Mi., 11.07.2018

Turbulenzen bei Vectron Chefwechsel lässt Aktie einbrechen

Turbulenzen bei Vectron: Chefwechsel lässt Aktie einbrechen

Oliver Kaltner (Archivbild von 2013) Foto: Britta Pedersen/dpa

Münster - 

Das Intermezzo Oliver Kaltners währte nicht lang: Anfang Februar dieses Jahres trat der ehemalige Chef der Leica Camera AG und vorherige Microsoft-Manager sein Amt als Vorstandsvorsitzender bei Vectron Systems in Münster an – und schon am vergangen Freitag war wieder Schluss. 

Von Jürgen Stilling

„Wir waren uns über das Tempo der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie nicht einig“, erklärte Firmengründer und aktueller Vorstandschef Thomas Stümmler am Mittwoch unserer Zeitung. „Bei Großkonzernen wie Microsoft läuft eben vieles anders als bei einem Mittelständler, wie wir einer sind“, beschrieb Stümmler die Differenzen mit Kaltner.

Rund 180 Mitarbeiter beschäftigt der münsterische Komplettanbieter von Kassensystemen (Umsatz 2017: knapp 33 Millionen € ). Künftig wolle das Unternehmen expandieren, indem neben dem Verkauf der Kassensysteme auch der Datenverkauf zum Geschäftsmodell gehöre, betont der Firmenchef, der 28 Prozent der Vectron-Anteile hält.

Gehalt wird einige Monate weiter gezahlt

Folge des Chefwechsels war ein Kurseinbruch an der Frankfurter Börse, der schon am Freitag mit einem Absturz um rund 20 Prozent einsetzte und am Montag eine leichte Fortsetzung fand. Am Dienstag und Mittwoch stabilisierte sich dann der Vectron-Kurs im Börsensegment Scale oberhalb von 15 € . „Bei einem kleineren Börsenwert wie Vectron kann es schnell mal zu größeren Kursausschlägen kommen“, betonte Stümmler.

Doch das Ausscheiden von Kurzzeit-Chef Kaltner wird nicht nur die Performance der Aktie sondern auch die diesjährige Vectron-Bilanz trüben: „Denn Kaltner bekommt noch einige Monate weiter sein Gehalt“, räumte Stümmler ein.



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