Red Dog Theater Berlin unterhielt beim „Roten Hund“
Ilse überreizt ihr Glück

Münster -

Am Ende sitzt Ilse (Stefanie Rüffer) wieder in ihrer schäbigen Hütte, das Dach ist kaputt, und überall kriechen schleimige Schnecken herum. Wäre sie nicht so habgierig, könnte sie jetzt bequem chillen im Palast mit Garten, in dem der „Champagner aus dem Springbrunnen“ quillt. Ihr Mann, der Fischer Hans (Rachel Pattison) erträgt unterdessen Ilses Habgier wortkarg und geduldig.

Sonntag, 22.07.2018, 17:22 Uhr aktualisiert: 23.07.2018, 12:14 Uhr
Stefanie Rüffer (l.) als Fischweib Ursula und Rachel Pattison als Ilse, die Frau des Fischers, hier dargestellt durch die Handpuppe
Stefanie Rüffer (l.) als Fischweib Ursula und Rachel Pattison als Ilse, die Frau des Fischers, hier dargestellt durch die Handpuppe Foto: heh

Der Butt, ein weiser alter Fisch, sorgt derweil für die kleinen und großen Zaubereien, um aus der unzufriedenen Fischerfrau Ilse nacheinander eine reiche Königin, Kaiserin und Päpstin zu machen. Als die nimmersatte llse am Ende Gott werden will, steigt der Butt aus – und schickt Ilse zurück in ihre armselige Hütte. Auch die verhassten Schnecken sind wieder da – so will es das Märchen vom „Fischer und seiner Frau“.

Philipp Otto Runge hatte es einst geschrieben, und das Theater Red Dog aus Berlin zeigte nun seine Inszenierung der Story am Sonntagmorgen in der Theaterreihe Roter Hund des Kulturamtes Münster. Hunderte kleiner und großer Märchenfreunde schauten unter schattigen Bäumen auf der grünen Wiese hinter der Westfälischen Schule für Musik an der Himmelreichallee zu und folgten dem wilden Treiben mit großen Augen. Die Musik Arne Assmanns (Musiker des Theaters Red Dog) wurde vom Band zugespielt und sorgte zusätzlich für gute Laune.

Bart Hogenboom, künstlerischer Leiter dieser Kindertheaterreihe des Kulturamtes, erklärte schmunzelnd: „Es ist nur ein Zufall, dass das Berliner Theater, das heute zu Gast ist, genauso heißt wie unsere Theaterreihe.“

Für die Reihe im Münster wirkte Keith Harings großer roter Hund, den er bei den Skulpturen-Projekten 1987 in Münster präsentierte und der einige Jahre auf dem einstigen Zoo-Gelände stand, als Namensgeber. Das Berliner Theater hingegen ließ sich von den australischen Dingos, die auch „Red Dogs“ genannt werden, in-spirieren, denn Schauspielerin und Theatergründerin Rachel Pattison stammt gebürtig aus Australien.

Durch die Geschichte führten Pattison und Rüffer übrigens als „Fischweiber Elfriede und Ilse“, die nicht nur „Rollmops mit und ohne Gürkchen“ anboten. Mit spitzer Zunge und einer sympathischen Portion Schadenfreude erzählten sie am Sonntagmorgen, wie die nimmersatte und übellaunige Ilse ihr märchenhaftes Glück überreizte.

Am kommenden Sonntag wir die Reihe fortgesetzt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5924728?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker