Die Leiterin der Kunsthalle Münster Gail B. Kirkpatrick hört nach 25 Jahren auf
Eine Kunsthalle darf nie still halten

Münster -

Mit der Verabschiedung von Dr. Gail B. Kirkpatrick geht eine Ära münsterischer Kunstgeschichte zu Ende. Redaktionsmitglied Gerhard H. Kock stellte ihr Fragen zur Vergangenheit und Zukunft der Kunsthalle.

Dienstag, 31.07.2018, 23:45 Uhr aktualisiert: 02.08.2018, 16:30 Uhr
Dr. Gail Kirkpatrick in der Kunsthalle Münster
Dr. Gail Kirkpatrick in der Kunsthalle Münster Foto: Thomas Wrede

Wofür steht eigentlich das B. in Ihrem Namen Gail B. Kirkpatrick?

Kirkpatrick: In angelsächsischen Ländern ist es sehr üblich, mit der Geburt einen Mittelnamen zu bekommen. Häufig wird dafür der Nachname eines Familienmitglieds gewählt. In meinem Fall habe ich den Mädchennamen meiner Mutter erhalten: Bunning – also B. als Mittelnamen. Weitaus berühmtere Beispiele für diese Namensgebenung sind John F. (Fitzgerald) Kennedy oder Lyndon B. (Baines) Johnson. Beide ehemalige US-Präsidenten trugen die Mädchennamen ihrer Mutter als Mittelnamen. Ich finde diese Tradition, die an Vorfahren erinnert, eigentlich sehr gut.

Wie sind Sie 1990 zu ihrem Job gekommen?

Kirkpatrick: Meine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rheinischen Landesmuseum Bonn ging damals zu Ende, und 1989 wurde unser Sohn Robert geboren. Mein Mann arbeitete bereits als Kunsthistoriker in Münster. Die damalige Kulturamtsleiterin Bernadette Spinnen ging in Mutterschutz und das Amt brauchte eine Arbeitskraft, die einige von Bernadettes Aufgaben übernehmen konnte. Ohne Erfahrungen im Verwaltungsbereich war ich sicherlich nicht die ideale Besetzung für diese Arbeit. Aber der Stadt bzw. vor allem Bernadette Spinnen war bewusst, dass ihr Amt im Bereich Bildender Kunst über keine Expertise verfügte. Diese wurde aber in der aufkeimenden Kulturstadt dringend benötigt. Die Aufgabe, diesen Bereich zu entwickeln, wurde mir übertragen. Meine Promotion befasste sich mit einem Themenbereich der Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Anschluss an das Studium bot sich die Möglichkeit, mit Klaus Honnef im Rheinischen Landesmuseum Bonn in den 1980er-Jahren an mehreren Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlern (u.a. mit Isa Genzken, Bernhard Johannes Blume, Helmut Newton) mitzuarbeiten. Die Perspektive, weiter als Ausstellungsmacherin (heute würde man Kuratorin sagen) tätig zu sein und sogar eine Ausstellungseinrichtung in Münster aufzubauen, war für mich natürlich eine sehr reizvolle Aufgabe. Und NRW mit seinen zahlreichen Ausstellungsorten, Galerien und vielen exzellenten Künstlern, verfügt über eine der lebendigsten Kunstszenen weltweit. Viele Kuratoren arbeiten regelrecht als Nomaden. Ich habe mich nicht zuletzt aus familiären Gründen dazu entschieden, „sesshaft“ in Münster zu bleiben. Und ich kann wohl sagen, dass die Bedingungen für kulturelle Arbeit im Vergleich zu anderen Städten in Münster oft besser war und ist als die Norm es vorgibt.

Wie war die Ausstellungssituation damals…?

