Fr., 17.08.2018

Stadt verbietet Shishas Am Aasee geht die Angst um

Stadt verbietet Shishas : Am Aasee geht die Angst um

Verschmutzung durch die Hinterlassenschaften der Shisha-Raucher. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Die Stadt Münster verbietet ab Ende dieser Woche das Rauchen von Wasserpfeifen an den Aaseeterrassen. Das teilt die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Doch die Shisha-Raucher sind nur die Spitze des Eisberges.

Von Björn Meyer

Wegen zunehmender und anhaltender Verunreinigungen an den Aasee-Terrassen verhängt die Stadt dort ein Shisha-Rauchverbot, das am Freitag in Kraft tritt. „Die Aasee-Terrassen stehen allen Bürgern und Besuchern unserer Stadt zur Verfügung, jeder soll sich hier wohlfühlen können. Die starke Inanspruchnahme der Aasee-Terrassen für das Shisha-Rauchen in den letzten Monaten und die damit einhergehende Verunreinigung der Terrassen verleidet vielen den Besuch. Vom jetzt ausgesprochenen Verbot, dort Wasserpfeifen zu rauchen, erwarte ich eine Verbesserung der Situation“, begründet Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer das städtische Vorgehen. Verstößen werde konsequent nachgegangen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Laute Musik, Müll, Pöbeleien, Gewalt

Weiter schreibt die Verwaltung, der Ordnungsdienst, aber auch die Polizei würden die Aasee-Terrassen verstärkt kontrollieren und bei Verstößen Platzverweise aussprechen. Vor Ort weisen zudem Schilder auf die neue „Spielregel“ hin. „Wir appellieren an alle Besucher, Verschmutzungen zu vermeiden und gegenseitig Rücksicht zu nehmen“, so Michael Thomas vom Ordnungsamt.

Doch die Verschmutzung durch die Hinterlassenschaften der Shisha-Raucher sind nach Informationen unserer Zeitung lediglich die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs am Aasee. Vielmehr beklagen Anlieger seit Wochen abends und nachts unhaltbare Zustände, in deren Zentrum laute Musik, Berge von Müll, vor allem aber Pöbeleien und auch Gewalt stehen.

Angst vor Sachbeschädigungen

Manch einer will sich öffentlich dazu nicht mal äußern, weil er Angst hat, dass die eh schon beträchtlichen Sachbeschädigungen zunehmen könnten. Dr. Wolfgang Westermann, der die Bürgerinitiative „Pro Aasee“ mitbegründet hat, dokumentiert dagegen seit Wochen die Vorgänge am Aasee.

Hauptsächlich würden ihm zufolge Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren die Treppen am Aasee sowie die nahe gelegene Bastion zu später Stunde bevölkern. Zudem würden nachts regelmäßig Autos aus dem Ruhrgebiet erscheinen, nach kurzer Zeit den Schauplatz aber wieder verlassen. Westermann vermutet Drogenhandel: „Das kann ich aber natürlich nicht beweisen“, räumt er ehrlich ein.

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Es gibt Leute, die überlegen hier wegzuziehen.

Anwohner Dr. Wolfgang Westermann

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Kellner des A2 geschlagen

Doch auch ohne diesen Beweis lange es vielen. „Es gibt Leute, die überlegen hier wegzuziehen“, sieht Westermann die öffentliche Ordnung empfindlich gestört. Eine Einschätzung, die auch Eva Donhauser teilt, die stellvertretende Betriebsleitung des A2. Vor nicht allzu langer Zeit seien eine Kellnerin und ein Kellner des A2 geschlagen worden, weil sie ein Pärchen darauf hingewiesen hätten, dass die Toiletten nur Gästen zur Verfügung stünden. Auch zwei junge Männer mussten zuletzt, wie von unserer Zeitung berichtet, nach einem brutalem Übergriff ins Krankenhaus gebracht werden.

Daneben käme es nachts immer wieder zu Pöbeleien. Das sei sowohl für die Gäste als auch das Personal nicht schön. „Da ist alles dabei“, sagt Donhauser und benennt wie Westermann vor allem Jugendliche als Auslöser des Schlamassels.

Wunsch nach Präsenz der Ordnungshüter

Eva Donhauser wünscht sich eine erhöhte, vielleicht sogar für einige Zeit dauerhafte Präsenz des Ordnungsamtes. Auch Wolfgang Westermann sieht das so und spricht zudem die in den beiden Bereichen zu spärliche oder gar nicht vorhandene Beleuchtung an. Dass ein Shisha-Verbot die Situation lösen wird, bezweifelten dagegen sämtliche Anlieger, mit denen die Redaktion am Donnerstag gesprochen hat.

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