Mo., 09.07.2018

Spendenaktion Anwohner kämpfen um „verwahrloste Give-Box” im Kreuzviertel

Spendenaktion: Anwohner kämpfen um „verwahrloste Give-Box” im Kreuzviertel

Die „Give-Box” am Kanonierplatz ist in keinem guten Zustand. Foto: Pjer Biederstädt

Münster - 

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Im Kreuzviertel verwahrlost eine „Give-Box” nach Ansicht der Stadtverwaltung seit Monaten zusehends. Sie will bei der „im Grundsatz sympathischen Idee” die Notbremse ziehen. Doch in der Nachbarschaft bildet sich Protest.

Von Pjer Biederstädt

In sogenannten „Give-Boxen” werden ausgediente Alltagsgegenstände gesammelt, die man selber nicht mehr braucht, aber anderen Freude machen könnten. Ein dauerhafter Flohmarktstand mit kostenlosen Dingen, ein Geben und Nehmen also. Versuchsweise wurden in Münster vor Jahren solche Schenk-Boxen im öffentlichen Raum aufgestellt. Doch eine dieser Boxen im Kreuzviertel ist der Stadtverwaltung jetzt ein Dorn im Auge.

„Diese im Grundsatz sympathische Idee wird am Kanonierplatz immer mehr zum Problem″, berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Dort, in unmittelbarer Nähe des Schlosstheaters, stapele sich neben der Box immer wieder Müll, Spenden würden wahllos im Umfeld deponiert, Tische unerlaubt aufgestellt - in den vergangen Monaten habe sich „ein insgesamt verwahrlostes Erscheinungsbild″ gezeigt.

Anwohner wollen Box erhalten

Die Stadt sucht deshalb jetzt nach Lösungen für den Erhalt der „Give-Box” im Kreuzviertel, will sie an dieser Stelle aber zunächst entfernen. „Idealerweise findet sich ein Verein oder Träger, der kontinuierlich nach dem Rechten schaut”, erläutert Jürgen Kemper vom Amt für Immobilienmanagement. Einzelpersonen könnten das schlichtweg nicht leisten. So müssten Standfestigkeit des Holzregals, Sicherheits- und Haftungsfragen fachlich auch durch regelmäßige Checks gewährleistet sein.

Doch gegen das Vorhaben der Stadt regt sich Protest. Anwohner wollen die von der Stadt angekündigte Auflösung der „Give-Box” neben dem Schlosstheater verhindern. In den vergangenen eineinhalb Wochen sammelten sie 800 Unterschriften (Stand: 9.7.) gegen die geplante Räumung. Das Amt für Immobilienmanagement hatte am 25.6. einen Zettel in der „Give-Box” aufgehängt, auf dem die Auflösung der Abgabestätte für den „folgenden Monat“ angekündigt wurde.

Beschwerden über „kommerzielle Netzwerke″

Das Problem aus Sicht der Stadtverwaltung: Während es an anderen Stellen „rund laufe″, an der Danziger Freiheit etwa kümmere sich ein Träger vorbildlich um die unentgeltliche Tauschbörse, müsse die Stadt im Kreuzviertel eingreifen, seit die Initiatoren vor Monaten umgezogen seien. Zudem berichtet die Verwaltung, dass sich auch Beschwerden über „kommerzielle Netzwerke″ häufen, Gruppen also, die das Regal nach Verwertbarem durchforsten, um es zu Geld zu machen. 

Paten gesucht

Gemeinnützige Träger und Vereine,  die eine Patenschaft für die Give-Box im Kreuzviertel übernehmen können, sollten sich im Amt für Immobilienmanagement melden (E-Mail: kemperj@stadt-muenster.de).



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