Das Bistum Münster legt seine Bilanz offen
Vermögend – aber zugleich auf Sparkurs

Münster -

Ist das Bistum Münster vermögend? Oder gar reich? „Das relativiert sich schnell“, so bemühte sich Generalvikar Norbert Köster am Mittwoch im Pressegespräch in Münster, voreiligen Bewertungen mit Zahlen und Fakten zu begegnen.

Mittwoch, 04.07.2018, 15:44 Uhr aktualisiert: 04.07.2018, 19:31 Uhr
Der Haushalt 2018 umfasst im NRW-Teil des Bistums Münster etwa 658 Millionen Euro an Erträgen und 639 Millionen Euro an Ausgaben, die hier in dieser Grafik aufgeschlüsselt werden. Die größten Posten sind Transferaufwendungen für die Gemeinden und die Personalkosten.
Der Haushalt 2018 umfasst im NRW-Teil des Bistums Münster etwa 658 Millionen Euro an Erträgen und 639 Millionen Euro an Ausgaben, die hier in dieser Grafik aufgeschlüsselt werden. Die größten Posten sind Transferaufwendungen für die Gemeinden und die Personalkosten. Foto: Matthias Ahlke

Das mit 1,9 Millionen Katholiken zweitgrößte Bistum Deutschlands, das rund 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, verfügt in seinem NRW-Teil zwar über ein ansehnliches Geld- und Immobilienvermögen von rund zwei Milliarden Euro. Aber das wird angesichts durchlaufender Posten und großer Verbindlichkeiten schnell weniger. So müssen allein für Pensionsrückstellungen 635 Millionen Euro vorgehalten werden, um die Absicherung der ehemaligen Bediensteten im Alter zu garantieren.

Köster sowie die Finanzexperten des Bistums betonten vor Journalisten in Münster, dass das Vermögen der Diözese der kirchlichen Aufgabenerfüllung diene, in „Beziehungen zu Menschen investiert werde“ und keinen Ertrag erzeugen solle. Köster lobte in diesem Zusammenhang die Funktion und Arbeit des Kirchensteuerrats, der stets größeren Ausgaben von über 150.000 Euro ausdrücklich zustimmen muss: „Deshalb sind große Skandale hier bei uns im Bistum Münster nicht zu erwarten.“

Einbruch der Kirchensteuer-Einnahmen befürchtet

Sowohl Ulrich Hörsting, Leiter der Hauptabteilung Verwaltung des Generalvikariats in Münster, wie auch Markus Isfort, Leiter der Gruppe „Bistumshaushalt und Kirchensteuerverwaltung“, prognostizieren trotz momentan guter Konjunktur und daher erfreulich hoher Einnahmen einen Einbruch bei den Kirchensteuer-Einnahmen um ein Drittel in den nächsten 20 Jahren. Denn die Zahl der Kirchensteuerzahler werde durch den Übergang der geburtenstarken Jahrgänge in die Rente und weitere erwartete Kirchenaustritte kleiner. Deshalb sei ein „vorausschauendes Wirtschaften“ unbedingt erforderlich.

„Wir wollen die Transparenzoffensive befolgen“, begründete Generalvikar Norbert Köster den Schritt in die Öffentlichkeit, den die Bischofskonferenz 2014 im Anschluss an den Finanzskandal unter Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Bistum Limburg angeregt hatte. München (6,3 Milliarden), Paderborn (4,2 Milliarden) und Köln (3,5 Milliarden) haben schon Vermögen und Bilanzen offengelegt, Aachen kommt da mit 765 Millionen Euro vergleichsweise bescheiden daher.

Kommunion: Bistum regelt Zulassung

Das Bistum Münster will im Herbst darüber entscheiden, wie es weiter verfährt mit der Frage, ob in Einzelfällen auch nichtkatholische Ehepartner zur Kommunion zugelassen werden können. Ein Bistums-„Leitfaden“ zur Ehepastoral werde sich dann damit befassen, sagte Bistumssprecher Stephan Kronenburg. Die Priester in der Dechantenkonferenz des Bistums hätten das Papier angeregt. „Wir laden Menschen gerade in konfessionsverbindenden Ehen ein und ermutigen sie, sich – wie viele das bisher schon getan haben – intensiv und vertieft mit der Bedeutung der Eucharistie zu beschäftigen“, betonte Kronenburg.

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