Entscheidung über Wasserversorgungskonzept
Heißer Streit ums kalte Wasser

Münster -

Der Rat der Stadt Münster will am Mittwoch über das Wasserversorgungskonzept entscheiden. Auch die schwarz-grüne Koalition reicht noch einen Änderungsantrag ein.

Dienstag, 03.07.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2018, 20:19 Uhr
Der Rat soll heute über das umstrittene Wasserkonzept entscheiden.
Der Rat soll heute über das umstrittene Wasserkonzept entscheiden. Foto: Oliver Werner

Seit Jahren wird das Für und Wider abgewogen, am Mittwoch (4.7.) will der Rat über das Wasserversorgungskonzept „Dipol“ der Stadtwerke entscheiden. Sollte es eine Mehrheit finden, dann werden die Wasserwerke in Geist an der Vennheide und in Kinderhaus abgeschaltet – eine Frage die nicht wegen der Wasserversorgung, sondern auch wegen Anwohnersorgen im Bereich Vennheide und Berg Fidel bis zum Schluss umstritten ist.

Die Koalitionsfraktionen CDU und Grüne wollen dem Konzept zustimmen, legen aber noch einen Änderungsantrag vor, der den Anwohnern, die feuchte Keller fürchten, wenn das Grundwasser nicht mehr abgepumpt wird, die Sorgen nehmen soll. Für 30 Jahre sagen die Stadtwerke dies zu. Nach dem CDU/Grünen-Antrag soll die Stadt den Anwohnern die Möglichkeit eröffnen, Schadensersatz zu erhalten für den Fall, dass ein öffentlich bestellter Gutachter Gebäudeschäden einwandfrei auf die Stilllegung des Wasserwerkes zurückführe, wie die Fraktionsvorsitzenden Stefan Weber (CDU) und Otto Reiners (Grüne) erläutern.

Liberale wollen zustimmen

Die SPD werde ihre Zustimmung von der Zusicherung des Schadensersatzes abhängig machen, erläuterte deren Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Jung. Die Stadt müsse „Garantien für die rund 700 betroffenen Häuser in Berg Fidel und Vennheide übernehmen“.

Für Hans Varnhagen, FDP-Ratsherr und Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke, ist das Wasserversorgungskonzept der „richtige Weg“, dem die Liberalen im Rat zustimmen würden. Die Betriebsgenehmigung der Bezirksregierung für die Wasserwerke in Geist und Kinderhaus laufe 2020 aus, „es muss in die größeren investiert werden“, so Varnhagen. Dass der Kanal künftig stärker als Trinkwasser-Reservoir genutzt werden solle, sei nur sinnvoll.

Sagel widerspricht

Eine Einschätzung, der Linken-Fraktionschef Rüdiger Sagel vehement widerspricht. Der Kanal sei wegen des Schiffsverkehrs „keineswegs mit einer Talsperre vergleichbar“, wie von den Stadtwerken behauptet. Das Konzept sei „völlig unsinnig, wir lehnen es ab“. Bestehende Grundwasserquellen aufzugeben, sei eine Jahrhundertentscheidung, die nicht mehr wieder rückgängig gemacht werden könne.

Und der Oberbürgermeister? Markus Lewe gab am Dienstag keine Erklärung ab, wie er im Rat abstimmen werde. Die Anfrage unserer Zeitung blieb unbeantwortet.

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