Für einen sauberen Bahnhof
Kaugummi bitte ans Fahrrad kleben

Münster -

Wer kennt das nicht: einmal nicht aufgepasst und schon in einen Kaugummi getreten. Um dieses Szenario zumindest in Münsters Hauptbahnhof zu vermeiden, haben sechs Azubis der Deutschen Bahn die „bubble bikes“ kreiert.

Freitag, 06.07.2018, 15:02 Uhr aktualisiert: 06.07.2018, 19:36 Uhr
Die Auszubildenden (v.l.) Okay Dumanli, Tamara Karnath, Marcel Hahn, Neval Esen, Armin Musovic und Pia Biller haben die Idee der „bubble bikes“ für den Bahnhof Münster umgesetzt.
Die Auszubildenden (v. l.) Okay Dumanli, Tamara Karnath, Marcel Hahn, Neval Esen, Armin Musovic und Pia Biller haben die Idee der „bubble bikes“ für den Bahnhof Münster umgesetzt. Foto: Oliver Werner

Seit Donnerstag stehen zwei Fahrräder im Eingangsbereich des Bahnhofs. Das ist für Münster erst einmal nichts Ungewöhnliches. Doch auf den zweiten Blick wird klar: Zum Radeln sind diese Leezen nicht da. Reifen und Sättel fehlen. Außerdem sind die Rahmen mit einigen dicken Kaugummis beklebt. Vandalismus? Nein, das ist tatsächlich so gewollt. Sechs Auszubildende der Deutschen Bahn haben sich das ausgedacht.

Ihren Wunsch von einem sauberen Bahnhof wollten sie mit einer außergewöhnlichen Aktion verwirklichen. Von „eine coole Idee“ bis hin zu „das ist ja ekelhaft“ reichten die Reaktionen, als sie in einer Umfrage bei den Bahn-Kunden vorgefühlt hatten.

„Kleb mir eine“

Doch die angehenden Kaufleute ließen sich nicht beirren. „Die ‚bubble bikes‘ haben wir ausgewählt, weil das einfach zu dieser Stadt passt“, erzählt Armin Musovic, der seine Ausbildung am Münsteraner Bahnhof absolviert. Das Team hat die Räder mit Farbe besprüht und auf einer Holzpalette befestigt, die mit Kunstrasen überzogen ist. Schilder mit dem Appell „Kleb mir eine“ weisen auf die neue Bestimmung der Leezen hin. Wer sein Kaugummi aus hygienischen Gründen aber lieber auf dem gewohnten Weg entsorgt, für den stehen vor dem Eingang und auf zwei Bahnsteigen nun auch bunt bedruckte Mülleimer, so genannte „bubble bins“.

Vorbild USA

„Wir machen Schmutz zu Kunst“, erklärt Bahnhofsmanager Michael Jansen die Idee, die eigentlich geklaut ist. Amerikanische U-Bahn-Stationen dürften mit Kaugummi im Mund gar nicht erst betreten werden. „Sonst droht ein Bußgeld“, so Jansen. Die dort aufgestellten Wände zum Entsorgen der Kaugummis seien mittlerweile zu Kunstgegenständen geworden. Vielleicht geschieht Ähnliches ja auch mit den beiden Münsteraner „bubble bikes“.

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