Kirkpatrick: Als ich bei der Stadt Münster anfing, verfügte sie über keine professionell geführte Ausstellungseinrichtung. Ein Potpourri von Bildenden-Kunst-Ausstellungen wurden in der Stadthaus-Galerie veranstaltet, das war alles. Es gab keine Person, die z.B. fachlich fundierte Stellungnahmen zu Angelegenheiten im Bereich Bildender Kunst hätte erstellen können. Und davon habe ich dann bis vor Kurzem noch sehr, sehr viele verfasst. Als Leiterin der Kunsthalle war ich aber nicht nur verantwortlich für Ausstellungskonzeptionen und deren Umsetzung. Zudem war mein Schreibtisch die städtische Ablage für eine Vielzahl fachbezogener Aufgaben aus dem sehr breit gefächerten Spektrum der Bildenden Kunst, um sie von dort abzuarbeiten. Tatsächlich, als ich 1990 bei der Stadt angefangen habe, gab es keine städtische Einrichtung, keine „Institution“, die die Belange der Kunstszene und die Einbindung in den überregionalen bzw. internationalen Dialog über die zeitgenössische Bildende Kunst ermöglichte. Auch die für eine erfolgreiche Arbeit im Feld unumgänglichen guten Kontakte zu den großen Kultur-Fördereinrichtungen im Land oder gar darüber hinaus, bestanden (noch) nicht. Aus dieser Situation heraus gelang es Bernadette Spinnen, den damaligen Kulturdezenten Hermann Janssen zu überzeugen, dass Münster dringend eine neue Einrichtung für die fachliche Auseinandersetzung und Präsentation der aktuellen Bildenden Kunst benötigte. Von Beginn an war klar, dass es keine städtische Galerie, kein exklusiver Schauraum der lokalen Kunstszene werden sollte. Gewollt war vielmehr ein Ausstellungsforum – und diese Erkenntnis habe ich aus den intensiven Gesprächen mit Künstlern gewonnen, die damals Münster als ihren Produktionsort gewählt hatten –, das sich den neusten internationalen Tendenzen in der Bildenden Kunst widmen sollte. Ziel war der Aufbau eines lebendigen Ausstellungsforums, das den Dialog der interessantesten professionellen künstlerischen Produktionen vor Ort mit den herausragenden Positionen internationaler Gegenwartskunst immer wieder neu befördern sollte. Dabei stand im Zentrum, für die Besucherinnen und Besuchern einen Reflexionsraum zu eröffnen, voller starker sinnlicher Erlebnisse. Unser Motto war (und ist bis heute), dass künstlerische Qualität nichts mit Postleitzahlen zu tun hat. In diesem Zusammenhang sollte man erwähnen, dass es auch das Verdienst von Hermann Janssen und Bernadette Spinnen war, dass es einige Initiativen der damaligen freien Szene, wie das Pumpenhaus-Theater, heute zu wichtigen selbstständigen kulturellen Institutionen unserer Stadt geworden sind. Übrigens: Die Energie, gekoppelt mit dem Mut zu Erneuerungen im Kulturbereich, die die heutige Kultur-Dezernentin unserer Stadt, Cornelia Wilkens zeigt, erinnert mich an die damalige Zeit mit Spinnen und Jansen. Nicht immer waren Cornelia Wilkens und ich einer Meinung, aber offene Dialoge, die wir miteinander geführt haben, waren für mich sehr hilfreich. Ohne ihren großen Einsatz wäre z.B. das Gerhard-Richter-Projekt in der Dominikanerkirche nie so schnell und erfolgreich zustande gekommen.

Wie hat sich die städtische Ausstellungssituation bis heute entwickelt?

