Energieverbrauch in Gebäuden
Schwarz-Grün setzt neue Standards fest

Münster -

Entscheidung aus Münsters Rat: Wenn die Stadt künftig Bau-Grundstücke verkauft, müssen die darauf entstehenden Gebäude strengen Energie-Effizienz-Kriterien entsprechen.

Freitag, 06.07.2018, 10:30 Uhr aktualisiert: 06.07.2018, 12:20 Uhr
Wer in Münster ein Grundstück von der Stadt kauft muss künftig den KfW 55-Standard einhalten.
Wer in Münster ein Grundstück von der Stadt kauft muss künftig den KfW 55-Standard einhalten. Foto: Anne Steven (Symbolbild)

Wenn die Stadt Münster künftig Grundstücke mit dem Ziel einer Bebauung verkauft, dann müssen die darauf entstehenden Gebäude beim Energieverbrauch dem Standard eines KfW-Effizienzhauses 55 entsprechen.

Das hat der Rat am Mittwochabend mit den Stimmen von CDU, Grünen und Linken beschlossen. Von SPD und FDP gab es Kritik, weil sie steigende Baukosten befürchten.

KfW 55 ist ein in der Baubranche bekannter Standard, der auf den Energiestandard-Vorgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) basiert. Die Häuser dürfen beim Primärenergieverbrauch maximal 55 Prozent eines genau festgelegten Referenzwertes übersteigen.

Das "Null-Energie-Haus" wurde abgewehrt

In der Aussprache verwies der CDU-Fraktionschef Stefan Weber darauf, dass die Stadtverwaltung zunächst auf den Standard eines Null-Energie-Hauses gesetzt habe. KfW 55 sei ein „Kompromiss, der sich sehen lassen kann“, zumal KfW 55 ab 2019 als „EU-Standard für öffentliche Gebäude“ vorgesehen sei.

Der CDU-Ratsherr Peter Laurenz Börgel bewertete es als einen Erfolg, das Null-Energie-Haus abgewehrt zu haben, da es der Bauwirtschaft einen „Dämpfer“ beschert hätte. Für die großen Baugebiete am Markweg, aber künftig auch in Gremmendorf und Gievenbeck stelle der neue Standard kein Problem dar, da die Bauherrn hier auf einen Fernwärmeanschluss zurückgreifen könnten. Damit seien die Vorgaben problemlos zu erfüllen.

Die FDP-Fraktionschefin Carla Möllemann-Appelhoff konnte sich den Hinweis nicht verkneifen, dass die CDU auf Landesebene einen anderen Kurs fahre und die überzogenen Standards ablehne.

Der Grüne Gerhard Joksch widersprach dem. Über die EU würden demnächst noch viel strengere Vorgaben kommen.

Wie dicht wohnen die Münsteraner?

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  • Wie dicht wohnen die Münsteraner? Wie dicht werden künftige Wohngebiete sein? Für jedes Quartier hat das münsterische Stadtplanungsamt die spezifische Wohndichte errechnet. Diese Zahl benennt die Wohneinheiten je Hektar (gleich 10 000 Quadratmeter).

    Foto: Matthias Ahlke
  • Erpho-Bogen, Quartier auf dem alten Winkhaus-Gelände am Bohlweg/Ecke Niedersachsenring. Wohndichte: 205.

    Foto: Oliver Werner
  • Schulstraße/Ecke Altumstraße, Quartier im Kreuzviertel nahe der Grevener Straße. Wohndichte: 145.

    Foto: Oliver Werner
  • Auenviertel, nördlicher Teil, Wohngebiet entlang der Dieckmannstraße in Gievenbeck. Wohndichte: 68.

    Foto: Oliver Werner
  • Prins-Claus-Straße, Quartier auf dem alten Kasernengelände zwischen Grevener Straße und Gasselstiege. Wohndichte: 58.

    Foto: Oliver Werner
  • Mühlhäuser Straße,  Quartier auf dem ehemaligen Niederbeckmann-Gelände, nahe Wolbecker Straße. Wohndichte: 54.

    Foto: Oliver Werner
  • Dauvemühle, Wohnquartier südlich der Westhoffstraße in Kinderhaus. Wohndichte: 52.

    Foto: Oliver Werner
  • Johanne-Wallhorn-Weg,  Quartier nahe Stolbergstraße und Piusallee. Wohndichte: 48.

    Foto: Oliver Werner
  • Knufenkamp und Nachbarstraßen, Wohngebiet südlich der Dülmener Straße in Albachten. Wohndichte: 41.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Helene-Weigel-Weg und Nachbarstraßen, Wohngebiet nahe der Meesenstiege in Hiltrup. Wohndichte: 36.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Brockkamp und Nachbarstraßen, Wohngebiet nördlich der Roxeler Straße in Roxel. Wohndichte: 34.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Davertstraße und Nachbarstraßen, Wohngebiet am südlichen Rand von Amelsbüren. Wohndichte: 29.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dorbaumstraße und Nachbarstraßen, Wohngebiet in Handorf-Dorbaum. Wohndichte: 27.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Peppinghegeweg und Nachbarstraßen, Wohngebiet im Süden von Angelmodde. Wohndichte: 25.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Anton-Bruchausen-Straße, geplantes Neubaugebiet im Zentrum Nord. Wohndichte: 170-190.

    Foto: -kb-
  • Roddestraße, geplantes Neubaugebiet nahe der Friedrich-Ebert-Straße. Wohndichte: 160-170.

     

    Foto: -kb-
  • Moldrickx-Gelände, geplantes Baugebiet auf altem Gärtnerei-Areal in Kinderhaus. Wohndichte: 80-90.

    Foto: kaj
  • Beresa-Gelände,  geplanten Neubaugebiet auf dem Areal des alten Autohauses in Mecklenbeck. Wohndichte: 65.

    Foto: sch
  • Albachten Ost, geplantes Neubaugebiet in Albachten südlich der Weseler Straße. Wohndichte: 55.

    Foto: sn
  • Markweg, geplantes Baugebiet auf altem Gärtnereigelände südlich des Markweges, nahe Hoher Heckenweg. Wohndichte: 50.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Petersdamm, Neubaugebiet auf dem früheren Lancier-Gelände in Wolbeck. Wohndichte: 25-30.

    Foto: mlü
  • Landwehr, Neubaugebiet nördlich der Straße Landwehr in Sprakel. Wohndichte: 25-30.

    Foto: kaj
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