Do., 12.07.2018

Architekturpreis für Tobias Rabold „Wo nichts ist, kann alles sein“

Tobias Rabold hat eine Struktur im Zentrum von Berlin konzipiert, die öffentliche Leere anbietet – einen demokratischen Ort der Besinnung, des Rückzugs und der Ruhe.

Tobias Rabold hat eine Struktur im Zentrum von Berlin konzipiert, die öffentliche Leere anbietet – einen demokratischen Ort der Besinnung, des Rückzugs und der Ruhe. Foto: Tobias Rabold

Münster - 

Repräsentative Sakralbauten sind fast immer einer bestimmten Glaubensrichtung zugeordnet und nicht unbedingt offen für andere Weltanschauungen. „Ich habe versucht, einen Gegenentwurf zu religiös konnotierten Gebäuden zu entwickeln“, erläutert Tobias Rabold, Absolvent der FH Münster, die Motivation für seine Masterarbeit. Mit seinem Konzept für einen „Ort der Leere, der dem Besucher das Potenzial bietet, ihn sich mental anzueignen“ im Zentrum von Berlin überzeugte der 28-Jährige die Jury des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und des polnischen Architektenverbands (SARP), die ihn beim BDA-SARP-Award 2018 mit einer Auszeichnung würdigte.

Rabolds Entwurf besteht aus einem rasterartig angelegten Pappelwald mit einer Mauer und einem Pavillon in der Mitte. Die Jury war fasziniert von seiner „Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Nichts und der Leere in der Architektur“, wie es im Begründungstext heißt. „Ich wollte eine Gebäude-Typologie entwickeln, in die jeder hineinprojizieren kann, was er möchte, und die durch jeden einzelnen Nutzer ihre individuelle Bedeutung erhält“, erklärt der Nachwuchsarchitekt. Denn: „Wo nichts ist, kann alles sein.“

Der BDA und der SARP möchten den Dialog zwischen polnischen und deutschen Architekten stärken. Daher zeichnen sie jährlich herausragende Abschlussarbeiten aus und laden die nominierten Absolventen beider Länder zu einem gemeinsamen Workshop ein.



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