Kirkpatrick: Das erste Ausstellungsforum war als Ort zunächst recht pur, in einer vormaligen Lagerhalle für Obst und Gemüse am noch kulturell weitestgehend unerschlossenen Hawerkamp. Was damals eher improvisiert und ein wenig prekär wirkte, hätte aus heutiger Sicht den sentimentalen Charme industrieller Urbanität – eine Sehnsuchtskulisse in den heutigen funktional wie kommerziell überzeichneten Städten. Das ursprünglich als Provisorium gedachte Gebäude sollte für 13 Jahre unser Ereignisort bleiben. Trotz zahlreicher, über die Jahre sich nicht wirklich verbessernder Mängel des Gebäudes, die die Arbeit bisweilen erschwerten, ist es uns dennoch gelungen, eine Programmatik zu etablieren, die noch für die heutige Kunsthalle Münster profilgebend ist. Neben Gruppenschauen und Einzelausstellungen, wie z.B. mit dem damals noch unbekannten britischen Künstler Simon Starling, hat es bereits zu Hawerkamp-Zeiten zahlreiche Kooperationen gegeben, wie mit dem Kunstverein Stuttgart und Projekte im Außenbereich des Innenhafens von Münster. 2004 konnten wir dann in den neu renovierten vormaligen Kornspeicher am Hafen umziehen – ein Publik-Private-Partnership-Projekt, das vor allem durch den Hauseigentümer Wolfgang Hölker ermöglicht wurde. Frisch saniert, in der 5. Etage und auf über 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche, mit einer professionellen Holzwerkstatt und zusätzlichem Büro, erschien uns der neue Ort als „the place to be“, um unsere Arbeit erfolgreich fortzusetzen. Tatsächlich haben vor allem die architektonischen Eigenheiten, die deutlichen Spuren der vormaligen industriellen Nutzung, immer wieder Künstlerinnen und Künstler zur Produktion neuer Arbeiten inspiriert. Das macht uns auch ein wenig stolz, denn diese in und für den Ausstellungsort entstandenen Arbeiten sind nun integrale Bestandteile der Werkzusammenhänge der überwiegend international bekannten Künstler. Firmierte der Ausstellungsort nach dem Umzug 2004 anfänglich als „Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst“, konnten wir ihn nicht zuletzt dank der Begeisterung unseres OB Markus Lewe in „Kunsthalle Münster“ umwidmen. Dies war für die überregionale und internationale Wahrnehmung ein eher kleiner Schritt, sprachen die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler, aber auch die Kolleginnen und Kollegen nach dem Umzug ohnehin zumeist bereits wie selbstverständlich von der „Kunsthalle Münster“. Lokal dagegen war die neue Namensgebung aber umso bedeutender. Denn endlich war die Kunsthalle auch in ihrer formalen Benennung dort angekommen, wo bereits 1991 Bernadette Spinnen und Hermann Janssen ihre Initiative verankern wollten: im Bewusstsein der kulturinteressierten Stadtgesellschaft Münsters.

Wo steht die Kunsthalle heute?

Kirkpatrick: Eine Kunsthalle darf nie still halten, sie ist per se einen Ort, der durch ständige Weiterentwicklung und Erneuerung gekennzeichnet ist. Wenn man zufrieden ist, spürt man nicht die Energie, die man braucht, um etwas weiter zu entwickeln. Also wenn ich sagen würde: „alles ist prima“, hätte ich auf der Stelle mit meiner Arbeit aufhören müssen. Aber das betrifft auch nicht nur mich alleine. Denn über die Jahre hat sich ein kleines Team Freiberufler herausgebildet: mit Christian Geißler, der von Beginn an für die Technik verantwortlich ist und dessen handwerkliche Professionalität wie kreativer Erfindungsreichtum unverzichtbare Bausteine jeder Ausstellungsrealisierung sind; Verena Voigt für die Presse und Marcus Lütkemeyer als Gastkurator sowie Sparringspartner im Denken. Auch wenn es die offizielle Lesart der Institution anders aufzeigt, eine(r) allein kann sich dem Arbeitsfeld nicht stellen. Aber die Freiheit mit anderen Fachleuten zusammenzuarbeiten, habe ich immer gehabt und die Kooperationen als Gewinn gesehen. Dass unsere Programmaktivitäten wahrgenommen werden, spiegeln die zahlreichen Besprechungen wie Erwähnungen in den regionalen, nationalen und internationalen (Fach-)Medien. Beispiele dafür sind die Einzelausstellungen des britischen Künstlers Mike Nelson 2015 und der zuletzt in Berlin lebenden US-amerikanischen Künstlerin Wu Tsang parallel zu den Skulptur-Projekten 2017. Mike Nelson etwa hat vor Ort in Münster vier Wochen an einer neuen Installation gearbeitet, die zeitgleich im Palais de Tokyo Paris von einer ‚Schwester-Arbeit’ begleitet wurde. Die Ausstellung wurde von der ‚Welt am Sonntag’ als das wichtigste Installationsprojekt 2015 in einem Museum oder in einer Kunsthalle in NRW ausgezeichnet – ein enormes fachliches Lob. Die Ausstellung von Wu Tsang hatte eine überwältigende zuvor so noch nie erlebte Faszination beim Publikum ausgelöst. Viele Besucher berichteten uns, dass sie Wus gleichermaßen bewegende wie irritierende Arbeit wie magisch angezogen habe und sie wiederholt in die Ausstellung gegangen sind. Eine ganzseitige Besprechung auf der ersten Seite der FAZ Feuilletons und die große internationale Resonanz auf die Ausstellung mögen die Relevanz des Projektes belegen. Aber neben aller Publizität und Wahrnehmung, die heute sicherlich höher denn je bewertet werden müssen, ist es auch die ganz persönliche Zuversicht, die ich aus solchen Projekten gezogen habe: mich mit all meinen Kräften weiter für die Sache, für die Kunst und die Unabhängigkeit ihrer Produzenten und Produktionsbedingungen einzusetzen – hier spreche ich sicherlich auch für mein Team.

