Milchvieh- und Ackerbautage
Landwirtschaft im Zeichen der Nachhaltigkeit

Münster-Nienberge -

Aktuelle Trends der Landwirtschaft zeigten 70 Aussteller bei den ersten „Milchvieh- und Ackerbautagen“ in Nienberge. Dabei wurden viele umweltschonende Projekte vorgestellt.

Sonntag, 22.07.2018, 16:22 Uhr aktualisiert: 22.07.2018, 17:56 Uhr
Pé Schuiringa plädiert für eine nachhaltige Viehwirtschaft.  Foto: Siegmund Natschke
Pé Schuiringa plädiert für eine nachhaltige Viehwirtschaft.  Foto: Siegmund Natschke

Es war ein Wagnis und eine Premiere. Zum ersten Mal fanden am Wochenende die „Milchvieh- und Ackerbautage“ der niederländischen Firma „CNO Expo“ in Deutschland statt. 70 Aussteller zeigten auf einem drei Hektar großen Gelände in Nienberge unweit vom historischen „Haus Vögeding“ aktuelle Trends der Landwirtschaft. Nicht nur Fachleute, auch die Verbraucher waren angesprochen. Es zeigte sich: Zunehmend wird auf dem Acker und im Stall dem Gedanken der „Nachhaltigkeit“ Rechnung getragen. Umweltschutz spielt eine große Rolle.

Der Niederländer Pé Schuiringa setzt dabei auf mehr Nachhaltigkeit in der Viehwirtschaft. Und er hat eine Idee, wie das funktionieren kann. Schuiringa sagt: „Wir reduzieren bei der Gülle den Ausstoß von Ammoniak und Methan.“ Nicht nur, dass es sich bei dabei um sogenannte „Treibhausgase“ handelt, die das Klima gefährden. Auch bereits der Stickstoff, aus dem sich Ammoniak bilden kann, bliebe in der Gülle erhalten, wenn diese mit einem natürlichen Mineralstoffmix „behandelt“ würde. Den stelle seine Firma „Rinagro“ her. Auf diese Weise könne die Gülle wiederum zu einem wertvollerem Düngemittel in der Landwirtschaft werden.

Viele solcher umweltschonenden Konzepte wurden in Nienberge gezeigt. Vom „Blühstreifen“ an Ackerrändern über vielfältigere Fruchtfolgen bis hin zu modernen Technologien der ausgestellten landwirtschaftlichen Maschinen, umfangreich waren die Informationen, die auf der Messe für jeden bereitstanden.

„Wir wollen auch dem Endverbraucher den Nutzen erklären und einen Einblick geben“, sagte Xaver Boldt von der Firma „Saphir“, die etwa 1000 unterschiedliche Geräte herstellt. Eines davon: der „Mulchsaatgrubber“. Mit dem würden Erntereste in den Boden eingearbeitet, das sei ein Schutz vor Erosion, erläuterte Boldts Kollege Manuel Schreck. Durch ganz unterschiedliche, spezifische Maschinen werde Unkraut technisch bekämpft, der Einsatz von Chemie so weniger notwendig.

So breit die Zielgruppe auch war: Am Freitag und Samstag, so war von den Ausstellern zu hören, blieb der Ansturm der Verbraucher noch aus. Und das, obwohl einige Stände gar nicht hochspezialisierte Fachleute ansprachen. Vom Kinderbuch bis zum Pflaster, vom Brillenputztuch bis zur Illustrierten, eigentlich gab es hier fast so vieles wie in einem gut sortierten Supermarkt.

Am Sonntag war dann deutlich mehr los, vielleicht weil der benachbarte Landwirt und Michviehbesitzer Reinhard Weissen, der ein Teil seines Gelände für die Messe zu Verfügung gestellt hatte, gleichzeitig zu einem „Tag des offenen Hofes“ einlud.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5924354?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker