Taucheinsatz am Dortmund-Ems-Kanal
Brückenspringer im Kanal vermisst

Münster -

Tauchereinsatz für die Berufsfeuerwehr am frühen Mittwochmorgen: Kurz nach Mitternacht erreichten mehrere Notrufe die Leitstelle. Ein Mann sei von der Brücke Albersloher Weg in den Dortmund-Ems-Kanal gesprungen und nicht wieder aufgetaucht.

Mittwoch, 25.07.2018, 07:04 Uhr aktualisiert: 25.07.2018, 16:39 Uhr
Taucheinsatz am Dortmund-Ems-Kanal: Brückenspringer im Kanal vermisst
In der Nacht zu Mittwoch suchten Taucher im Dortmund-Ems-Kanal nach einem Mann. Foto: Helmut Etzkorn

Feuerwehr und DLRG rückten mit zahlreichen Einsatzkräften an, mit einem Sonarboot suchten sie im vier Meter tiefen Kanalbett mit Schallsignalen per Echo-Ortung. Drei Verdachtspunkte kristallisierten sich heraus, doch die Froschmänner fanden nur alte Fahrräder oder Matratzen. Nach rund 90 Minuten wurde der Einsatz abgebrochen.

Bislang keine Vermisstenanzeige

„Wir haben am Ufer keine Kleidungsstücke gefunden und eine Vermisstenanzeige gibt es bislang auch nicht“, so Andreas Bode von der Polizei in Münster. Wahrscheinlich ist der Springer in der Dunkelheit irgendwo wieder aus dem Kanal geklettert und hat sich nicht mehr gemeldet.

„Trotzdem war es von den Zeugen richtig, in einer solch unklaren Situation die Retter sofort zu alarmieren“, so Marc Englbrecht von der Wasserschutzpolizei. Weil seit Wochen optimales Badewetter herrscht, sind Polizeistreifen in zivil auf den Kanal-Leinpfaden unterwegs.

Wer von Brücken springt, bringt sich in Lebensgefahr.

Marc Englbrecht von der Wasserschutzpolizei

Wasser unter Brücken oft flacher

„Wer von Brücken springt, bringt sich in Lebensgefahr“, so Englbrecht. Die Schiffe fahren auch nachts, und weil unter Brücken oft Diebesgut wie Fahrräder, Mopeds oder Tresore versenkt werden, ist dort das Wasser flacher. Bislang sind in diesem Sommer vier Springer von der Polizei erwischt worden. Die Ordnungswidrigkeiten-Anzeige kostet den Betroffenen rund 100 Euro.

„Wir sprechen die Leute gezielt an und wollen sie sensibilisieren, nicht so leichtsinnig zu sein“, so Engl­brecht. Schwimmen im Kanal ist zwar nicht erlaubt, wird aber geduldet.

Junge Männer besonders risikobereit

Wegen der Brückenbaustellen und der Sperrung der KÜ Gelmer konzentriert sich das Open-Air-Kanalbadeerlebnis auf den Abschnitt zwischen Hiltruper Prinzbrücke und Kleimannbrücke in Coerde. Besonders junge Männer schwimmen laut Polizei noch immer an vorbeifahrende Binnenschiffe heran. „Besonders unter Alkoholeinfluss sind diese verbotenen Mutproben immer noch üblich“, so Englbrecht.

Mit Kräften einer Hundertschaft unterwegs

Weil die Pötte im ausgebauten Kanal immer dicker werden, ist auch die Sogwirkung größer als früher bei den kleineren Lastkähnen.

Gemeinsam mit Kräften einer Hundertschaft wird die Wasserschutzpolizei in den nächsten Tagen unterwegs sein.

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