Rückblickend sind wir mitunter selbst überrascht, dass nahezu ausnahmslos alle Künstler, die wir eingeladen haben, sich unabhängig ihrer Prominenz von unseren Programmen begeistern ließen und einwilligten, mit uns zu arbeiten – auch wenn unsere Budgets alles andere als Premier League sind.

Denn die Kunsthalle ist und bleibt kritisch unterfinanziert (wie die meisten städtischen Kultureinrichtungen). Wie andernorts auch wird vieles überhaupt nur ermöglicht, durch die Akquise zusätzlicher Mittel. Hier sind vor allem die großen öffentlichen Förderer zu nennen. Dass die Kulturabteilung des Landes NRW/ die Bezirksregierung Münster und die Kunststiftung NRW unsere Programme wohlwollend unterstützen, verschafft uns einen qualitativen Gestaltungsraum auf der Ebene, auf der die Kunsthalle Münster von außen wahrgenommen wird. Für eine gewisse Kontinuität des Etats sorgt zudem der Freundeskreis der Kunsthalle: Eine über die Jahre gewachsene Gemeinschaft kunstinteressierter Bürgerinnen und Bürger, die zum Teil eine sehr pointierte Auseinandersetzung mit unserem Programm pflegen und für deren Engagement ich überaus dankbar bin. Gerne darf die Gemeinschaft auch noch ein wenig wachsen – wenn diese Werbung in eigener Sache erlaubt ist.

Was wünschen Sie sich für die Kunsthalle von morgen?

