Di., 10.07.2018

Traditionsfestival ohne Zukunft Juwi-Fest soll nicht mehr genehmigt werden

Beim jüngsten Juwi-Fest am 7. Juni war die Stimmung vor den Bühnen wieder top. Weniger amüsiert waren offenbar viele Anwohner in der Umgebung. Es gingen so viele Beschwerden ein, dass das Ordnungsamt künftig der Veranstaltung in der bisherigen Organisationsform keine Genehmigung mehr erteilen will.

Beim jüngsten Juwi-Fest am 7. Juni war die Stimmung vor den Bühnen wieder top. Weniger amüsiert waren offenbar viele Anwohner in der Umgebung. Es gingen so viele Beschwerden ein, dass das Ordnungsamt künftig der Veranstaltung in der bisherigen Organisationsform keine Genehmigung mehr erteilen will. Foto: Corinna Wehr

Münster - 

Das Juwi-Fest ist seit 44 Jahren Top-Ereignis des Sommersemesters für Tausende münsterische Studenten. Künftig soll das Festival von den Behörden nicht genehmigt werden. Es ist zu laut.

Von Karin Völker

Das Juwi-Fest Münster ist reich an Superlativen: Von Studenten selbst organisiertes und landesweit größtes Musikfestival, seit 44 Jahren ohne Unterbrechung präsent und immer in null Komma nichts ausverkauft, immer mit Top-Bands aus den jeweiligen Charts.

Auch bei der jüngsten Ausgabe vor gut einem Monat – am 7. Juni – verbuchte das Juwi-Fest einen Superlativ. Die Beschwerden über die Lautstärke waren massiv wie nie.

Viele Beschwerden

Das sagt Michael Thomas, Abteilungsleiter beim Ordnungsamt. Und er betont: „Eine Genehmigung wird es darum für das Juwi-Fest in der bisherigen Form nicht mehr geben.“

Über 50 Beschwerden registrierte laut Thomas allein die Polizei am Abend und in der Nacht des 7. Juni. „Die Anrufe gestörter Münsteraner bei der Hotline des Ordnungsamtes haben wir irgendwann nicht mehr gezählt, außerdem gab es viele schriftliche Beschwerden“, berichtet Thomas weiter.

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Eine Genehmigung wird es für das Juwi-Fest in der bisherigen Form nicht mehr geben.

Michael Thomas, Ordnungsamt der Stadt Münster

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Top-Event des Sommersemesters

Die Studierenden der Fachschaften Jura und Wirtschaftswissenschaften, die die Organisation in der Juwi-GmbH abwickeln, hatten diesmal neun Bands verpflichtet, die auf dem Uni-Gelände hinter dem Juridicum auf den Aawiesen aufspielten. Magneten waren das Duo „Ofenbach“ und die Pop-Punkrock-Band „Itchy“.

Die 5000 Karten waren wie jedes Jahr im Handumdrehen ausverkauft, das Juwi-Fest, das 1975 als kleine Tanzveranstaltung begann und in den letzten Jahren Stars wie „Revolverheld“, „Die Happy“, oder die „H-Blockx“ präsentierte, ist für Jura- und Wirtschaftsstudenten, aber auch für viele andere ein „Muss“ und Top-Event des Sommersemesters.

Fotostrecke: JuWi-Fest in Münster

Lärmbelästigung nicht tragbar

Bei der für Großveranstaltungen dieser Art üblichen Nachbesprechung im Ordnungsamt sei den Organisatoren verdeutlicht worden, dass die Lärmbelästigung, so wie sie sich diesmal darstellte, nicht tragbar gewesen sei. Die Lärmvorschriften, dem widerspricht Michael Thomas vom Ordnungsamt nicht, sind streng. Mit der Ausnahmeregelung dürfen bis 22 Uhr 70 Dezibel, nach 22 Uhr 55 Dezibel Lärm verursacht werden. „Das ist nicht besonders laut“, sagt Thomas, „ein normales Gespräch verursacht etwa 80 Dezibel.“

Ob es diesmal wirklich viel lauter war als bei früheren Juwi-Festen, der Lärm durch den Ostwind stärker in Wohngebiete getragen wurde oder die Münsteraner weniger duldsam gegenüber nächtlicher Musik geworden sind, diese Frage kann auch das Ordnungsamt letztlich nicht klären.

Wie geht es jetzt mit dem Juwi-Fest weiter?

Wie und ob es mit dem Juwi-Fest nun weitergeht, ist unklar. Die Fachschaften Jura und Wirtschaftswissenschaften verweisen auf die Organisatoren in der Juwi-Fest GmbH. Sie waren für die Redaktion nicht erreichbar. Die Juwi-Fest GmbH geht aber offenbar weiter davon aus, die Tradition fortsetzen zu können. Auf ihrer Facebook-Seite suchen sie Organisatoren für die nächsten Juwi-Feste.

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