Kaum Besucher im Allwetter-Zoo Münster
Bullenhitze plagt Zootiere

Münster -

Im Allwetterzoo bekommen die Elefanten eine zusätzliche Dusche und vielen Tieren wird das Fressen aktuell wegen der großen Hitze in Eisbomben serviert. Gartenbesitzer sollten Wasserschalen für Vögel und Igel aufstellen.

Freitag, 27.07.2018, 16:45 Uhr aktualisiert: 27.07.2018, 16:50 Uhr
Revierpfleger Michael Adler verpasst dem Elefantenbullen Alexander eine Erfrischung. Erst nach dieser Abkühlung aus dem Gartenschlauch geht der Dickhäuter in das Badebecken im Elefantenpark.
Revierpfleger Michael Adler verpasst dem Elefantenbullen Alexander eine Erfrischung. Erst nach dieser Abkühlung aus dem Gartenschlauch geht der Dickhäuter in das Badebecken im Elefantenpark. Foto: hpe

Eigentlich ist das Regenwald-Tropenhaus der heißeste Ort im Allwetterzoo. Eigentlich. Aktuell leidet der komplette Tierpark am Aasee unter der Affenhitze und schon beim Blick auf die spärlich besetzten Besucherparkplätze wird das Dilemma deutlich.

Trotz Sommerferien kaum Besucher

„Statt 3000 kommen maximal 100 Menschen an Tag, obwohl wir mitten in den Sommerferien sind“, klagt Zoo-Sprecherin Florence Beermann. Freibad schlägt Tierschau, dagegen helfen auch die eigens aufgestellten Wassersprüher auf den Wiesen unweit der Spielplätze nicht.

Und wer die Tiere dennoch finden will, muss sie meist unter schattigen Plätzchen in den Anlagen oder in den deutlich kühleren Tierhäusern suchen.

Gefrorenes Obst für Orang-Utans

Die Revierpfleger lassen sich einiges einfallen, um die Hitze für alle etwas erträglicher zu machen. Pascal Römer beispielsweise friert Obst und Gemüse in Holundersirup ein und serviert die kühle Erfrischung seinen Orang-Utans. Michael Adler friert Äpfel und Wasser zu Eisbomben, die dann den Elefanten zugeworfen werden. Vorher gibt es eine längere Duscheinheit mit dem Wasserschlauch. Erst danach geht beispielsweise Bulle „Alexander“ in sein Badebecken im Elefantenpark.

Pinguin-Marsch fällt aus

Die Wildschweine bekommen von Matthias Schmitt mehrmals täglich ein Suhle-Schlammbad und auf den beliebten Pinguin-Marsch wird wegen der großen Hitze aktuell komplett verzichtet. „Die Herrschaften wollen nicht laufen und wir möchten ihnen das auch tunlichst ersparen“, so Beermann.

Hunde und Katzen im Tierheim lethargisch

Neben der Hitze ist die Trockenheit das größte Pro­blem für die Tiere. Auch deshalb hat beispielsweise das Tierheim in Münster aktuell die Spaziergänge für die dort untergebrachten Hunde auf ein Mindestmaß verkürzt. „Die Tiere brauchen und wollen bei diesen Tropentemperaturen nicht den vollen Auslauf“, so Vereinsvorsitzende Doris Hoffe. Auch die Katzen dösen im Schatten und vermeiden den Sonnenkontakt. „Sie fressen jetzt viel weniger und das ist bei dieser ungewöhnlichen Witterung normal“, so Hoffe.

Wasser für Vögel und Igel

Doris Hoffe, Vorsitzende des Tierschutzvereins in Münster, appelliert an alle Hundebesitzer, ihre Vierbeiner jetzt nicht mehr an der Leine am Rad zu führen und keinesfalls im Auto zurückzulassen, auch wenn der Wagen im Schatten stehen sollte. „Sparflamme ist angesagt“, so Hoffe. Gartenbesitzer sollten flache Wasserschalen für frei laufende Katzen und Igel aufstellen.

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