Freiwilligentag in Nabu-Naturschutzstation
Hand anlegen für Artenvielfalt

Münster -

Mager- und Feuchtwiesen mit großer Artenvielfalt werden immer seltener. Beim Freiwilligentag am 22. September werden zehn bis 25 Freiwillige gesucht, die in der Nabu-Naturschutzstation auf Haus Heidhorn solche Wiesen und andere Biotope pflegen.

Dienstag, 31.07.2018, 10:00 Uhr
Viele seltene Pflanzen erklärt Andreas Beulting auf dieser Feuchtwiese mit Lehrpfad. Die Teilnehmer beim Freiwilligentag am 22. September helfen mit, diese Wiese mit Spezialgeräten zu mähen und andere Biotope zu pflegen.
Viele seltene Pflanzen erklärt Andreas Beulting auf dieser Feuchtwiese mit Lehrpfad. Die Teilnehmer beim Freiwilligentag am 22. September helfen mit, diese Wiese mit Spezialgeräten zu mähen und andere Biotope zu pflegen. Foto: hö

„Wir sind hier alle naturverliebt und wir wollen mit unserer Arbeit auch andere für die Natur begeistern“, sagt Andreas Beulting und führt über die vor Artenvielfalt nur so strotzenden Wiesen rund um Haus Heidhorn. Die Nabu-Naturschutzstation vor den Toren Hiltrups kümmert sich seit 1997 um den Erhalt der biologischen Vielfalt und bietet Artenschutzprojekte an. Für den stadtweiten Freiwilligentag am 22. September werden zehn bis 25 Teilnehmer gesucht, die die Mager- und Feuchtwiese neben einem Teich mit Spezialgeräten mähen und bei der Pflege weiterer Biotope helfen.

Motorisierte Aufsitzmäher würden hier mehr zerstören als helfen, macht Beulting deutlich, während er auf viele seltene Pflanzen auf der riesigen wild bewachsenen Kräuter- und Wiesenfläche weist: Hier wächst das breitblättrige Knabenkraut, der Klappertopf oder die Kuckucks-Lichtnelke. Bei jedem Schritt über die Wiese hüpfen Heuschrecken auf und umflattern Schmetterlinge die unzähligen Blüten. In den angrenzenden Teichen, an denen regelmäßig Schulklassen und andere Kindergruppen mit Keschern das vielfältige Leben unter der Wasseroberfläche hautnah kennenlernen, tummeln sich unzählige Frösche.

Das mit Balkenmähern am Freiwilligentag gewonnene Schnittgut auf dieser Wiese soll an anderer Stelle der Naturschutzstation aufgebracht werden, damit sich die Samen verteilen. Die Freiwilligen werden zudem dabei mithelfen, einen Zaun freizuschneiden, und Jungerlen, die sich auf die Wiese auszubreiten drohen, auszustechen. Damit die Weide nicht zuwächst und andere Arten verdrängt werden, erklärt der Umweltexperte. Und möglicherweise können die Freiwilligen auch bei der Apfelernte helfen.

Weitere Obstbäume sollen übrigens auch im Rahmen des von der EU geförderten Projekts „Wegbar“ gepflanzt werden, erzählt Beulting. Hierfür soll ein großer Bereich der Freiflächen des ehemaligen Gutshofs barrierefrei gestaltet werden und viele erlebnispädagogische Elemente Einzug halten. Nach dem Motto: „Natur für alle“. So soll beispielsweise ein für Rollstuhlfahrerer nutzbarer Bohlenweg über einen Teich führen, und neben dem Picknickplatz, so Beulting, sind sogenannte Schaubiotope geplant, etwa ein Hochmoor und ein Teich in Hochbeethöhe mit Sichtklappen, durch die die Besucher einen Blick in die Unterwasserwelt werfen können. Programme für Schulklassen, in denen Inklusion gelebt wird, sind ebenfalls in Planung.

Das Ziel ist es, so Beulting, „eine artenreiche Kulturlandschaft im Münsterland zu erhalten“. Für die Pflege dieser Landschaft setzen die Naturschützer dabei nicht nur auf zweibeinige, sondern auch auf vierbeinige Hilfe. Und in Sachen Naturerlebnis ist die Schafherde bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt.

Zum Thema

Anmeldungen für das Freiwilligenprojekt Nabu-Naturschutzstation Haus Heidhorn sind über die Homepage www.freiwilligenagentur-muenster.de möglich. Infos unter ' 0 25 01 / 97 19 433 oder 01 74 / 26 34 306.

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