Do., 26.07.2018

Quote in Pflegeeinrichtungen Zahl der Einzelzimmer soll ab 1. August steigen

Pflegeheime dürfen ab dem 1. August nicht mehr als 20 Prozent ihrer Plätze in Doppelzimmern belegen. In Münster haben von den 35 Heimen nur zwei die Quote nicht erfüllt.

Pflegeheime dürfen ab dem 1. August nicht mehr als 20 Prozent ihrer Plätze in Doppelzimmern belegen. In Münster haben von den 35 Heimen nur zwei die Quote nicht erfüllt. Foto: Imago

Münster - 

Die Zeit der Doppelzimmer in Pflegeheimen läuft aus. Das am 1. August in Kraft tretende Gesetz in Nordrhein-Westfalen, wonach in Pflegeeinrichtungen Doppelzimmer nicht mehr belegt werden dürfen, wird in Münster nicht zu einem nennenswert verringerten Platzangebot führen.

Von Karin Völker

Hier erfüllen derzeit nur zwei der insgesamt 35 Einrichtungen, die vollstationäre Pflege anbieten, die neuen Anforderungen nicht, wie Dagmar Arnkens-Homann, Leiterin des münsterischen Sozialamtes und damit auch der Heimaufsicht, berichtet. 80 Prozent der angebotenen Zimmer müssen ab kommender Woche als Einzelzimmer gelten, überzählige Doppelzimmer dürfen dann nur noch mit einer Person belegt werden, so will es das Gesetz.

Gesetz bereits 2003 verabschiedet

Damit dürfen dann 17 der 2616 in Münster zur Verfügung stehenden Pflegeplätze nicht mehr belegt werden. „Die Träger hatten lange Zeit, sich auf das Inkrafttreten der Quote vorzubereiten", so Arnkens-Homann. Bereits 2003, vor 15 Jahren also, sei das Gesetz verabschiedet, seien die Fristen mehrmals verlängert worden.

„Viele haben in den vergangenen Jahren umgebaut und die Doppelzimmer nach und nach in Einzelzimmer umgewandelt“, so Arnkens-Homann. Die beiden Heime, die von der Quotenregelung betroffen sind, nennt sie nicht – nur so viel: Eines davon wolle die Doppelzimmer nun für die Kurzzeitpflege nutzen, die Möglichkeit bestehe gesetzlich bis 2021. In ganz NRW sind 400 Heime von der Einschränkung betroffen, über 5500 Plätze stehen nicht mehr zur Verfügung.

Aufnahmestopps wiegen schwerer

Stärker als die Belegungseinschränkung wegen einer zu hohen Doppelzimmerquote wirken sich in Münster Aufnahmestopps aus. Betroffen ist in Münster bis zum Jahresende, wie berichtet, das Klarastift. Auch ein weiteres Heim darf derzeit wegen „struktureller Probleme in der Pflege“, so Arnkens-Homann, keine Bewohner mehr aufnehmen. Es seien „immer mal wieder“ wenige Einrichtungen von dieser Maßnahme betroffen, so die Sozialamtsleiterin.

Trotzdem kein Engpass im Pflegeplatz-Angebot

Das kann, wie am Klara­stift jetzt geschehen, dazu führen, dass Patienten der Kurzzeitpflege nicht in dem selben Haus stationär aufgenommen werden können und kurzfristig in einem anderen Heim einen neuen Platz suchen müssen.

Weil nicht nur in Münster überwiegend sehr hochbetagte und gesundheitlich stark eingeschränkte Menschen in den Pflegeheimen leben, werden dort relativ häufig Zimmer frei, weil Bewohner gestorben sind. Ein mehrere Monate währender Aufnahmestopp führt so in aller Regel dazu, dass eine nennenswerte Anzahl von Pflegeplätzen nicht zur Verfügung steht. Dagmar Arnkens Homann sieht aber keinen Engpass im Pflegeplatz-Angebot und sieht in einem Aufnahmestopp ein wirksames Instrument, „damit Einrichtungen Probleme bei der Organisation ihrer Pflege unter geringerem Druck lösen können“.



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