foto: Gunnar A. Pier

Der angedrohte Aufnahmestopp ist wahr geworden. Das Klarastift darf nach Aussage der Aufsichtsratsvorsitzenden Anne Hakenes bis zum Jahresende keine neuen Bewohner aufnehmen. Hintergrund waren – wie berichtet – Vorkommnisse in der Pflege, denen die Heimaufsicht der Stadt nachgegangen war. Der Aufsichtsrat des städtischen Altenheims ist nach Bekanntwerden der Vorwürfe am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammengetreten, nachdem das Thema bereits nichtöffentlich vom Sozialausschuss behandelt worden war.

Es gab im Aufsichtsrat sehr viele Fragen von den Mitgliedern, die gemeinsam mit Pflegedienstleitung und Geschäftsleitung des Hauses erörtert worden seien, berichtet Hakenes. Es gehe jetzt darum, zu überlegen, wie die Pflege besser organisiert werden könne. Die Frage laute: „Ist das Personal überall genau dort im Einsatz, wo es am dingendsten gebraucht wird?“ Hakenes betont aber auch, dass das Klarastift mit den Problemen „leider nicht allein dasteht“.

Personalmisere kein Geheimnis

Dass dem Klarastift, wie vielen anderen Pflegeheimen, Mitarbeiter fehlen, daraus macht Hakenes kein Geheimnis. Auch der Leiter des Heims, Dr. Michael Lucas, hatte die Misere jüngst ausführlich anlässlich des Jubiläums der Einrichtung beleuchtet. Das Klara­stift gehe sensibel und aufmerksam mit der Problematik um, so Hakenes. Als in diesem Frühjahr etwa einmal wegen vieler Krankheitsfälle unter Mitarbeitern die Personaldecke besonders dünn geworden war, sei intern und aus freien Stücken beschlossen worden, dass keine neuen Bewohner aufgenommen werden sollten, bis sich die Situation entspannt habe.

Wir wollen jetzt alle gemeinsam das Klarastift wieder in ruhiges Fahrwasser führen.

Anne Hakenes, Aufsichtsratsvorsitzende Klarastift

„Die Stimmung im Aufsichtsrat war sehr konstruktiv“, betont Hakenes: „Wir wollen jetzt alle gemeinsam das Klarastift wieder in ruhiges Fahrwasser führen.“ Allen Mitgliedern des Aufsichtsrates, in der Mehrzahl Angehörige der Ratsfraktionen, sei „der Wille gemein, das Klarastift nicht zu beschädigen“.

Die schon länger bekannte wirtschaftliche Schieflage war nach Darstellung von Hakenes kein Thema; hier soll, wie berichtet , ein externer Gutachter Auswege zeigen. Sie ließ aber auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass der jetzt verhängte Aufnahmestopp die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verschlimmern könnte. Wenn Plätze nicht besetzt würden, erziele das Heim auch keine Einnahmen.

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