Landgericht
Lange Haftstrafe für Serien-Räuberin

Münster -

Um die Jahreswende überfiel eine Münsteranerin eine Spielothek, einen Supermarkt, eine Tankstelle und einen Kiosk. Am Dienstag fiel am Landgericht Münster das Urteil.

Dienstag, 03.07.2018, 16:15 Uhr aktualisiert: 03.07.2018, 17:52 Uhr
Landgericht: Lange Haftstrafe für Serien-Räuberin
Am Landgericht Münster wurde am Dienstag eine Serien-Räuberin zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Foto: dpa

Für die Überfall-Serie auf eine Spielothek, einen Supermarkt, eine Tankstelle und einen Kiosk in Münster um die Jahreswende hat das Landgericht die Täterin am Dienstag (3.7.) zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Auch wurde der 36-Jährigen wegen ihrer Drogen- und Alkoholsucht eine zweijährige Behandlung in einer geschlossenen Entzugsklinik auferlegt.

Mit einem Fahndungsfoto war die Münsteranerin Anfang des Jahres gesucht worden. Bei ihrer letzten Tat – einem versuchten Raub am 9. Januar in einem Kiosk an der Dieckmannstraße in Gievenbeck – hatte sie auf der Flucht eine Tasche verloren.

Denn nicht alle Überfälle funktionierten. In dem Kiosk hatte sich der Verkäufer geweigert, Geld herauszugeben und es, wie von der Frau unter Vorhalt einer Pistole gefordert, in die Tasche zu stecken. Stattdessen nahm er sein Telefon, um die Polizei anzurufen. Schließlich kamen Kunden in den Raum und die Frau lief weg.

Geld für Drogen benötigt

„Sie hat dann fast zwei Monate lang die Wohnung nicht verlassen“, sagte der Ex-Freund (33) der Frau als Zeuge. „Wegen der Handtasche dachten wir, dass die Polizei jetzt ihre DNA hat. Unsere letzte Hoffnung war, dass sie noch nicht in einer Datenbank gespeichert ist.“

Die Täterin wohnte zu der Zeit bei ihrem Ex an der Grevener Straße. Beide waren arbeitslos. Fast täglich hätten sie Kokain, harten Alkohol, Beruhigungsmittel wie Tavor und Diazepam und das sedierende Ketamin eingenommen. „Von allem nicht zu knapp – das war exzessiv“, sagte der Ex-Freund.

Mangels Geld auch für Drogen will die Frau die Überfälle unternommen haben und nahm dafür die Schreckschusspistole eines Mitbewohners (mit leerem Magazin) an sich.

Täuschend echte Waffe

Der Vorsitzende Richter nannte die Waffe am Dienstag „täuschend echt aussehend“. Die 36-Jährige hatte sie bei einem gescheiterten Überfall auf einen Supermarkt an der Sprakeler Straße und bei dem Raub-Versuch im Kiosk den Bediensteten „in Kopfhöhe“ und „aus einen bis eineinhalb Meter Entfernung“ entgegengehalten, erklärte der Richter. Keines der Opfer, betonte die Staatsanwältin im Plädoyer, sei ohne Schrecken aus den Taten herausgegangen.

Insgesamt erbeutete die Münsteranerin bei zwei „schweren räuberischen Erpressungen“, so der Richter weiter, rund 1600 Euro. Zwei Mal scheiterten die Versuche. An einem Abend brachte ihre Schwester sie mit dem Auto zu den Tatorten. Dafür verurteilte das Gericht die 27-Jährige zu neun Monaten Haft auf Bewährung.

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