Neues Angebot des Vereins „Frauennotruf“
Telefonische Begleitung auf dunklen Wegen

Münster -

Frauen und Mädchen fühlen sich mitunter unsicher, wenn sie nachts allein in der Stadt unterwegs sind. Sie können sich ab sofort von Mitarbeiterinnen des „Frauennotrufs“ Münster telefonisch begleiten lassen.

Mittwoch, 18.07.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 18.07.2018, 07:08 Uhr
Der Frauennotruf Münster bietet Frauen ab sofort kostenlos einen telefonischen Begleitservice an (v.l.): Sabrina Maier, Daniela Stöveken, Gerlinde Gröger, Lea Goetz und Lea-Marie Geisbauer.
Der Frauennotruf Münster bietet Frauen ab sofort kostenlos einen telefonischen Begleitservice an (v.l.): Sabrina Maier, Daniela Stöveken, Gerlinde Gröger, Lea Goetz und Lea-Marie Geisbauer. Foto: kv

Echte Notrufe wollen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die am Mittwochabend zum ersten Mal an den Telefonen der dann freigeschalteten Hotline sitzen, am liebsten gar nicht bekommen. „Wir wollen Frauen auf ihren Wegen nachts Sicherheit geben“, sagt Sabrina Maier, die beim Verein Frauennotruf als eine von 18 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen eine Ausbildung absolviert hat.

Wie das Ganze funktioniert

Frauen und Mädchen, die in Münster unterwegs sind, können ab sofort immer mittwochs und samstags von 22 bis 4 Uhr kostenlos die Nummer von „sumt“ (0800 835 3878) wählen. „Sumt“ steht für „Sicher unterwegs in Münster Telefon“ und übernimmt, wie Gerlinde Gröger, Leiterin des „Frauennotrufs Münster“ betont, damit eine „gesellschaftliche Aufgabe“.

Bisher seien Frauen auf private Kontakte angewiesen, wenn sie verunsichert und ängstlich vor sexueller Belästigung nachts auf Straßen oder in Verkehrsmitteln unterwegs seien. Sabrina Maier stand bisher schon häufiger für Freundinnen bereit, denen es so ergehe, wie sie erzählt. „Ich spreche dann mit den Anruferinnen, bis sie zu Hause oder anderswo in Sicherheit sind“, sagt Maier, die nun auch fremde Frauen am Telefon begleiten will.

Wer bei „sumt“ anruft gibt per Smartphone seine GPS-Daten frei. „Wir wissen dann immer, wo die Anruferinnen sind“, so Gröger.

Stadt Münster finanziert Projekt mit 86.000 Euro

Die Telefonhotline „sumt“ läuft nun zunächst für drei Jahre als Modellprojekt, das die Stadt Münster mit 86 000 Euro finanziert. Jeweils zwei Anruferinnen können gleichzeitig begleitet werden, weitere landen vorerst in einer Warteschleife. „Wir müssen erst ausloten, wie hoch der Bedarf ist“, so Gröger. Erfahrungen mit einem ähnlichen Modell gebe es bisher mit dem bundesweiten Angebot „Heimweg-Telefon“. Der Vorteil von „sumt“: Die Mitarbeiterinnen kennen sich in Münster aus, können Tipps für Alternativrouten geben, wenn Frauen sich belästigt fühlen. Und wenn es wirklich zu Übergriffen kommt? „Dann schalten wir die Polizei ein“, sagt Gröger.  

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