Do., 05.07.2018

Allwetterzoo-Sanierung Kritik an höheren Eintrittspreisen

So könnte der „neue“ Allwetterzoo nach Umsetzung des Masterplans aussehen.

So könnte der „neue“ Allwetterzoo nach Umsetzung des Masterplans aussehen. Foto: Allwetterzoo

Münster - 

Grünes Licht für eine umfassende Neuausrichtung des Allwetterzoos: Für 51 Millionen Euro wird der Tierpark modernisiert. Dass dadurch auch die Eintrittspreise ansteigen sollen, stieß im Rat aber auf deutliche Kritik.

Von Martin Kalitschke

Der Rat der Stadt hat am Mittwochabend mit breiter Mehrheit das Konzept „Masterplan Allwetterzoo Münster 2030 plus“ beschlossen. Insgesamt 51 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in den Allwetterzoo investiert werden – 20 Millionen Euro wird die Stadt beisteuern, 31 Millionen Euro der Zoo.

Der Masterplan erhielt zwar parteiübergreifende Zustimmung – lediglich die AfD votierte gegen das Konzept. Die geplante Erhöhung der Eintrittspreise – in mehreren Schritten um insgesamt neun Euro pro Person – stieß allerdings auch auf Kritik.

Kritik an Eintrittspreisen

„Die Eintrittspreise sind ohnehin schon hoch“, so Rüdiger Sagel. „Für Familien mit Kindern ist das kaum noch bezahlbar.“ Aktuell liegt der Eintritt bei 18,90 Euro pro Person, bis Ende des kommenden Jahrzehnts würde er auf 27,90 Euro ansteigen. „Wir sollten uns Gedanken machen, wie wir den Eintritt perspektivisch wieder senken können“, so Sagel. Auch Grünen-Ratsherr Jörn Möltgen stellte klar, „dass wir die Eintrittspreise im Augen behalten müssen“. Zugleich verwies er darauf, dass Inhaber des Münster-Passes einen deutlich reduzierten Eintrittspreis bezahlen. SPD-Ratsfrau Petra Seyfferth regte Modifizierungen bei den Eintrittspreisen an. So erhalten im Leipziger Zoo Kinder bis einschließlich fünf Jahre freien Eintritt – in Münster müssten aktuell jedoch bereits Dreijährige eine Karte lösen. „Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, beim Eintritt an den Stellschrauben zu drehen“, so Seyf­ferth.

Drei Bauabschnitte

Der Masterplan sieht unter anderem vor, die zoologische Präsentation grundsätzlich neu auszurichten – und zwar nach Klimazonen. Die Qualität der Tierhaltung soll ebenso verbessert werden wie die Attraktivität der Einrichtung. Vor allem aber soll in die bauliche Infrastruktur investiert werden.

„Das Programm des Masterplans rechtfertigt die hohen Investitionen“, stellte am Mittwochabend CDU-Ratsherr Peter Laurenz Börgel klar. FDP-Ratsfrau Carola Möllemann-Appelhoff gab indes eine Protokollerklärung ab, dass nach Umsetzung des ersten von drei Bauabschnitten ermittelt werden soll, ob sich danach die Besucherzahl tatsächlich erhöht. Falls nicht, sollen die weiteren geplanten Projekte „überprüft werden“.

Fotostrecke: Tiere im Allwetterzoo Münster

Erfreut reagierte der Zoo-Verein auf die Entscheidung des Rates. „Der Zoo gehört mit seinen bald 145 Jahren zu Münster. Das hat der Rat mit seiner Entscheidung zur Teilfinanzierung des Masterplans untermauert“, so Vorstandsvorsitzender Helge Peters. „Wir sind froh, dass die Politik die Pläne zur Zukunft des Zoos unterstützt. Und auch wir, als Verein mit mehr als 12.000 Mitgliedern, werden den Zoo auf dem Weg in die Zukunft kräftig unterstützen.“

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