Erpresser-Mails
Polizei Münster warnt vor Porno-Masche

Münster -

Die E-Mail ist schockierend: Erpresser behaupten, die Empfänger beim Anschauen von Pornos gefilmt zu haben. Als Beweis dafür nennen sie sogar ein Passwort. Zehn Betroffene haben sich schon bei der Polizei Münster gemeldet.

Freitag, 20.07.2018, 16:30 Uhr aktualisiert: 20.07.2018, 16:49 Uhr
Erpresser-Mails: Polizei Münster warnt vor Porno-Masche
„Schatz, ich kann das erklären!″ Mit erpresserischen E-Mails haben sich Betrüger an mehrere Münsteraner gewendet. Foto: Colourbox.de (Symbolbild)

Internetbetrüger versuchen derzeit mit einer neuen Masche per E-Mail Geld zu erpressen, berichtet die Polizei Münster. Die Empfänger erhalten demnach eine Nachricht, dass sie beim Besuch einer Internetseite mit pornographischen Inhalten gefilmt worden seien. Gegen Zahlung eines vierstelligen Euro-Betrages würde das Video mit den angeblich empfindlichen Daten nicht verbreitet.

Ferner behaupten die Täter, die internetfähigen Geräte des E-Mail-Empfängers mit einer Schadsoftware infiziert und so Zugriff auf Passwörter, Bildschirminhalte und Webcams erhalten zu haben. Um dieser Aussage Nachdruck zu verleihen wird in der Mail ein Passwort genannt, welches der Empfänger für einen Online-Dienst auch tatsächlich genutzt hat. Bei der Polizei Münster sind bislang zehn dieser Betrugs-Mails zur Anzeige gebracht worden.

Was die Polizei rät

Bei den E-Mails handelt es sich um Spam-Mails mit identischen Inhalt. Die im Erpresserschreiben genannten Passwörter stammen von Internetseiten, auf denen die Mailempfänger ihre E-Mail-Adressen und Passwörter in der Vergangenheit eingegeben haben. Wer eine solche E-Mail bekommt, kann zunächst davon ausgehen, dass der Inhalt von den Betrügern frei erfunden ist, um auf diese Weise Geld zu erpressen.

Die Polizei rät in jedem Fall zum sofortigen Löschen der E-Mail, darauf nicht zu reagieren und Anzeige zu erstatten. Die E-Mail sollte allerdings zum Anlass genommen werden, den Account mit dem benannten Passwort und möglichst auch allen weiteren Accounts zu überprüfen und ein neues Passwort zu vergeben.

Erpressungsschreiben auch im Briefkasten

Die Polizei Bochum berichtet, dass die Betrüger die Erpresserschreiben sogar teilweise per Post verschicken.

Auszug aus dem Erpressungsschreiben
Foto: Polizei Bochum

Die private Initiative  „Mimikama″ , die über Internetmissbrauch aufklärt, warnt in dem Zusammenhang davor, dass es tatsächlich möglich ist, Kameras so zu hacken, dass man unbemerkt gefilmt wird. Ihre Empfehlung, um das mit einfachen Mitteln zu verhindern: „Klebt die Kamera eures Monitors oder Smartphones mit einem kleinen Stück Papier ab und befreit sie davon, wenn ihr sie mal braucht.″

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