Aktionsbündnis Seebrücke
Demo für die Seenotrettung im Mittelmeer

Münster -

Rund 500 meist junge Menschen haben am Samstag in Münsters Innenstadt friedlich für die uneingeschränkte Fortsetzung der Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer demonstriert.

Samstag, 28.07.2018, 14:13 Uhr aktualisiert: 28.07.2018, 14:36 Uhr
Aktionsbündnis Seebrücke : Demo für die Seenotrettung im Mittelmeer
Foto: Helmut Etzkorn

Bei der Auftaktkundgebung der Aktionsbündnisses Seebrücke am Hafenplatz schwamm ein Schlauchboot im Kanalbecken. „Die Abschottungspolitik Europas tötet“, war auf einem Transparent zu lesen.

Wilko Beinlich von „Jugend rettet“ war 2016 selbst auf dem aktuell vor Lampedusa beschlagnahmten Hilfsschiff „Juventa“ und berichtete von Nachteinsätzen und rauer See. „Bei jeder Welle wurden Menschen über Bord gespült, 113 von 130 konnten wir retten.“ Überall auf der Welt, wo Menschen in Lebensgefahr seien, gebe es Rettungsorganisationen. Deshalb sei es eine Selbstverständlichkeit, dass nun auch im Mittelmeer weiter geholfen werden müsse, so Beinlich.

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Foto: Etzkorn

Von Oberbürgermeister Markus Lewe fordert „Jugend rettet“ nun ein „Klares Signal an Seehofer für Humanität, das Recht auf Asyl und die Integration von Geflüchteten“. Beinlich: Wir reden hier von Menschen mit traumatischen Geschichten, die in nicht seetauglichen Booten es gar nicht an Land schaffen können.“ Udo Welko von „Seewatch“ forderte Italien und Malta auf, die Hafenblockade der zivilen Hilfsschiffe „sofort aufzuheben“. Den europäischen Politikern warf er „Versagen in Fragen der Menschlichkeit“ vor, gleichzeitig forderte er eine „Entkriminalisierung der Seenotrettung und sichere Häfen.“ 

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Foto: Etzkorn

Der Protestzug vom Hafen in die Stadt wurde durch Kundgebungen am Stadthaus II und vor dem Rathaus unterbrochen, Demonstranten waren teilweise mit orangefarbenen Jacken und Schals erschienen, viele hatten Pappschilder und kleine Boote gebastelt. Als nächste Aktion will „Jugend rettet“ am kommenden Mittwoch, 1. August, um 18.30 Uhr im Schlosstheater den Dokumentarfilm für die „Juventa“ zeigen, danach soll es eine Diskussionsrunde mit Helfern geben.

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