Kunden klagen über Klimaanlage im Bus
„Bei Problemen den Sitzplatz wechseln“

Münster -

Busfahren bei der Hitze? „Das ist kein Problem“, sagt Stadtwerke-Sprecher Florian Adler. Gleichwohl kenne er Beschwerden, dass es im Bus zu warm oder – aktuell häufiger – auch zu kalt sei – trotz Klimaanlage. 

Donnerstag, 19.07.2018, 07:00 Uhr
Klimaanlagen müssen regelmäßig gewartet werden.
Foto: Stadtwerke

Und zudem gebe es Fahrgäste, die Probleme mit der Zugluft hätten, die durch die Klimaanlagen erzeugt werde, bestätigt Adler auf Nachfrage. In der Redaktion hatten sich Leser gemeldet, die zum Teil vorgaben, die Klimaanlagen seien verantwortlich für ihre Erkrankungen.

Im Bus krank geworden

Piny Holzlehner ist aufgrund ihrer Krankheit auf den Bus angewiesen, um sich in Münster bewegen zu können. Sie nutzt den erhöhten Sitz hinter der Fahrerkabine. Wenn das Gebläse der Klimaanlage anspringt, zuckt sie zusammen. Schon mehrfach habe sie sich durch die entstehende Zugluft eine Erkrankung geholt. Sie kenne weitere Fahrgäste, denen es ähnlich ergangen sei. Sie könne keinen anderen Platz wählen, weil sie von dort aus nur schwer allein aufstehen könne. Manches Mal hätten die Fahrer ihr schon den Wunsch erfüllt, die Anlage auszuschalten. Die Stadtwerke müssten doch an zufriedenen Fahrgästen interessiert sein. „Dazu gehört dann auch Rücksicht in besonderen Fällen“, sagt Piny Holzlehner.

Klimaanlage sei "spürbar, aber nicht unzumutbar“

Die Klimaanlagen würden regelmäßig gewartet und seien in der stadtwerke­eigenen Werkstatt derzeit so eingestellt, dass die Temperatur in den Bussen drei Grad unter der Außentemperatur liege. „Der Unterschied ist spürbar, aber nicht unzumutbar“, skizziert Adler die Empfindungen beim Ein- oder Ausstieg. Die Einstellung der Klimaanlagen sei zentral vorgegeben, die Fahrer gehalten, dieses nicht zu verändern. „Jeder Fahrer kann die Klimaanlage ein- oder ausschalten“.

Das Ausschalten sei bei dem warmen Wetter eher kontraproduktiv, führe es doch dazu, dass sich ein Bus sehr schnell aufheize. „Wir haben große Fensterflächen, eine hohe Außentemperatur und in dem Bus Menschen, die alle jeweils allein auch Hitze abgeben“, beschreibt der Sprecher die dann vorliegende Ausgangssituation.

„Es gibt auch Fahrgäste, die bitten darum, die Klimaanlage auszuschalten, weil sie ohnehin in vier oder fünf Minuten aussteigen müssten“, sind dem Stadtwerke-Sprecher auch andere Fälle bekannt. Der mit diesem Wunsch vermutete Effekt trete allerdings nicht ein – im Gegenteil.

Empfindliche Fahrgäste sollen sich umsetzen

Adler empfiehlt empfindlichen Fahrgästen, den Sitzplatz zu wechseln. „Manche haben mit der Zugluft am Fenster Probleme, andere mit Plätzen in der Nähe eine Gebläses.“ Sollten sich tatsächlich Beschwerden über „schlechte Luft in den Bussen“ häufen, könnten sich Betroffenen direkt an die Stadtwerke wenden. „Sollte ein ganz bestimmter Bus betroffen sein, wird dieser in der Werkstatt noch einmal überprüft“, sichert Florian Adler zu.

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