Rat Münster beschließt Wasserwerke-Konzept
Mehr Trinkwasser aus dem Kanal

Münster -

Es ist beschlossen: Die Stadtwerke stellen die Wasserversorgung um. Die über ein Jahr währende Debatte findet ein Ende. Sechs Parteien stimmten gegen das Konzept.

Donnerstag, 05.07.2018, 09:00 Uhr aktualisiert: 05.07.2018, 09:12 Uhr
 Das Wasserwerk Hohe Ward in Hiltrup.
 Das Wasserwerk Hohe Ward in Hiltrup. Foto: Stadtwreke

Ausbau der Wasserwerke in Hiltrup und Hornheide, Schließung der Wasserwerke Kinderhaus und Geist, überdies deutliche Steigerung der Wasserentnahme aus dem Dortmund-Ems-Kanal – das sind die Eckpunkte des neuen Konzeptes zur Trinkwasserversorgung , das der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend beschlossen hat. Umgesetzt wird der Beschluss von den Stadtwerken, die in Münster für die Wasserversorgung zuständig sind.

Für das so genannte Dipol-Konzept stimmten am Ende einer langen, kontroversen Debatte die Parteien CDU, Grüne und FDP, dagegen stimmten SPD, Linke, AfD, ÖDP, Piraten und UWG.

Wachsender Wasserverbrauch in Münster

Ein zentraler Streitpunkt war die Frage, wie man mit den rund 700 Hauseigentümern in Berg Fidel und am Vennheideweg umgehen soll, die Schäden an ihren Gebäuden fürchten, wenn die Wassergewinnung im Wasserwerk Geist eingestellt wird und dann eventuell der Grundwasserspiegel steigt.

Der entscheidende Passus in dem Ratsbeschluss, auf den sich CDU, Grüne und FDP einigten, lautet: „Bei Schäden, die ein von Anspruchsteller und Stadtwerken gemeinsam beauftragter öffentlicher bestellter Sachverständiger als durch die Stadtwerke verursacht anerkennt, wird Schadensersatz geleistet.“

Wenig Vertrauen in der Bevölkerung

Der SPD genügte diese Zusicherung nicht. Der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung erklärte unmissverständlich, dass die SPD nur einen Beschlusstext mittragen könne, der das Wort „Garantie“ enthalte. „Wir brauchen eine faire Verteilung des Risikos.“ Ein entsprechender Antrag fand aber keine Mehrheit.

Der CDU-Fraktionschef Stefan Weber bewertete Dipol als eine „schlüssige Antwort“ der Stadtwerke, um auf den absehbar wachsenden Wasserverbrauch in Münster zu reagieren. „Das Konzept verdient Vertrauen.“

Politiker vieler Parteien indes betonten, dass eben dieses Vertrauen in der Bevölkerung nicht bestehe. So verteilten Mitglieder des Jugendrates vor der Ratssitzung an die Mitglieder Flugblätter mit der Bitte, die Umstellung der Wasserversorgung abzulehnen.

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