Umfahrung der Kanalbrücke macht Fortschritte
Umgehung für 180-Meter-Schiffe

Greven/Münster -

Für Greven und Münster ist es die wohl größte und teuerste Baustelle. Auf der Grenze zwischen den Städten wird eine neue Überführung über die Ems gebaut, die es erlaubt, auch 180 Meter lange Schubverbände auf dem Kanal fahren zu lassen. Der erste Teil einer Umgehungsstrecke ist fast fertiggestellt. In dieser Woche beginnen auch die Aushubarbeiten an der Fuestruper Brücke. Bauzeit für die gesamte Überführung: Bis 2026.

Mittwoch, 08.08.2018, 16:08 Uhr aktualisiert: 08.08.2018, 16:31 Uhr
 
  Foto: Günter Benning

Der Bagger steht verloren zwischen 4,50 Meter hohen Spundwänden. Ein Winzling in der Mammutbaustelle zwischen Gittruper und Fue­struper Straße. Hier entsteht die größte Umgehungsstraße der Region. Um die alte Ems-Kanalbrücke zu ersetzen, baut das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln eine Umfahrung. In der kommenden Woche sollen die Aushubarbeiten bei der Fuestruper Brücke auf Grevener Gebiet beginnen.

Thomas Wermert ist der Chef auf der Baustelle. Er sitzt im klimatisierten Büro-Container und erklärt die Zeichnungen an den Wänden. Seit fünf Jahren ist er hier, bis alles fertig ist, könnte es 2026 sein.

Die Baustelle am Dortmund-Ems-Kanal

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Klare Fortschritte

Aber Wermert sieht klare Fortschritte. Während die Trasse der Umgehung auf der münsterischen Seite ausgehoben und mit bis zu 18 Meter langen Spundwänden gesichert ist, wird jetzt der Boden eingezogen: 30 Zentimeter Ton, 20 Zentimeter Filtermaterial, 60 Zentimeter Schüttsteine.

Genauso wird es bis Ende nächsten Jahres auf der Grevener Seite aussehen: „Im Norden fangen wir in der nächsten Woche mit dem Aushub an“, sagt Wermert.

Die Ems und KÜ

Die Ems markiert die Grenze zwischen Münster und Greven. Die KÜ-Baustelle ist für beide Städte mit 110 Millionen Euro die teuerste Baumaßnahme. Der Bau der ersten Kanalüberführung erfolgte bereits zwischen 1893 und 1897 beim Bau des Dortmund-Ems-Kanals. Diese Streckenführung wurde schon 1939 durch eine „Neue Fahrt“ ersetzt. Diese „Neue Fahrt“ wird seit 2015 erneut ausgebaut, um für Schubverbände bis 185 Metern durchlässig zu werde, heißt es bei Wikipedia.

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Nichts für die Ewigkeit

Zwischen den Strecken der Kanalumgehung ist der Brückentrog weit fortgeschritten. 2000 Tonnen wiegt die Konstruktion. Das Gewicht muss über die Ems geschoben werden – mit Spezialgeräten und pingeliger Genauigkeit: „Schon Seitenwind kann dabei stören“, sagt Dieter Entrup, stellvertretender Baustellenleiter.

Wer diese Dimensionen sieht, muss sich klar machen: Das ist nichts für die Ewigkeit. Die Umfahrung soll nur dazu dienen, auch 180 Meter lange Schubverbände durch die Engstelle des Kanals zu leiten – während die heutige Kanalüberführung abgerissen wird. Thomas Wermert: „Der Verkehr läuft weiter – wie heute auch: einspurig.“

Umgehung bis Ende 2019 fertig

Wenn die neue Fahrt fertiggestellt ist, soll der 62 Meter lange Trog der Umgehung erneut verschoben werden – in Zukunft wird der Schiffsverkehr also über zwei Brücken fahren können. Ein Vorteil: Bei Revisionen kann man dann eine Richtung sperren. Der Verkehr läuft trotzdem weiter.

Die Umgehung könnte Ende nächsten Jahres fertig werden. Solange gibt es an den Enden des Ersatzkanals Dämme: Ganz zum Schluss wird hier der Anschluss hergestellt. Zum Bau unter Wasser braucht man Spezialfirmen. Wermert: „Da gibt es nicht viele.“

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