Angriff auf Zugbegleiter
Nach Schlägerei seiner Söhne: Vater erhebt Vorwürfe gegen die Polizei

Münster/Altenberge -

Sie sollen auf einen Zugbegleiter eingeprügelt haben, doch der Vater der beiden Brüder wirft der Polizei jetzt seinerseits Gewalt gegen die beiden Minderjährigen vor.

Mittwoch, 25.07.2018, 12:25 Uhr aktualisiert: 25.07.2018, 14:35 Uhr
Angriff auf Zugbegleiter: Nach Schlägerei seiner Söhne: Vater erhebt Vorwürfe gegen die Polizei
Am Bahnhof Münster Zentrum-Nord haben in der Nacht zu Montag zwei Brüder im Alter von 14 und 17 auf einen Zugbegleiter der Regionalbahn eingeschlagen, nachdem er sie und weitere Jugendliche aus dem Zug geworfen hatte. Foto: Matthias Ahlke

Am Dienstag hatte unsere Zeitung vermeldet, dass zwei jugendliche Brüder in der Nacht zu Montag auf einen Zugbegleiter der DB Regio im Zentrum-Nord eingeschlagen hätten. Mittlerweile hat sich der Vater der beiden sowohl bei der Bundespolizei sowie auch bei unserer Zeitung gemeldet. Er erhebt in einem Schreiben massive Vorwürfe gegen die Polizei.

Mehrere Wunden davongetragen

Beide Söhne seien von der Polizei geschlagen worden. Mit dem Älteren, der sich zwischenzeitlich den Maßnahmen der Bundespolizei entzogen hatte und schließlich von der Landespolizei festgenommen und auf die Wache am Friesenring gebracht worden war, hätten die Eltern noch in der Nacht ins Krankenhaus gemusst.

Der 17-Jährige sei massiv misshandelt worden und habe mehrere Wunden am Oberkörper sowie im Gesicht davongetragen. Gegen den Zugbegleiter habe sich sein Sohn derweil nur gewehrt, schreibt der Vater, weil sich der Junge angegriffen gefühlt habe.

Erneut auffällig geworden

Die Bundespolizei bestätigte unserer Zeitung am Mittwoch, dass der Vorgang intern geprüft werde. Der Jugendliche ist derweil laut Bundespolizei am Mittwochmorgen im Bahnhofsbereich erneut auffällig geworden. Er soll dort laut Polizei eine Körperverletzung begangen haben.

Zudem gebe es noch weitere Straftaten, die dem Jugendlichen vorgeworfen werden. Möglichst noch in dieser Woche will die Bundespolizei die Angelegenheit, inklusive der Vorwürfe gegen die Polizei, der Staatsanwaltschaft Münster übergeben.

Die Vorgeschichte

Die beiden Jungen aus Altenberge waren in der Nacht von Sonntag zu Montag von Münster nach Gronau unterwegs gewesen, als der Zugbegleiter sie und weitere Jugendliche aufforderte, die Füße von den Sitzen zu nehmen. Da sie der Aufforderung nicht nachkamen und schließlich einen Streit anfingen, untersagte der Schaffner der Gruppe gegen 0.30 Uhr die Weiterfahrt am Bahnhof Zentrum-Nord.

Die Brüder wollten jedoch weiterfahren. Der 14-Jährige ging nach Polizeiangaben vom Montag unvermittelt mit Schlägen auf den Zugbegleiter los. Der Nachrichtenagentur dpa gegenüber sprach die Polizei von einem "besonders brutalem Vorgehen".

Als beide zu Boden gingen, habe der 17 Jahre alte Bruder von hinten auf Kopf und Gesicht des Opfers geschlagen. Eine Streife der Bundespolizei griff ein und nahm den 14-Jährigen fest. Der 17-Jährige war zunächst geflohen, konnte aber kurze Zeit später gefasst werden.

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