Lkw zahlen jetzt auf Bundesstraßen
Die Maut gilt auch für Müllfahrzeuge

Münster -

Die Ausweitung der Maut auf Deutschlands Bundesstraßen, die am 1. Juli in Kraft getreten ist, betrifft nicht nur Privatfirmen, sondern auch die Kommunen. Für die Laster der Müllabfuhr etwa werden ebenfalls Gebühren fällig.

Mittwoch, 04.07.2018, 16:00 Uhr aktualisiert: 04.07.2018, 18:10 Uhr
Solche Kontrollsäulen sind nun vielerorts entlang der Bundesstraßen zu finden. Mit ihnen überwacht Betreiber „Toll Collect“ die Einhaltung der Maut-Ausweitung, die seit dem 1. Juli gilt.
Solche Kontrollsäulen sind nun vielerorts entlang der Bundesstraßen zu finden. Mit ihnen überwacht Betreiber „Toll Collect“ die Einhaltung der Maut-Ausweitung, die seit dem 1. Juli gilt. Foto: Toll Collect

Seit dem 1. Juli gilt die Maut nicht mehr nur auf Deutschlands Autobahnen, sondern auch auf allen Bundesstraßen. Davon betroffen sind auch die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM), denn die Laster der Müllabfuhr fallen – anders als übrigens die Fahrzeuge für die Straßenreinigung und den Winterdienst – unter dieses neue Gesetz.

55 Müllfahrzeuge im Bestand der AWM

Ob Umgehungs-, Hammer- oder Steinfurter Straße: Es gibt diverse, zum Teil stark frequentierte Bundesstraßen innerhalb des Stadtgebietes, auf denen nun Gebühren für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen fällig werden. Zudem müssten die Lkw für manche Reparaturen zu Spezialfirmen außerhalb Münsters gefahren werden, erklärt AWM-Sprecherin Manuela Feldkamp. Und es bestehe bei der Entsorgung von Sortierresten aus der Restabfallaufbereitungsanlage in Coerde eine Kooperation mit der Stadt Hengelo. Ebenfalls ein Weg, der zum Teil über Bundesstraßen zurückgelegt werden muss.

Wird die Müllabfuhr jetzt teurer?

Insgesamt 55 Müllfahrzeuge gibt es im Bestand der AWM. Viele davon erfüllen bereits die Abgasnorm Euro 6, für sie müssen nur reduzierte Gebühren entrichtet werden. Und dennoch: Laut Feldkamp rechnet das Unternehmen durch die Mautgebühren mit Mehrkosten von rund 50 000 Euro pro Jahr. Wird die Müllabfuhr für den Bürger deswegen nun teurer? „Nein“, sagt Feldkamp und ordnet den Betrag ein: „350 000 Euro machen nur ein Prozent der gesamten Abfallgebühren aus.“ Dennoch gebe es Bestrebungen, auf eine Gesetzesänderung hinzuwirken. „Denn die kommunale Abfallentsorgung trägt aus unserer Sicht zum Allgemeinwohl der Bürger bei“, erklärt Feldkamp.

Der Verband wird sich für eine Neuregelung einsetzen, damit die Mehrkosten am Ende nicht doch an den Kunden weitergegeben werden müssen.

AWM-Sprecherin Manuela Feldkamp

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), dessen Vizepräsident AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp zugleich ist, hatte sich schon im Vorfeld der Maut-Ausweitung für eine Ausnahmeregelung der Müllabfuhr stark gemacht – und wolle dies weiter tun. „Der Verband wird sich für eine Neuregelung einsetzen, damit die Mehrkosten am Ende nicht doch an den Kunden weitergegeben werden müssen“, sagt Feldkamp.

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