Gesetzeslage zum Schwimmen im Dortmund-Ems-Kanal
Baden geduldet, Springen verboten!

Greven -

Dauersommerhitze und die Temperaturen wollen nicht sinken. Wer kann, der sucht Abkühlung im Wasser. Vor allem Jugendliche holen sich im Sommer gern eine Erfrischung im Dortmund-Ems-Kanal. Jedoch wissen viele nicht über die gesetzliche Lage Bescheid.

Samstag, 04.08.2018, 10:00 Uhr
Gesetzeslage zum Schwimmen im Dortmund-Ems-Kanal: Baden geduldet, Springen verboten!
Viele Jugendliche springen auch von Brücken in den Kanal. Das ist jedoch streng verboten. Foto: Ahlke

Schwimmen im Kanal werde grundsätzlich von der Schifffahrtsverwaltung des Bundes geduldet, sagt Ramon van der Maat, Pressesprecher der Wasserschutzpolizei NRW. Laut Binnenschifffahrtsstraßenordnung gibt es allerdings einige Verbote, die zu beachten sind und die bei Verstoß mit Verwarnungs- oder Bußgeldern bestraft werden.

Diese Verbote umfassen das Springen von Brücken sowie das Schwimmen im Abstand von 100 Metern zu einer Brücke, zu einem Wehr, Hafeneingang, Liegestelle und Anlegestelle. Außerdem ist das Schwimmen im Bereich einer Schleuse untersagt. Ebenfalls verboten ist es, in dem Arbeitsbereich von schwimmenden Geräten zu schwimmen oder den Schiffsverkehr zu behindern. Wo ein Schwimmverbotsschild ist, darf natürlich auch nicht geschwommen werden.

Im Falle eines Verstoßes kann eine Strafe von 35 bis 200 Euro verhängt werden. Über die Höhe der Strafe entscheidet im Einzelfall die Bußgeldbehörde, erläutert Claudia Thoma, Pressesprecherin der Bundeswasserstraßen- und -schifffahrtsverwaltung. Kontrollen der Schwimmer sind jedoch selten, teilt Ramon van der Maat, mit. Die zuständige Wasserschutzpolizei beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Schiffsverkehr.

Lebensgefahr

Peter Ebbing von der DLRG äußert Bedenken gegen das Schwimmen im Kanal. Besonders „für Nichtschwimmer und kleine Kinder ist das Baden im Kanal lebensgefährlich“. Die Schleusen rufen starke Unterströmungen hervor, welche die Schwimmer dann ansaugen. Dieser Sog sei ebenso bei vorbeischwimmenden Schiffen zu beachten. Schwimmfähigkeiten würden generell oft überschätzt und könnten zu Verletzungen führen. „Auch das unter der Oberfläche schwimmende Treibgut wie Holz, Müll oder sogar Fahrräder stellt eine große Gefahr für diejenigen dar, die vom Rand oder den Brücken springen“, erklärt Ebbing.

Dass das Schwimmen im Kanal gefährlich sein kann, haben auch die Badegäste, die häufiger am Kanal sind, schon bemerkt. Ein Mädchen erzählt, sie habe schon beobachtet, wie Jugendliche von einem Brückenbogen in den Kanal gesprungen seien. „Total unvernünftig und gefährlich“, sagt sie.

Sie und ihre Freunde genießen trotzdem das kühle Nass. „Es ist hier nicht so überlaufen wie im Freibad und eine gute Alternative zu den Seen in der Umgebung. Der Kanal sei schnell erreichbar, zentral und ruhig. Ob sie überhaupt im Dortmund-Ems-Kanal schwimmen dürften, wisse sie allerdings nicht: „Keine Ahnung, ob das erlaubt ist oder nicht!“

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