Fr., 13.07.2018

Unabhängig vom Schlaun-Gymnasium Stadt plant neue Schule in Gremmendorf

 

  Foto: Oliver Werner

Münster - 

Ganz gleich, ob das Schlaun-Gymnasium in der Innenstadt bleibt oder nicht – die Stadt erwägt nun unabhängig von dieser Frage, in Gremmendorf ein zusätzliches Gymnasium zu bauen. Grundstücksverhandlungen sind bereits im Gange.

Von Karin Völker

Umziehen oder bleiben? Über die Zukunft des Schlaun-Gymnasium soll es bis spätestens Anfang nächsten Jahres eine Richtungsentscheidung geben. Das sagt Schuldezernent Thomas Paal, nachdem sich in dieser Woche Vertreter der Schule, der beteiligten Ämter der Stadtverwaltung und die Schulpolitiker der Ratsfraktionen an einem runden Tisch ausgetauscht haben. Schuleiter Dr. Lothar Jansen formuliert danach die „ganz klare Wunschvorstellung“ der Schule: „Wir wollen an unserem Platz bleiben, auch notfalls jahrelang auf einer Baustelle arbeiten.“ Ein Umzug nach Gremmendorf, auch nicht für eine gewisse Zeit, in der das alte Schulgebäude an der Sonnenstraße saniert würde, komme nicht in Frage.

Auch wenn diesem Wunsch der Schule nun womöglich Rechnung getragen werde, der Bau einer neuen Schule in Gremmendorf ist für die Stadt keineswegs vom Tisch, sondern sehr konkret, wie Thomas Paal verdeutlicht. Die Rückkehr zum G9- Abitur  werde an vielen bestehenden Schulen einen erheblichen räumlichen Engpass verursachen, so dass für ein zusätzliches Gymnasium durchaus Bedarf wäre.

Keine Detail-Planungen für Sanierung

Der Neubau würde aber auf keinen Fall, auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne enstehen, das die Stadt gerade von der Bima übernommen hat. „Dafür müsste der bestehende Bebauungsplan, noch einmal geändert werden“, verdeutlicht Paal, ein Verfahren, das die Bebauung mit Wohnhäusern auf der York-Kasernen-Gelände zu sehr verzögern würde. Stattdessen hat die Stadt zwei andere geeignete Grundstücke in Gremmendorf in den Blick genommen. Weil sie sich noch nicht im Besitz der Stadt befinden, will die Stadt die möglichen Standorte noch nicht konkretisieren. „Wir verhandeln mit den jetzigen Eigentümern“, erläutert der Schuldezernent.

Somit wird klar, dass die Stadt neben ihrem beschlossenen Schulsanierungs- und Erweiterungsprogramm weitere hohe Millionenbeträge für den Schulbau einplant. Die Investitionsfreude hat aber auch Grenzen, wie Paal verdeutlicht: Es komme nicht in Frage, dass das Schlaun-Gymnasium während der Sanierungszeit in eigens angeschaffte Containerklassen umziehe. Paal: „Eine einzige Containerklasse kostet 250. 000 Euro, es würden Kosten im Millionenbereich anfallen, die überhaupt nicht nachhaltig angelegt wären.“

CDU präferiert Neubau eines Gymnasium

Detail-Planungen für die Sanierung des Schlaun-Gymnasium gibt es bisher nicht, die Verwaltung war in ersten Schätzungen von einer Sanierungszeit inklusive Planung von acht Jahren ausgegangen. Die Vertreter der Ratsparteien hörten bei dem Austausch erst einmal zu, wie es von CDU, Grünen und SPD heißt. SPD und Grüne sehen bei einem Schulneubau für eine weitere Gesamtschule einen hohen Bedarf, die CDU präferiert den Neubau eines Gymnasiums, alle Parteien sind aber in dieser Frage offen. Entscheidend sei der Elternwunsch.

Im Herbst soll es den nächsten Fachaustausch aller Beteiligten geben, detailliertere Pläne sollen dann vorliegen. „Das Schlaun-Gymnasium hat Anspruch darauf, dass wir es nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag vertrösten“, betont Thomas Paal.

Fotostrecke: Abiball des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium



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