Fr., 20.07.2018

Schulprojekt der Kunstakademie Münster Wo das „S“ wohnten könnte

Mit „Geheimen Zeichen“ beschäftigte sich Laura M. Lagemann .

Mit „Geheimen Zeichen“ beschäftigte sich Laura M. Lagemann . Foto: Antje Dalbkermeyer / Kunstakademie

Münster - 

Wo sind in der Schule überall Buchstaben, geheime Zeichen und Wörter zu entdecken? Wie kann man damit künstlerisch umgehen? Und was kann dadurch experimentell erfahren werden? Diesen drei Fragen gingen jetzt die Kinder der Känguru-Klasse an der Wartburg-Grundschule in Münster gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden an der Kunstakademie nach.

Das von der Diplom-Kulturpädagogin Antje Dalbkermeyer seit 2009 entwickelte Projekt wird gemeinsam mit der Lehrbeauftragten Sabine Lenz und der Studentin Laura Mareen Lagemann konzipiert. Zweimal im Jahr finden an der Schule Projekttage als Verknüpfung von Hochschulstudium und Grundschulpraxis statt.

Dieses Mal stand der Projekttag unter dem Titel „Material & Text begreifen und erproben“. Es wurden drei Vermittlungsformate zur sinnlichen Wahrnehmung im Umgang mit Buchstaben, Geheimsymbolen und Wörtern als künstlerisches Material erarbeitet, die an das alltägliche Lebensumfeld der Schulkinder anknüpfen.

Die Akteure erprobten sich unter der Federführung der Studierenden in unterschiedlichsten Projektgruppen: „Glühwürmchen schreiben mit Licht“ mit Rabia Caliskan, Eva Lonken, Anistya Rengganis und Pia Voß, „Das Alphabet steckt in den Dingen“ mit Mara Bohm, Mietje Dicke, Anne Hübecker und Leonie Kiewitt sowie „Geheime Zeichen“ mit Leonie Hafen, Peter Lepp und Mira Reeh, heißt es in einer Pressemitteilung der Kunstakademie.

Die Kinder schrieben mit Licht und machten dies durch Fotografie sichtbar; sie visualisierten Buchstaben in architektonischen Elementen durch körperliche Bewegungen im Schulfeld und erfanden im Kontext kultureller Schriftbedeutungen eigene Zeichen mit Pulpe-Masse auf Papier.

Aus der spielerischen Erkundung der spezifischen Eigenarten von Schriftzeichen und Bedeutungen entwickelten sich immer wieder neue Ausdrucksformen und höchst eigene Sichtweisen wie etwa diese hier einer Schülerin: „Das S ist mein Lieblingsbuchstabe. Es ist so schön kringelig und schlängelt so schön. Und wohnen könnte es vielleicht oben auf dem Regal und sich da so längs schlängeln.“

Den Kindern Anknüpfungspunkte zum Verstehen von Kunst im öffentlichen Raum durch eigenes Handeln zu ermöglichen und somit zum Mitgestalten von Welt anzuregen, ist ein bedeutsames Ziel im ästhetischen Umgang mit Buchstaben, Texten, Schriften und Sprache. Der Sprache einen neuen Raum zu geben, bedeutet Einmischen.



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