„Angebote nicht akzeptabel″
Bauarbeiten an der Kanalstraße wegen hoher Preisforderungen verschoben

Münster -

„Die Angebote waren für uns schlicht nicht akzeptabel.″ Die Arbeiten an der Großbaustelle Kanalstraße werden erst ein halbes Jahr später beginnen als geplant. Grund sind „außergewöhnlich hohe″ Forderungen der Baufirmen.

Freitag, 20.07.2018, 18:40 Uhr aktualisiert: 20.07.2018, 19:10 Uhr
„Angebote nicht akzeptabel″: Bauarbeiten an der Kanalstraße wegen hoher Preisforderungen verschoben
Der Bau des Pumpwerks im Einmündungsbereich Wibbelt­straße/Kanalstraße verzögert sich.  Foto: Matthias Ahlke

Paukenschlag kurz vor dem Wochenende: Die Arbeiten an der Großbaustelle Kanalstraße vom Lublinring bis Nevinghoff müssen um etwa ein halbes Jahr verschoben werden. Grund sind die „außergewöhnlich hohen Preise“, die die Firmen veranschlagt hätten, die sich an der Ausschreibung für dieses Großprojekt beteiligt haben, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. Zudem habe es nur sehr wenige Angebote gegeben, sodass ein Preisvergleich nicht vorgenommen werden konnte.

Über vergleichbare Schwierigkeiten der öffentlichen Hand bei der Auftragsvergabe hatte unsere Zeitung jüngst am Mittwoch berichtet. Aus diesem Grund ruht etwa eine Schulhofsanierung in Sendenhorst. In Nottuln wird der Bau einer Dreifachturnhalle mit Tribüne rund 600 000 Euro teurer als geplant, bei ersten Arbeiten am Neubau einer Schul-Mensa in Greven liegen die Kosten 29 Prozent über Plan.

Jetzt triff diese für die Kommunen unerfreuliche Entwicklung auch Münster mit dem Großprojekt an der Kanalstraße: Dort sollte im Zuge des Hochwasserschutzes unter anderem ein Pumpwerk unter der Straße gebaut sowie anliegende Kanäle und Fahrbahnen erneuert werden. Doch Politik und Verwaltung in Münster ziehen angesichts der Preisentwicklung die Reißleine.

Die Angebote waren für uns schlicht nicht akzeptabel.

Michael Grimm, Leiter des Tiefbauamts

„Die Angebote waren für uns schlicht nicht akzeptabel“, erläutert der Leiter des Tiefbauamtes, Michael Grimm. Die Angebotspreise lagen zwischen 30 und 50 Prozent über den von der Verwaltung geschätzten Preisen. „Diese Diskrepanz ist vermutlich der Tatsache gut gefüllter Auftragsbücher der Baufirmen geschuldet“, wird Grimm in der städtischen Mitteilung zitiert. Der Vergabeausschuss der Stadt Münster hat daher in seiner jüngsten Sitzung die Ausschreibung aufgehoben, wie es heißt.

Hoffen auf sinkende Preise

Jetzt ist nach Angaben der Stadt geplant, nach dem Baubeschluss für den Straßenbau im Ausschuss für Umweltschutz Klimaschutz und Bauwesen im September die Ausschreibung erneut zu veröffentlichen. Eine Auftragsvergabe würde noch im Herbst erfolgen, Baubeginn wäre dann im Frühjahr 2019.

Das Tiefbauamt erhofft sich durch die Auftragsvergabe im Herbst und den geplanten Baubeginn im Frühjahr 2019 einen besseren Wettbewerb und niedrigere Preise.

Aufatmen können voraussichtlich zunächst die Autofahrer: Denn wegen der Verschiebung der Baumaßnahme dürfte auch die ursprünglich ab September geplante Sperrung der Kanalstraße für den Durchgangsverkehr nach hinten rücken. Für mindestens 18 Monate sollte die Kanalstraße im Zuge der Arbeiten in Höhe Wibbeltstraße nämlich für Autos gesperrt werden.

Baustelle Kanalstraße

Mit der umfangreichen „Baumaßnahme Kanalstraße″ soll der Hochwasserschutz in diesem Bereich weiter erhöht werden. Zwischen Lublinring und Nevinghoff wird ein Hochwasserpumpwerk gebaut ; außerdem die Kanalisation erneuert und erweitert. Im Anschluss folgt die Umgestaltung des Straßenraumes zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit und des Komforts für den Fuß- und Radverkehr. Nach dem Starkregen vom 28. Juli 2014 hat das Tiefbauamt an der Kanalstraße bereits den Deich entlang der Aa erhöht und eine neue längere Brücke über die Aa installiert, die den Hochwasserschutzmaßnahmen an der Kanalstraße angepasst ist.

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