Wohnen im Industriedenkmal
SPD regt Wettbewerb für Gasometer an

Münster -

Ein Architektenwettbewerb als Initialzündung: Die SPD möchte den Gasometer in ein Wohngebäude umfunktionieren.

Freitag, 27.07.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 27.07.2018, 08:11 Uhr
Mathias Kersting (l.) und Ludger Steinmann sind sicher, dass sich ein Architektenwettbewerb für den Gasometer lohnen würde.
Mathias Kersting (l.) und Ludger Steinmann sind sicher, dass sich ein Architektenwettbewerb für den Gasometer lohnen würde. Foto: kb

Was Stadt kann, muss Münster auch können. Das meinen die beiden SPD-Ratsherren Ludger Steinmann und Mathias Kersting. Sie stellten im Gespräch mit unserer Zeitung einen Rats­antrag vor, der zum Ziel hat, einen Architektenwettbewerb für das Gelände des Gasometers an der Kreuzung Albersloher Weg/Umgehungsstraße auszuloben und auf diesem Wege das Indu­striedenkmal in ein Wohngebäude umzuwandeln.

Erst jüngst hatte der münsterische Investor einen entsprechenden Vorschlag für die Stadtwerke-Immobilie gemacht. Die SPD möchte, dass die Stadt das Anliegen jetzt systematisch angeht. „Wir halten Wohnen an dieser Stelle für machbar.“

Vorbild Stade

Vorbild könnte Stade sein, wo ein – im Vergleich zu Münster – deutlich kleinerer Gasometer 2014 in ein Appartementgebäude mit „36 exklusiven Mietwohnungen“ umgebaut wurde. Nebenbei bemerkt: Eine 83 Quadratmeter große Wohnung wird aktuell für 913 Euro Kaltmiete plus 249 Euro Nebenkosten im Internet angeboten.

Für den Gasometer würde im Falle einer Bebauung natürlich die Regelung der „sozial gerechten Bodennutzung“ gelten, sprich 30 Prozent Sozialwohnungen. Um dies zu gewährleisten und damit auch sonst „die Stadt die Fäden in der Hand hält“, plädieren Kersting und Steinmann dafür, dass das städtische Unternehmen Wohn- und Stadtbau die Realisierung übernimmt.

Stadt-Planer nicht begeistert

Ratsherr Steinmann macht keinen Hehl daraus, dass die Planungsexperten der Stadt von der Idee eines Wohngebäudes am Standort Gasometer nicht begeistert sind. Deshalb sei auch eine politische Initiative erforderlich.

Mögliches Lärmproblem

Das zweifelsfrei an diesem Standort bestehende Lärmproblem ist nach Ansicht der beiden SPD-Politiker lösbar. An anderen Stellen im Stadtgebiet führe die Umgehungsstraße ja auch sehr nah an Wohngebieten vorbei.

Das weitläufige Gelände rund um den Gasometer gehört den Stadtwerken. Bis zu seiner Stilllegung 2005 wurde das 54 Meter hohe Bauwerk, das einen Durchmesser von 52 Metern aufweist, als Erdgasspeicher genutzt.

Seit 2012 ungenutzt

In der Vergangenheit gab es mal Überlegungen, es als Musical-Arena oder auch als Kletterpark zu nutzen. Beide Konzepte scheiterten an der Finanzierbarkeit.

2012 führte das münsterische Wolfgang-Borchert-Theater dort das Shakespeare-Stück „Sommernachtstraum“ auf. Seither ist das Gebäude nicht mehr genutzt worden.

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