Kirkpatrick: Meine Wünsche: Bekanntlich ist ja entscheidend, nicht zu fragen „Was Kunst ist“, sondern „Wann Kunst ist“. So definiert jede Generation die ästhetischen Parameter von „zeitgenössisch“ und „Gegenwart“ aus ihren je eigenen subjektiven Bedingungen, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wichtig ist, vor allem wenn man sich mit Gegenwartskunst befasst, dass dieser fortlaufende und nicht immer linear zu verstehende Wechsel der Sichtweisen, kombiniert mit neuen Kommunikationsformaten, ein auf Kontinuität hin angelegtes Forum erhält. Aktuell etwa kursieren Bezeichnungen wie „Digital Natives“. Dass es heute eine Bedeutung haben kann, ob Menschen vor oder nach der Erfindung (und Nutzung) des Internet geboren und sozialisiert sind, hat für mich eine große Relevanz. Dass Lebenserfahrung auch ein Ballast sein kann, geht es darum unsere Gegenwart anders zu begreifen und die Zukunft neu zu denken, fällt gerade uns älteren Menschen sehr schwer zu akzeptieren. Aber trifft hier die Binsenweisheit: „Den Jungen gehört die Zukunft“ nicht immer schon zu? Für das Feld der Gegenwartskunst wünsche ich mir, dass die Künstlerinnen Künstler trotz aller Dystopien in der aktuellen Bildproduktion, ihren Mut und ihre Lust im Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beibehalten. Für Kuratorinnen und Kuratoren wünsche ich mir, dass sie den Zweifel als inneres Instrument nicht über Bord werfen und vor allem die jungen Stimmen und deren Ansichten sehr ernst genommen werden, auch wenn sie bisweilen den eigenen Lebenserfahrungen widersprechen mögen. Für die Kulturpolitik wünsche ich mir, dass sie die Bildende Kunst sowie deren Produktion auch in Zukunft bedingungslos unterstützt und fördert. Das hört sich in unserer westlichen Welt wie selbstverständlich an, ist es aber nicht. An dieser Stelle möchte ich dem Land NRW, dem Referat für Bildende Kunst im Kulturministerium und der Kunststiftung NRW besonderen Dank aussprechen. Über die Autonomie der Kunst darf gestritten werden. Dass ihre Produzenten und die Produktion selbst unabhängig sind, das ist nicht zuletzt der große Verdienst dieser öffentlichen Förderer. Unabhängigkeit zu bewahren, bei gleichzeitiger professioneller Erfüllung aller an sie herangetragenen Aufgaben, wünsche ich auch der neuen Leiterin der Kunsthalle Münster, Merle Radtke. Ich würde mich sehr freuen, wenn auch sie, wie ich damals, ein produktives Team um sich versammeln kann, das einen immer wieder neu motiviert, das die Vielzahl von Aufgaben bewältigen lässt, und das im stetigen Dialog das eigene Denken befördert. Ich bin sehr zuversichtlich – und natürlich auch überaus neugierig auf die kommenden Projekte in der Kunsthalle Münster. Ich werde mich weiterhin intensiv intellektuell und emotional mit der Gegenwartskunst beschäftigen, denn die Kunst war, ist und wird eine wichtige Bereicherung meines Lebens bleiben. Ich freue mich andererseits aber auch, dass ich für die gesamte Organisation, die mit dem Programm der Kunsthalle verbunden war, nicht mehr in meiner Verantwortung liegt. Die Organisationsfreizeit werde ich ganz bestimmt sehr genießen, vor allem mit vielen schon geplanten Reisen zusammen mit meinem Mann. Zum Schluss: Die Möglichkeit, meine kuratorische Arbeit als Leiterin der Kunsthalle mit der Realisierung des Projekts von Gerhard Richter in der Dominikanerkirche zu beenden, war für mich ein großartiger Abschluss. Für die letzten 35 Jahre bin ich sehr dankbar.

Gartenstuhl oder Galerie – was machen Sie jetzt?

Kirkpatrick: Ich werde mich weiterhin intensiv intellektuell und emotional mit der Gegenwartskunst beschäftigen, denn die Kunst war, ist und wird eine wichtige Bereicherung meines Lebens bleiben. Ich freue mich andererseits aber auch, dass die gesamte Organisation, die mit dem Programm der Kunsthalle verbunden war, nicht mehr in meiner Verantwortung liegt. Die Organisationsfreizeit werde ich ganz bestimmt sehr genießen, vor allem mit vielen schon geplanten Reisen zusammen mit meinem Mann. Ich schreibe einen kurzen Text als Katalogbeitrag für das LWL-Museum über mein Dissertationsthema: Performance Kunst: Merce Cunningham, John Cage, Robert Rauschenberg. Das ist ein Themakomplex, der mich immer noch sehr interessiert und für ein Verständnis des neuen gegenwärtigen Interesses an performativen künstlerischen Positionen in einem historischen Kontext außerordentlich wichtig ist. Wie heißt es doch: „Niemals geht man so ganz.“ Vielleicht kommt ja auch noch etwas Neues, abwarten ... Zum Schluss: Die Möglichkeit, meine kuratorische Arbeit als Leiterin der Kunsthalle mit der Realisierung des Projekts von Gerhard Richter in der Dominikanerkirche zu beenden, war für mich ein großartiger Abschluss. Für die letzten 25 Jahre bin ich sehr dankbar.

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