Verein „Lichtstrahl Uganda“
Frauen in Notsituationen bekommen Hilfe

Münster -

Die Medizinstation des Vereins „Lichtstrahl Uganda“, die im Norden, in Gulu, vor einigen Jahren mit Hilfe der Weihnachtsspendenaktion unserer Zeitung ausgebaut wurde, wächst weiter. Jetzt wird ein Krisenhaus für Frauen gebaut, die nach einer Geburt in einer Notsituation sind.

Freitag, 20.07.2018, 11:50 Uhr aktualisiert: 20.07.2018, 14:35 Uhr
Die münsterische Krankenschwester Heike Rath bei ihrem jüngsten Besuch in Gulu in Uganda. Für junge Frauen in Notsituationen soll nun ein Mütterkrisenhaus gebaut werden.
Die münsterische Krankenschwester Heike Rath bei ihrem jüngsten Besuch in Gulu in Uganda. Für junge Frauen in Notsituationen soll nun ein Mütterkrisenhaus gebaut werden. Foto: Lichtstrahl Uganda

Nach der Erweiterung um einen Kindergarten, eine Schule und ein Geburtshaus nimmt der Verein eine weitere Herausforderung an. In diesem Monat ist Baubeginn für ein Krisenhaus für Frauen in Notsituationen. „Denn immer mehr sehr junge Frauen, oft Mädchen, müssen in sehr schwierigen Lebenssituationen ihre Kinder zur Welt bringen“, erklärt die münsterische Krankenschwester Heike Rath, die in jedem Jahr mehrere Wochen lang vor Ort die Arbeit der Medizinstation begleitet und neue Projekte initiiert.

„Über zwei Millionen Mädchen unter 15 Jahren bringen jährlich Babys in Uganda zur Welt; und im Norden ist die höchste HIV-Rate Ugandas“, so Rath. Ganz zu schweigen von der schlechten Nahrungsversorgung. „Wir geben diesen Frauen die Möglichkeit, unter hygienischen Bedingungen kostenlos zu entbinden, aber nun auch, wenn der Weg aus dem Village sehr weit ist, einige Tage vorher und nachher bei uns zu bleiben“, berichtet die Krankenschwester.

Die Hebammen und Sozialarbeiterinnen der Medizinstation kümmern sich laut Rath um die Mädchen, von denen viele von Zuhause verstoßen würden. Derzeit gebe es fünf Schlafplätze, doch die Nachfrage sei viel größer.

Die Finanzierung der Baukosten für das Krisenhaus sei weitgehend gesichert durch eine Kostenzusage einer Hilfsaktion, so Rath. Benötigt werde aber noch dringend eine Solaranlage, Inventar und vor allem die Finanzierung einer weiteren Sozialarbeiterin.

In dem Gebäude ist zudem ein Schulungsraum geplant, wo die jungen Frauen in Hygiene, Ernährung und Familienplanung unterrichtet werden sollen. Um den Mädchen, die oft kaum Schulbildung erhalten haben, eine Perspektive zu geben, biete die Medizinstation ihnen Minijobs – etwa in der Bäckerei. In einem Raum des Neubaus sollen zudem Handarbeiten erstellt werden, deren Verkaufserlöse für die Unterhaltung verwendet werden können.

Insgesamt betreut die Medizinstation laut Rath 1800 bis 2000 Frauen im Jahr, die zur Vorsorge, zur Entbindung oder Nachsorge kommen.

Um den Bau des Krisenhauses für Frauen in Notsituationen zu begleiten, reist Heike Rath im September wieder nach Uganda.

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