Rundgang am Fachbereich Design
Abschlussarbeiten mit Gefühl

Münster -

Emotionen stehen im Mittelpunkt des Rundgangs „Parcours“ am Fachbereich Design. 80 Absolventen stellen an diesem Wochenende am Leonardo-Campus ihre Abschlussarbeiten aus.

Freitag, 27.07.2018, 17:12 Uhr aktualisiert: 27.07.2018, 17:41 Uhr
„Der Zufall, der die Zeit bestimmt“ – so heißt die Abschlussarbeit von Delia Jaeckel. Mehrere Monate hat sie den an Progerie erkrankten Luke mit ihrer Kamera begleitet. Daraus ist ein Buch entstanden.
„Der Zufall, der die Zeit bestimmt“ – so heißt die Abschlussarbeit von Delia Jaeckel. Mehrere Monate hat sie den an Progerie erkrankten Luke mit ihrer Kamera begleitet. Daraus ist ein Buch entstanden. Foto: kal

Luke hat Progerie, eine sehr seltene Erkrankung. Der Vierjährige altert schneller als andere Kinder, seine Lebenserwartung liegt zwischen 13 und 21 Jahren. Delia Jaeckel hat Luke mehrere Monate mit der Kamera begleitet. Daraus ist ein Buch entstanden, mit dem sie jetzt ihren Abschluss an der „Münster School of Design“ der Fachhochschule bestanden hat.

Außergewöhnlich und berührend

„Mit Luke und seinen Eltern habe ich weiter Kontakt“, sagt Delia Jaeckel. Das Buch geht demnächst in Druck, die Hälfte des Verkaufspreises will sie Lukes Familie spenden. „Sein Vater gab für ihn den Job auf.“

Rundgang „Parcours“ am Fachbereich Design

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  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal

Ihre Abschlussarbeit ist außergewöhnlich, sie berührt. Das ist auch bei anderen Arbeiten der Fall, die an diesem Wochenende im Rahmen des Rundgangs „Parcours“ am Fachbereich Design präsentiert werden – 68 Bachelor- und zwölf Master-Abschlüsse.

Mobile Notunterkunft für Obdachlose

„Draußen“ heißt das Produktdesign-Projekt von Thomas Schäper. Er hat eine mobile Notunterkunft für Obdachlose entwickelt, eine Mischung aus Schlafsack und Zelt, sechs Kilogramm leicht, aus Material, das wasserdicht und schwer entflammbar ist. „Es fördert die Eigenständigkeit Obdachloser“, ist er überzeugt.

Visuelle Kommunikation mit Flüchtlingen

Rabea Cramer hat ihre Arbeit „Sprachlos“ genannt. In Kooperation mit dem Jobcenter Münster hat sie Piktogramme für die visuelle Kommunikation mit Flüchtlingen entwickelt. Ziel sei es, die sprachlose Kommunikation zu erleichtern. Diese Arbeit wurde als beste Masterarbeit ausgezeichnet.

Bedrohte Tiere

Empathie weckt auch Sascha Düvel mit seiner Abschlussarbeit. Hier stehen nicht Menschen, sondern Tiere im Mittelpunkt, genauer: bedrohte Tiere. Düvel hat sie gezeichnet – die Illustrationen gibt es nicht nur als Buch, sondern auch online. „Ich will auf Arten aufmerksam machen, die aussterben könnten, ohne jemals wahrgenommen worden zu sein“, sagt der frisch gebackene Designer.

Kinder im Dritten Reich

Das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte bestimmt die Arbeit von Sonja Müller Späth. In „Morgen“ gibt sie Einblicke in das Leben von jüdischen Kindern und Jugendlichen während der NS-Zeit. Die bewegenden Illustrationen sind nicht der Fantasie entsprungen – es handelt sich um Lebensgeschichten aus dem Archiv des Jüdischen Museums in Berlin.

„Das Nächste Testament“

Dass es nach dem Alten und dem Neuen Testament nun auch „Das Nächste Testament“ gibt, ist Magdalena Banning und Adrian Szymanski zu verdanken. Mit Hilfe von Denkern wie Albert Camus habe sie versucht, Antworten auf die großen Fragen der Gegenwart zu finden, die nach ihrer Ansicht andere Religionen nicht geben.

Mehr Wertschätzung für Musik

„Reso“ heißt die Plattform, die Paul Eslage entwickelt hat. Online und mit einem Magazin will er erreichen, dass Musik wieder mehr Wertschätzung bekommt. Dafür ist Eslage mit dem Preis für die beste Bachelor-Arbeit ausgezeichnet worden.

Grenzen in Beirut

Grenzen stehen im Mittelpunkt der Arbeit „Manmade“ von Camille Waked. In ihrem Magazin schildert sie das Leben entlang sichtbarer und unsichtbarer Grenzen in Beirut.

Zum Thema

Der Parcours öffnet Samstag von 11 bis 20 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr im Leonardo-Campus 6.

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